Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Startschuss für COMET

11.02.2005


Der Lander ist eins der wichtigsten Großgeräte für COMET. Ähnlich wie eine Mondfähre bringt er die verschiedenen Messinstrumente zum Grund der Ozeane.


Schematische Abbildung von Gashydrat. Methan oder andere Gasmolküle werden von einem Käfig aus Wassermolekülen eingeschlossen.


Methanhydrat gilt als mögliche Energiequelle der Zukunft, der Abbau birgt jedoch einige Risiken für Klima und Umwelt. Umso wichtiger ist die Grundlagenforschung in Hinsicht auf die Prozesse, die Methanhydrate entstehen und zersetzen lassen. Das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) koordiniert im Rahmen eines GEOTECHNOLOGIEN*-Sonderprogramms ein neues Projekt, das Licht in diese Prozesse bringen soll.

... mehr zu:
»COMET »IFM-GEOMAR »Methan »Methanhydrat

Das Projekt mit dem Namen COMET (COntrols on METhane fluxes and their climatic relevance in marine gas hydrate-bearing sediments) wurde heute mit einem Treffen aller Beteiligten in Kiel offziell gestartet. COMET ist eins von vier Projekten des Sonderprogramms "Methan im Geo-/Biosystem" und wird mit 2,7 Millionen Euro von GEOTECHNOLOGIEN gefördert. An dem Projekt sind neben dem IFM-GEOMAR die Technische Universität Hamburg-Harburg, das Geowissenschaftliche Zentrum der Universität Göttingen, das Institut für Geowissenschaften der Universität Kiel und die Elac Nautik GmbH aus Kiel beteiligt. Ziel von COMET ist die Untersuchung der komplexen Steuerparameter, die Freisetzung und Umsatz von Methan im Wasser und in der Atmosphäre entscheidend beeinflussen. Damit erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse über die Klimawirksamkeit von Methan in der Vergangenheit und in der Gegenwart.

Das Projektteam setzt gleich eine ganze Reihe hochmoderner Technologien für ihre Untersuchungen ein: Integrative Langzeitobservatorien, spezielle hydroakustische Systeme, ferngesteuerte Bohrplattformen und ein neuartiges Drucklabor. Messbegleitend werden bestehende numerische Modelle weiterentwickelt, um die Fluidfreisetzung und den biogeochemischen Stoffumsatz in hydrathaltigen Sedimenten und das Schicksal des Methans in der Wassersäule zu untersuchen. Forschungsgebiete sind die Nordsee, der Golf von Cadiz, und wie erst jetzt offiziell bestätigt wurde, erstmals der Pazifik vor der neuseeländischen Küste. Mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE geht es im Frühjahr 2007 in diese Region, die in der Gashydratforschung ein noch völlig unbeschriebenes Blatt ist. Bis jetzt ist nicht bekannt, ob es vor der neuseeländischen Küste überhaupt Methanhydrat gibt, doch die Forscher vermuten dort ein ähnlich großes Vorkommen wie am Hydratrücken vor Oregon, dem bisherigen Rekordhalter. "Alle Vorzeichen sprechen dafür", sagt Projektleiter Peter Linke vom IFM-GEOMAR, "und das Gebiet bietet zudem ein großes Potenzial für neue internationale Forschungskooperationen". Neuseeland wird selbstverständlich dabei sein, aber auch Australien, Großbritannien und Belgien haben bereits Interesse signalisiert, sich an der Suche nach Methanhydrat zu beteiligen.


Methanhydrat ist, von einem Käfig aus Wassermolekülen umschlossenes, hochkonzentriertes Methan. Ein Liter dieses Stoffgemischs enthält circa 165 Liter Methangas. Es entsteht am Meeresboden ab einer Tiefe von 500 Metern bei Temperaturen von 2-4 Grad Celsius. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kann es sich auch in flacheren Regionen bilden. Aufgrund seiner leichten Brennbarkeit wird Methanhydrat als mögliche Energiequelle der Zukunft hoch gehandelt, denn die Vorkommen an Kontinentalrändern und im Permafrost enthalten mehr Gas als alle bekannten Erdgasreservoirs zusammen. Doch der Abbau ist nicht ohne Risiken. Denn zum einen halten die Gashydrate die Sedimente am Meeresgrund zusammen wie Zement. Schon relativ geringe Änderungen von Druck und Temperatur lassen sie zerfallen und ausgasen, gewaltige Hangrutschungen und Tsunamis könnten dadurch ausgelöst werden. Zum anderen ist Methan als Treibhausgas Dreißigmahl wirksamer als Kohlendioxid, was die globale Erderwärmung zusätzlich beschleunigen könnte. Ob diese Risiken zu kontrollieren sind, ist in Politik und Wissenschaft derzeit ein heißes Thema. Im Moment scheint nur eins sicher: die Prozesse zur Entstehung und Zersetzung von Methanhydrat müssen gründlicher erforscht werden, um sowohl Gefahrenpotential als auch mögliche Nutzbarkeit fundiert beurteilen zu können. Genau das hat COMET zum Ziel.

Kontakt:

Dr. Peter Linke, 0431-600 2115, plinke@ifm-geomar.de
Uta Deinet, 0431-600 2501, udeinet@ifm-geomar.de

* GEOTECHNOLOGIEN ist ein geowissenschaftliches Forschungs- und Entwicklungsprogramm und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Uta Deinet | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifm-geomar.de/

Weitere Berichte zu: COMET IFM-GEOMAR Methan Methanhydrat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Energiesparender Spin-Strom über magnetisches Feld und Temperatur steuerbar
17.08.2018 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Hitzefrei im Elektromobil: Neuartige Materialien steigern Komfort und Reichweite von E-Fahrzeugen
16.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics