Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Kraft und Wärme gekoppelt erzeugen: Bundesverband in Vorbereitung

31.07.2000


Eine Initiative zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) startet jetzt das Fachgebiet Energietechnik der Mercator-Universität Duisburg. Auf Einladung von Prof. Volker Sperlich trafen sich kürzlich 26 Experten zu
einem ersten Gedankenaustausch in der Universität, um die Gründung eines Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK) vorzubereiten.

Die plötzlich hereinbrechenden Wirbelstürme der vergangenen Monate werfen die Frage auf, ob dies bereits Vorboten einer weltweiten Klimakatastrophe sind, oder ob sie wie Überschwemmungen, Dürren und abschmelzende Gletscher auf natürliche Temperaturschwankungen zurückgehen.

Nötig ist auf jeden Fall eine Senkung des Treibhausgasausstoßes, beispielsweise durch verstärkten Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung KWK. Dieses rationelle Verfahren nutzt den Brennstoff erheblich besser aus, denn bei der KWK wird die Wärme, die bei der Stromproduktion sowieso anfällt, nicht an die Atmosphäre abgegeben, sondern für Heizaufgaben genutzt.

Eine Initiative zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) startet jetzt das Fachgebiet Energietechnik der Mercator-Universität Duisburg. Auf Einladung von Prof. Volker Sperlich trafen sich kürzlich 26 Experten zu einem ersten Gedankenaustausch in der Universität, um die Gründung eines Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK) vorzubereiten.

Widerstand gegen Abbau statt Ausbau

Prof. Sperlich: "In der Energiewirtschaft liegt noch ein erhebliches Potenzial zur Einsparung von Primärenergie, der auch den Kohlendioxidausstoß deutlich senken würde. Dazu ist es notwendig, die regenerativen Energien auszubauen und Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung verstärkt einzusetzen. Fakt ist jedoch, dass genau das Gegenteil davon zur Zeit geschieht."

Der KWK-Anteil müsste verdoppelt werden, um die bereits zugesagte freiwillige CO2-Emissionsminderung von 25 vH bis 2005 (bezogen auf 1990) erreichen zu können. Stattdessen geht die Installation von KWK-Neuanlagen bereits seit zwei Jahren dramatisch zurück. 500 Megawatt der industriellen KWK-Kapazität wurden bereits stillgelegt und weitere Anlagen werden folgen.

Auch kommunale Anlagen sind in ihrer Existenz bedroht. Seit 1998 wurden 15 Prozent der Anlagen stillgelegt. Verursacht wird diese Entwicklung durch die im liberalisierten Strommarkt stark gefallenen Preise für Großkunden. Konsequenzen dieser Entwicklung werden deshalb Arbeitsplatzabbau und Know-how-Verlust sein.

Prof. Sperlich: "Um die Kräfte für den Erhalt und Ausbau der KWK zu bündeln und zu stärken, ist die Gründung eines Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK) noch in diesem Jahr geplant." Es wird angestrebt, das weite Themenfeld der KWK auch durch die Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft eines solchen Verbandes zu repräsentieren.

Weitere Infos:
Dipl.-Phys.Ing. Othmar Verheyen, Energietechnik,
Tel: 0203 - 379 2921, verheyen@uni-duisburg.de
Internet: http://www.uni-duisburg.de/FB7/FG02

M.A. Beate Kostka |

Weitere Berichte zu: BKWK Energietechnik KWK Kraft-Wärme-Kopplung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht UV-Licht gegen störenden Unterwasserbewuchs – Innovatives Antifouling-System des IOW jetzt reif für Serienproduktion
28.02.2020 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Mikro-Überlebenskünstler: Archaeen bewältigen biologische Methanisierung trotz Asche und Teer
27.02.2020 | Deutsches Biomasseforschungszentrum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wiegende Halme auf der Handwerksmesse München

Talente-Sonderschau: Architekturstudenten der HTWK Leipzig zeigen filigrane Skulptur aus Strohhalmen – dahinter steckt eine Konstruktionsidee für organisch gekrümmte Fassaden

Swaying Straws (Wiegende Halme) heißt die Skulptur, die die zwei Architekturstudenten Fabian Eidner und Theodor Reinhardt von der Hochschule für Technik,...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Asteroid in eiserner Rüstung

28.02.2020 | Geowissenschaften

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

UV-Licht gegen störenden Unterwasserbewuchs – Innovatives Antifouling-System des IOW jetzt reif für Serienproduktion

28.02.2020 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics