Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umwelt schützen - Grubengas nützen

11.10.2000


Das gigantische Tunnelsystem, das der Steinkohlebergbau in den letzten Jahrhunderten im Ruhrgebiet hinterlassen hat, ist nicht nur für Erdstürze wie Anfang des Jahres in Wattenscheid verantwortlich. Aus den stillgelegten Bergwerken entweichen zeit- und stellenweise pro Stunde bis zu 1 000 Kubikmeter Grubengas ein Gemisch aus Methan, Stickstoff und Kohlendioxid ungenutzt in die Atmosphäre. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese natürliche Energie zu nutzen. Zwei Pilotkraftwerke in Herne und Lünen arbeiten inzwischen reibungslos. Saugeinrichtungen fördern das Gas aus einem alten Schacht zu einem Blockheizkraftwerk, wo es zu Strom und Wärme umgewandelt wird. Bei diesem Prozess wird das Methan verbrannt; das weniger schädliche Kohlendioxid entsteht. Dadurch wird die Umwelt erheblich entlastet.

Würde das Gas von sämtlichen alten Bergwerken im Ruhrgebiet genutzt werden, so ständen schätzungsweise 120 Millionen Kubikmeter Methan entsprechend 1,2 Milliarden kWh für die Energiegewinnung pro Jahr zur Verfügung. Damit könnten etwa 66 500 Haushalte mit Energie versorgt werden. »Die Nutzung des Grubengases kann zwar keine Steinkohlekraftwerke ersetzen, die 800 Megawatt Leistung erbringen. Aber im Ruhrgebiet sind immerhin circa 50 Megawatt der sauberen Energie nutzbar«, erklärt Clemens Backhaus von UMSICHT. Die beiden Pilotanlagen in Herne und Lünen erzeugen momentan noch 500 bzw. 370 Kilowatt, das Herner Kraftwerk wird jedoch auf 1,5 Megawatt ausgebaut. Diese Art der Energiegewinnung bei gleichzeitiger Umweltentlastung ist auch von globalem Interesse, denn alte Bergwerke gibt es nicht nur in Deutschland. Allein in China schätzen Fachleute die Emission des Gases auf 20 Milliarden Kubikmeter im Jahr ein.

Unter dem Motto: »Potenziale nutzen Umwelt schützen« veranstaltet UMSICHT in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt am 9. und 10. Februar 2000 die Oberhausener Grubengas-Tage. Neben einer ausführlichen Einführung in die Thematik erhalten die Teilnehmer Erfahrungsberichte über die Planung und den Betrieb von Anlagen zur Grubengasgewinnung. Zum Schluss findet eine Exkursion zu den Blockheizkraftwerken von Herne und Lünen statt.

Ansprechpartner:



Dipl.-Ing. Clemens Backhaus
Telefon: 02 08/85 98-1 88

... mehr zu:
»Grubengas »Megawatt »Methan

Telefax: 02 08/85 98-2 90
E-Mail: ba@umsicht.fhg.de

Dipl.-Ing. Clemens Backhaus |

Weitere Berichte zu: Grubengas Megawatt Methan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Leistung effizient erzeugen – bei hohen Frequenzen, hohen Spannungen und mit kurzen Schaltzeiten
17.09.2019 | Forschungsverbund Berlin e.V.

nachricht Eine OLED-Pilotlinie stellt sich vor: Von PI-SCALE zu LYTEUS
12.09.2019 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte beschreiben aktuell im Fachjournal „Nature“, wie Nervenzellen des Gehirns mit aggressiven Glioblastomen in Verbindung treten und so das Tumorwachstum fördern / Mechanismus der Tumor-Aktivierung liefert Ansatzpunkte für klinische Studien

Nervenzellen geben ihre Signale über Synapsen – feine Zellausläufer mit Kontaktknöpfchen, die der nächsten Nervenzelle aufliegen – untereinander weiter....

Im Focus: Stevens team closes in on 'holy grail' of room temperature quantum computing chips

Photons interact on chip-based system with unprecedented efficiency

To process information, photons must interact. However, these tiny packets of light want nothing to do with each other, each passing by without altering the...

Im Focus: Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD), der Universität Hamburg und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) hat eine neue Methode entwickelt, um Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Sie macht es bedeutend einfacher, enzymatische Reaktionen auszulösen, da hierzu ein Cocktail aus kleinen Flüssigkeitsmengen und Proteinkristallen angewandt wird. Ab dem Zeitpunkt des Mischens werden die Proteinstrukturen in definierten Abständen bestimmt. Mit der dadurch entstehenden Zeitraffersequenz können nun die Bewegungen der biologischen Moleküle abgebildet werden.

Die Funktionen von Biomolekülen werden nicht nur durch ihre molekularen Strukturen, sondern auch durch deren Veränderungen bestimmt. Mittels der...

Im Focus: Happy hour for time-resolved crystallography

Researchers from the Department of Atomically Resolved Dynamics of the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter (MPSD) at the Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg, the University of Hamburg and the European Molecular Biology Laboratory (EMBL) outstation in the city have developed a new method to watch biomolecules at work. This method dramatically simplifies starting enzymatic reactions by mixing a cocktail of small amounts of liquids with protein crystals. Determination of the protein structures at different times after mixing can be assembled into a time-lapse sequence that shows the molecular foundations of biology.

The functions of biomolecules are determined by their motions and structural changes. Yet it is a formidable challenge to understand these dynamic motions.

Im Focus: Modulare OLED-Leuchtstreifen

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP, ein Anbieter von Forschung und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik, stellt auf dem International Symposium on Automotive Lighting 2019 (ISAL), vom 23. bis 25. September 2019, in Darmstadt, am Stand Nr. 37 erstmals OLED-Leuchtstreifen beliebiger Länge mit Zusatzfunktionalitäten vor.

Leuchtstreifen für das Innenraumdesign kennt inzwischen nahezu jeder. LED-Streifen sind als Meterware im Baumarkt um die Ecke erhältlich und ebenso oft als...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Woher kommt der Nordsee-Plastikmüll

18.09.2019 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - November 2019

18.09.2019 | Veranstaltungen

Sichere Schnittstellen: API-Security

18.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln "Landkarte" für Krebswachstum

19.09.2019 | Medizin Gesundheit

Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

19.09.2019 | Biowissenschaften Chemie

Räume voller Möglichkeiten für Innovationen

19.09.2019 | Interdisziplinäre Forschung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics