Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brennstoffzellenautos sollen Wasserstoff in Magnesiumpulver tanken

07.02.2005


Brennstoffzellenautos wie der F-Cell von DaimlerChrysler sind meist mit Drucktanks ausgestattet. Mit dem Einsatz von Brennstoffzellen mit höheren Arbeitstemperaturen könnten diese durch Tanks mit Magnesiumpulver ersetzt werden. Foto: DaimlerChrysler


Brennstoffzellenautos könnten in Zukunft den für ihren Betrieb benötigten Wasserstoff in mit Magnesiumpulver gefüllten Tanks an Bord nehmen. Das Gas wird dabei beim Auftanken chemisch als Magnesiumhydrid (MgH2) im Pulver gebunden und während der Fahrt je nach Bedarf freigesetzt. Das schlagen Wissenschaftler der Universität Delft vor.


Brennstoffzellenautos wie der F-Cell von DaimlerChrysler sind meist mit Drucktanks ausgestattet. Mit dem Einsatz von Brennstoffzellen mit höheren Arbeitstemperaturen könnten diese durch Tanks mit Magnesiumpulver ersetzt werden. Foto: DaimlerChrysler

Die bisher in Brennstoffzellenautos verwendeten Tanks speichern den Wasserstoff entweder als Gas bei einem Druck von bis zu 700 bar oder als Flüssigkeit bei Temperaturen von minus 253 Grad Celsius. Beide Varianten erfordern einen großen technischen Aufwand und kosten Energie. Ein Tank mit 75 Kilogramm Magnesiumpulver könnte hingegen mindestens 4 Kilogramm Wasserstoff speichern und damit ähnliche Reichweiten der Fahrzeuge ermöglichen, erklärt Gijs Schimmel von der Technischen Universität in Delft.


Ein solcher Magnesiumtank arbeitet mit Drücken von höchstens 10 bar, wäre also technisch viel einfacher zu handhaben als Druck- oder Kältetanks. Der kritische Punkt für einen möglichen Einsatz von Magnesiumtanks in Brennstoffzellenautos ist jedoch, dass für die Freisetzung des Wasserstoffs aus dem Pulver Temperaturen von mindestens 250 Grad nötig sind, da sonst die Reaktion zu langsam abläuft. Die bisher entwickelten Brennstoffzellenautos sind ausschließlich mit PEM-Brennstoffzellen ausgerüstet und arbeiten nur bei Temperaturen von 80 bis 90 Grad Celsius. Daher können sie die erforderlich Hitze nicht liefern.

Doch nach den Plänen der Entwickler von Brennstoffzellenautos wird es nicht bei diesen niedrigen Temperaturen bleiben: Forscher in aller Welt sind auf der Suche nach einer Membran, die Betriebstemperaturen von über 150 Grad Celsius ermöglicht, was eine ganze Reihe technischer Vorteile bringen würde. In einem solchen Fahrzeug könnten auch Magnesiumstanks eingesetzt werden, die mit der Abwärme der Zelle auf Temperatur gebracht werden, erklärt Gijs Schimmel. Da die Befüllung der Tanks zeitaufwändig ist, schlägt der Wissenschaftler ein Tauschsystem vor, bei dem der leere Tank im Auto ausgebaut und einfach gegen einen vollen ersetzt wird.

Ulrich Dewald | Initiative Brennstoffzelle
Weitere Informationen:
http://www.initiative-brennstoffzelle.de

Weitere Berichte zu: Brennstoffzellenauto Magnesiumpulver Wasserstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck
18.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

nachricht Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie
17.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics