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Genug gejammert - Deutschland übernimmt Leadership in der Mikroelektronik

16.03.2005


Deutschland hat seine führende Position als Mikroelektonik-Standort Nr. 1 in Europa weiter ausgebaut. Darauf wiesen Vertreter des VDE anläßlich der CeBit 2005 in Hannover in hin.

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Mehr als jeder zweite Halbleiter aus Europa trägt das Label “Made in Germany”. “Grund für diese Entwicklung ist unter anderem die Konzentration von Mikro- und Nanoelektronikfertigung und ihren Zulieferern in Sachsen”, unterstrich Jochen Polsterer, Geschäftsführer der AMD Deutschland GmbH. Heute sei die Region mit einem Netzwerk aus Industrie, Instituten und Hochschulen das größte Mikroelektronik-Zentrum in Europa. “Über 11.000 Arbeitsplätze sind in den letzten Jahren durch die Halbleiterindustrie rund um Dresden entstanden”, verdeutlichte Polsterer. Bundesweit seien in den letzten Jahren sogar über zehn Chipfabriken mit 20.000 Arbeitsplätzen entstanden. Damit habe sich Deutschland zum größten Halbleiterhersteller innerhalb der EU gemausert.

Mikroprozessoren, Speicherbausteine und Logikchips werden heute in Deutschland ebenso gefertigt wie applikationsspezifische Bausteine mit einem hohen Analoganteil. Die Zahlen sprechen für sich: Allein für den bedeutenden Halbleiter-Markt China ist Europa mit Deutschland zu einem “Top-Lieferanten” aufgestiegen. Im weltweiten Chipmarkt, der 2004 ein Volumen von 213 Mrd. US $ erreichte, lag Europa mit 18.5 % knapp vor Amerika mit 18.3 %. Davor liegen Japan mit 21.5% und Asia/Pacific mit 41.7%. Dieser Entwicklung entsprechend lag der Umsatz an Halbleitern in Deutschland im Januar 2005 um neun Prozent über dem selben Monat des Vorjahres.


“Wachstum ist nur durch innovative Produkte möglich”, machte Heinrich W. Kreutzer, Geschäftsführer der Kabel Deutschland GmbH und Mitglied des Vorstands der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (ITG) deutlich. Erfreulicherweise sei Deutschland in der Mikroelektronik wieder präsent. Besondere Bedeutung habe dies vor insbesondere vor dem Hintergrund des weltweit stark steigenden Bedarfs in den Bereichen Fahrzeugentwicklung, RFID (Radio Frequency Identification) sowie in der Telekom- du Computer-Industrie. Bei Zukunftsthemen wie Mobilität, Energie, Kommunikation oder Life Science wird dem Standort von Experten des VDE eine hohe Innovationskraft zugeschrieben.

Den Prognosen zufolge werden insbesondere DVD Recorder, Digitalkameras Plasma- und LCD-Flachbildfernseher sowie der Bereich der Computer-Netzwerktechnik bis zur Technik für das digitalisierte Heim künftig Vorreiterpositionen einnehmen. “Ab 2006 wird es beim Fernsehen einen Qualitätssprung geben”, prognostizierte Kreutzer. So werde das hochauflösende Fernsehen, auch “High Definition TV” genannt, bei der Fußball WM Premiere feiern und die Atmosphäre im Stadion “hautnah” in die Wohnzimmer holen. Einen nicht minder großen Markt sieht Kreutzer im Bereich des Mobilfunks. “In Deutschland wird die Zahl der UMTS-Kunden noch in diesem Jahr voraussichtlich die zehn Millionengrenze durchbrechen”, versicherte er. Weitere Treiber seien die Breitbandkommunikation, Sicherheitslösungen für Rechner und Netzwerke, Server und Mikroprozessoren sowie maßgeschneiderte Unternehmenssoftware.

Auch der Markt für Funketiketten (RFIDs) dürfte bald boomen. Schätzungen des VDE zufolge werde sich der Umsatz von heute 400 Mio. Euro in den kommenden vier Jahren auf über 2.5 Mrd. Euro steigern. Zusätzliche Impulse, so der VDE, seien von der elektronischen Gesundheitskarte oder den Planungen der großen Handelskonzerne zu erwarten.

Rolf Froböse | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

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