Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magnetsensor, der sich nicht stören lässt

05.06.2008
Ein neuartiger Magnetsensor erkennt erstmals winzige Schwankungen eines kleinen Magnetfelds – auch wenn ein großer Magnet danebensteht. Der Sensor lässt sich daher auch dort einsetzen, wo Stromkabel ein Störfeld erzeugen – zum Beispiel im Außenspiegel eines Autos.

Feinfühlig registrieren Sensoren geringste Temperaturschwankungen, kleinste Änderungen eines Magnetfelds oder minimale Luftströmungen. In einigen Fällen sind der Feinfühligkeit allerdings Grenzen gesetzt – etwa wenn ein Sensor eine kleine Magnetfeldschwankung dort registrieren soll, wo bereits ein starkes Magnetfeld vorhanden ist.

Ein Beispiel sind Sensoren im Autospiegel: Bei einem Fahrerwechsel müssen Sitz und Spiegel meist neu eingestellt werden. Einfacher wäre es, Sitz- und Spiegelpositionen für jeden Fahrer zu speichern. Über einen kleinen Chip im Schlüssel oder eine entsprechende Taste auf dem Armaturenbrett kann der Fahrer diese mit einem einzigen Knopfdruck in die richtige Position bringen.

Im Spiegel und im Sitz befindet sich je ein kleiner Magnet, dessen Position ein Magnetsensor ermittelt und über den der Spiegel genau eingestellt werden kann. Das Problem dabei: Die Stromkabel, die die Spiegelheizung und den Schrittmotor versorgen, erzeugen ein Magnetfeld. Der Sensor sieht also nicht nur das Feld, das vom Magneten ausgeht, sondern auch das der Stromkabel – er erhält ein falsches Ergebnis. Bislang müssen solche Magnetfeldsensoren daher teuer und aufwendig abgeschirmt werden.

... mehr zu:
»Magnet »Magnetfeld »Magnetsensor »Sensor

Ein neuartiger integrierter 3-D-Magnetfeldsensor des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen kommt ohne Abschirmung aus. In einer Pixelzelle haben die Forscher mehrere Sensoren so angeordnet, dass sie alle drei Komponenten des Magnetfelds an einem Ort messen können. Bringt man zwei dieser Pixelzellen auf einem Chip an, misst der Sensor nicht nur das Magnetfeld als solches, sondern auch, wie es sich räumlich verändert. »Mit diesem Sensor können wir erstmals magnetische Störfelder als solche erkennen und sie vom Nutzfeld separieren. Der Sensor funktioniert selbst dann noch fehlerfrei, wenn das Störfeld deutlich größer ist als das Nutzfeld«, sagt Dr. Hans-Peter Hohe, Gruppenleiter am IIS. »Abschirmungen sind daher überflüssig.«

Ein weiterer Vorteil der Sensoren: Sie eignen sich für Hochtemperatur-Anwendungen bis etwa 150 Grad Celsius und lassen sich daher beispielsweise auch im Motorraum einsetzen. Die Sensoren sind bereits geprüft und so weit entwickelt, dass sie industriell eingesetzt werden können. Um eine Serienproduktion zu erleichtern, haben die Forscher zur Herstellung kostengünstige Standard-CMOS-Techniken verwendet.

Klaus-Dieter Taschka | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iis.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Magnet Magnetfeld Magnetsensor Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Gleichstrom für die Fabrik der Zukunft
06.12.2019 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus
05.12.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

RNA-Modifikation - Umbau unter Druck

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Der Versteppung vorbeugen

06.12.2019 | Geowissenschaften

Verstopfung in Abwehrzellen löst Entzündung aus

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics