Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationales Konsortium entwickelt 100-Tonnen-Brennstoffzellen-Lok

18.08.2003


109 Tonnen schwer, kraftvolle 1 Megawatt Leistung: Das sind die beeindruckenden technischen Daten einer brennstoffzellengetriebenen Güterzuglokomotive, die ein internationales Konsortium in den kommenden drei bis vier Jahren auf die Schiene bringen will. Es wird das größte und stärkste Brennstoffzellen-Fahrzeug sein, das je gebaut wurde.


Brennstoffzelle statt Dieselmotor: Die mehr als hundert Tonnen schwere Lok der US-Armee soll in den kommenden Jahren mit der Zukunftstechnik ausgerüstet werden. Foto: Fuel Cell Propulsion Institute



Beteiligt an dem Projekt sind amerikanische und kanadische Unternehmen, aber auch die europäischen PEM-Brennstoffzellenhersteller Nuvera Fuel Cells (Mailand) und Intelligent Energy (London). Federführend wird die mit dem Fuel Cell Propulsion Institute im US-amerikanischen Denver verbundene Dachorganisation Vehicle Project LLC sein. Zu den Projektpartnern gehört auch die US-Armee, die eine ihrer schweren Dieselloks auf den Antrieb mit Brennstoffzellenstacks umrüsten wird.

... mehr zu:
»Cell »Fuel »Propulsion


Völlig offen ist noch, welcher Treibstoff in dem Zugfahrzeug zum Einsatz kommen soll. Die mehr als zwanzig Projektpartner ziehen Wasserstoff, Methanol, flüssiges Ammoniak, sowie Kohlenwasserstoffe wie Benzin oder Diesel in Betracht. Angedacht wird auch die Herstellung von Treibstoff aus erneuerbaren Energien. Obwohl bislang nur Hersteller von PEM-Brennstoffzellen im Boot sind, wird zunächst der Einsatz aller Brennstoffzellentypen bis hin zur Hochtemperaturbrennstoffzelle erwogen.

Die technischen Grundlagen sollen in der bereits angelaufenen ersten Phase des Projekts festgelegt werden, die bis März 2004 andauert und für die Kosten von rund 1 Million US-Dollar veranschlagt sind. Es folgen in den weiteren Phasen der Bau der Brennstoffzellensysteme und der gesamten Peripherie, beispielsweise für die Speicherung des Kraftstoffs und seine Reformierung, der Einbau in die Lokomotive und schließlich deren Test auf dem amerikanischen Schienennetz. Insgesamt soll das Projekt rund 12 Millionen US-Dollar kosten.

Das Fuel Cell Propulsion Institute hat bereits eine kleine Testlok für den Bergbau untertage auf die Schiene gebracht. Mit diesem Fahrzeug gehört das Institut zu den wenigen Forschungsstellen weltweit, die sich mit brennstoffzellengetriebenen Schienenfahrzeugen befassen. Denn während die Zahl der Prototypen bei Autos und Bussen stetig wächst, steht die Entwicklung bei den Bahnen noch am Anfang. Ein Grund für die bisherige Zurückhaltung der Entwickler ist, dass Brennstoffzellen ihre Vorteile im Zugverkehr nur schlecht ausspielen können: Lokomotiven fahren meist entweder unter Volllast oder im Leerlauf. Ein Betrieb unter Teillast kommt vergleichsweise selten vor. Doch gerade in diesem Bereich arbeiten Brennstoffzellen besonders effizient.

Ulrich Dewald | Initiative Brennstoffzelle

Weitere Berichte zu: Cell Fuel Propulsion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Optimierungspotenziale bei Kaminöfen
21.09.2018 | Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ)

nachricht Using hydrogen, methane and methanol to reduce CO2 emissions
19.09.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics