Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasserstoff als Energiequelle auf dem Vormarsch

22.01.2004


Eine neue Plattform mit dem Titel "European hydrogen and fuel cell technology platform" (Europäische Plattform für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie), die vom Präsidenten der Europäischen Kommission Romano Prodi, Vizepräsidentin und EU-Kommissarin für Energie und Verkehr Loyola de Palacio und EU-Forschungskommissar Philippe Busquin gefördert wird, hat am 20. und 21. Januar ihr erstes Treffen in Brüssel abgehalten.



Die Plattform soll dazu dienen, eine Strategie für die EU zu entwickeln, mit der sie ihre auf fossilen Brennstoffen basierte Wirtschaft auf eine auf Wasserstoff basierte umstellen kann. Die Plattform wurde eingerichtet, nachdem eine EU-Expertengruppe in einem Bericht darauf hingewiesen hatte, dass die EU ihre derzeit begrenzten eigenen Energieressourcen erweitern müsse, um mit dem steigenden Bedarf Schritt halten zu können. Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie könnten bei künftigen nachhaltigen Energiesystemen eine wichtige Rolle spielen und dazu beitragen, die Sicherheit der Energieversorgung in Europa und die Luftqualität zu verbessern sowie den Klimawandel einzudämmen.



Zur Ergänzung dieser neuen Plattform und im Rahmen der "europäischen Growth-Initiative" wurde ein Wasserstoff- und Brennstoffzellenprogramm in die Quickstart-Liste für Verkehrs- und Forschungsprojekte aufgenommen, die Prodi Ende 2003 aufgestellt hatte.

"Bei dem gegenwärtigen Tempo wird sich die Abhängigkeit Europas von Ölimporten voraussichtlich von derzeit etwa 50 Prozent auf 70 Prozent oder mehr bis 2025 erhöhen. Diese Trends sind einfach unhaltbar", so Prodi. "Wir müssen jetzt handeln, um diesen Trends entgegenzuwirken. Unser Ziel ist eine voll integrierte Wasserstoff-Wirtschaft bis Mitte des Jahrhunderts, die auf erneuerbaren Energiequellen basiert. Diese Bemühungen werden nur dann erfolgreich sein, wenn nationale und europäische Ressourcen sowohl auf öffentlicher als auch auf privater Ebene koordiniert vereint werden. Deshalb rufen wir die europäische Partnerschaft für die Wasserstoff-Wirtschaft ins Leben."

Derzeit gibt es keinen koordinierten technologischen Ansatz in diesem Bereich. Vielmehr überlappen sich die Aktivitäten. Deshalb hofft man, dass durch die neue Plattform eine umfassende und ehrgeizige europaweite Strategie für den Einsatz von Wasserstoff und Brennstoffzellen entwickelt wird. Ziel ist die Entwicklung der EU zu einem weltweit führenden Anbieter und Nutzer von Wasserstofftechnologien.

Der Vorteil von Wasserstoff besteht darin, dass er aus einer Vielzahl erneuerbarer Primärenergiequellen wie Wind, Biomasse und Sonnenenergie gewonnen werden kann. Er würde letztendlich allmählich fossile Energie vor allem Erdöl in vielen Bereichen ersetzen. Darüber hinaus könnten Brennstoffzellen potenziell die Art und Weise, wie wir Energie erzeugen und verbrauchen, radikal verändern.

Die Europäische Union war sich bereits 1988 der Bedeutung der Forschung im Bereich Brennstoffzellen bewusst und stellte dafür damals acht Millionen Euro für einen Zeitraum von vier Jahren bereit. Die bereitgestellten Mittel für Brennstoffzellenforschung sind inzwischen enorm gestiegen, und man geht davon aus, dass etwa 300 Millionen Euro zu diesem Zweck unter dem RP6 eingesetzt werden.

Im November 2003 startete die Kommission die europäische Initiative für Wachstum (Growth), um die Konjunkturerholung in der EU zu beschleunigen. Teil der Initiative ist das Quickstart-Programm, das ein 10-jähriges Programm für Forschung im Bereich Wasserstoff einschließlich Erzeugung und Verbrauch von Energie aus Wasserstoff vorsieht. Für dieses Programm, das von Mitgliedstaaten auf höchster politischer Ebene unterstützt wird, werden insgesamt etwa 2,8 Milliarden Euro öffentliche und private Mittel bereitgestellt. Die europäische Plattform für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie ist Bestandteil dieser Initiative.

| cn
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:21474&TBL=DE_NEWS
http://europa.eu.int/comm/research/energy/nn/nn_rt_htp1_en.html
http://europa.eu.int/comm/commissioners/prodi/pdf/growth_initiative_en.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck
18.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

nachricht Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie
17.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics