Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Demonstrationsprojekt zur weiteren Effizienzsteigerung bei der Braunkohleverstromung geplant

15.04.2005

Im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung fortschrittlicher Braunkohlenkraftwerke, wie die bereits in Betrieb befindliche BoA in Niederaußem, plant RWE Power einen Genehmigungsantrag zur Realisierung einer Prototypanlage zur Vortrocknung von Braunkohle bei der zuständigen Bezirksregierung in Köln zu stellen.

Um die Effizienz von Braunkohlen-Neubaukraftwerken der nächsten Dekade nochmals zu steigern, ist die Trocknung der Braunkohle vor Eintritt in den Verbrennungsprozess ein wichtiger Technologiehebel. Seit Anfang der neunziger Jahre hat RWE Power hierfür die Wirbelschicht-Trocknung mit interner Abwärmenutzung (WTA) entwickelt. Diese Technik ermöglicht eine hocheffiziente Trocknung der Rohbraunkohle und schafft die Voraussetzung, die Braunkohleverstromung zukünftig noch umweltfreundlicher zu machen. In einer WTA-Prototypanlage am Standort in Niederaußem soll jetzt abschließend die technische und kommerzielle Reife dieser Vortrocknung nachgewiesen werden. Es ist vorgesehen, die in der WTA-Anlage getrocknete Kohle im neuen BoA-Block zu verfeuern, so dass hier der Einsatz von Rohbraunkohle zu circa 20 bis 30 Prozent substituiert werden kann. Dadurch werden die relevanten Emissionen inklusive der CO2-Werte am Standort durch den höheren Wirkungsgrad vermindert. "Ziel dieser Weiterentwicklung, die nur bei späteren Neubauten realisiert werden kann, ist es, den bisher erreichten Wirkungsgrad der BoA-Technologie von rund 43 Prozent nochmals um rund 10 Prozent zu steigern", erläutert Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsmitglied der RWE Power. Die Investitions- und Betriebskosten des Prototypprojekts belaufen sich auf circa 40 Millionen Euro. Für den Betrieb der Anlage und die notwendige Forschungs- und Entwicklungs-Begleitung während der Versuchsphase sind bis zu 20 qualifizierte Mitarbeiter notwendig. Darüber hinaus wird das Vorhaben in internationale Forschungsprojekte zum Klimaschutz eingebunden.

Bisher wird die Braunkohle, die einen Wassergehalt von über 50 Prozent aufweist, nach einer Mahltrocknung im Kraftwerkskessel verfeuert. Während hierfür zur Trocknung heißes Rauchgas von etwa 1.000 Grad Celsius eingesetzt wird, liegt das Temperaturniveau bei der WTA zur Trocknung der Braunkohle mit circa 120 Grad Celsius deutlich niedriger und damit energetisch günstiger. Zusätzlich wird die Wärme, die das Wasser aus der Braunkohle bei der Trocknung aufgenommen hat, zurück gewonnen und im Kraftwerksprozess genutzt. "Die Ergebnisse hinsichtlich Verfügbarkeit und technischer Machbarkeit dieser neuen Technologie sollen durch die in Niederaußem geplante WTA-Prototypanlage bis circa 2009 die Voraussetzung schaffen, dass wir diese Technik bei Neubauvorhaben der nächsten Dekade im so genannten BoA-Plus-Kraftwerk realisieren können," betont Dr. Lambertz.

Bereits seit Anfang der neunziger Jahre forschen die Ingenieure der RWE Power an dem energetisch sinnvollen Verfahren zur Braunkohlentrocknung. Ein erster Meilenstein war dabei die Inbetriebnahme einer Versuchsanlage am Standort Frechen im Jahre 1993. Die weitere Optimierung der Technologie zur WTA-Feinkorntrocknung, die Grundlage für die Prototypanlage ist, brachte den technischen und wirtschaftlichen Durchbruch und ermöglicht die Wettbewerbsfähigkeit der BoA-Plus-Linie.

Manfred Lang | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rwe.de

Weitere Berichte zu: Braunkohle Braunkohleverstromung Trocknung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Nachhaltige Thermoprozesse
15.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

nachricht CELEST: Neue Maßstäbe in der Energiespeicherforschung
15.08.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Alles zur Kryotechnik: HDT bietet Seminar zum „Kryostatbau“ in Karlsruhe an

15.08.2018 | Seminare Workshops

Brandschutz im Tanklager – Tagung in Essen

15.08.2018 | Seminare Workshops

Orientieren auf die Schnelle: Neue Erkenntnisse zur Wahrnehmungssteuerung im Gehirn

15.08.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics