Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aus Heidelberg auf der Hannover Messe: Batterien bald als Folien?

04.04.2001


Universität Heidelberg reicht neuartigen Hochleistungsakkumulator zur Patentanmeldung ein - Kunststoffähnliche Eigenschaften, geringes Gewicht und große Leistungsfähigkeit sollen neue Einsatzmöglichkeiten
erschließen - Das Prinzip wird erstmals auf der Hannover Messe vorgestellt (Halle 18, G 06)

Ein neuartiges "organisches" Material für die Speicherung von elektrischer Energie in wiederaufladbaren Batterien wurde von zwei Forschern der Universität Heidelberg, Volker Seifried und Professor Roland Krämer, entwickelt. Die Energie ist mehr als doppelt so dicht gepackt wie in herkömmlichen Nickel-Cadmium oder Nickel-Metallhydrid-Akkumulatoren, die Schwermetalloxide als Ladungsspeicher verwenden. Damit wird die gleiche Leistung bei halbem Gewicht erreicht, oder die doppelte Betriebsdauer bei gleichem Gewicht. Das Prinzip wird erstmals auf der Hannover Messe vom 23. bis 28. April 2001 vorgestellt (Halle 18, G 06).

Der aus Chinon, einer organischen Verbindung, bestehende Akkumulator ist einfach und kostengünstig herstellbar und zudem biologisch abbaubar und umweltfreundlich, da frei von giftigen Schwermetallen. Letztlich ist die Technologie sogar der Natur abgeschaut: Chinone sind die "Akkumulatoren" der menschlichen Zelle und haben dort die Funktion, Elektronen (die Träger der elektrischen Ladung) zu übertragen und zu speichern.

Industriepartner gesucht

Der Chinon-Akkumulator ist als deutsches Patent eingereicht - die europaweite Anmeldung in Vorbereitung - und wird im April 2001 auf der Hannover Messe präsentiert. Industriepartner werden als Lizenznehmer für die Weiterentwicklung im Hinblick auf Anwendungen gesucht, beispielsweise als Hochleistungsakkumulator in tragbaren elektronischen Geräten.

Ein entscheidender Vorteil des organischen Energieträgers ist die Möglichkeit, die Struktur zu variieren und dadurch das Material für spezielle Anforderungen maßzuschneidern. So arbeitet die Gruppe um Prof. Krämer zurzeit an der Herstellung von polymeren Chinonen mit kunststoffähnlichen Eigenschaften. Diese wären - zu formflexiblen Akkumulatorfolien verarbeitet - für Anwendungen im Mobile Computing von Interesse.

Rückfragen bitte an:
Prof. Dr. Roland Krämer, Volker Seifried
Anorganisch-Chemisches Institut der Universität Heidelberg
Tel. (Sekr.) 06221 548568, Fax 548439
Tel. (direkt) 06221 548438, Fax 548599 
roland.kraemer@urz.uni-heidelberg.de

Dr. Jörg Kraus, Technologietransfer der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542204, Fax 543599 
joerg.kraus@zuv.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz, Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317 
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw

Weitere Berichte zu: Batterie Hochleistungsakkumulator

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie
17.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

nachricht Rostocker Forscher testen neue Generation von Offshore-Windenergie-Anlagen
16.07.2018 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics