Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frachtschiff mit Zugdrachen spart Treibstoff

25.01.2008
Prototyp-Schiff Beluga SkySails auf Jungfernfahrt

Das Hamburger Unternehmen SkySails hat neue Lösungen zur Treibstoffeinsparung bei Schiffen gesucht und ist auf die Idee gekommen, Zugdrachen für Frachtschiffe zu konzipieren. Nun ist das erste Schiff, das mit dem System ausgestattet wurde, zu seiner Jungfernfahrt nach Südamerika aufgebrochen. Auf den ersten Blick sieht die MS "Beluga SkySails" wie ein ganz normales Frachtschiff aus. Auf hoher See hingegen unterscheidet sie sich von anderen Schiffen deutlich, denn vorgespannt ist ein 160 Quadratmeter großer Zugdrachen, der das Gefährt durch den Ozean zieht.


MS Beluga SkySail auf Testfahrt in der Nordsee. Das 120 Meter lange Frachtschiff, das derzeit auf der Jungfernfahrt nach Venezuela unterwegs ist, verfügt über einen 160 Quadratmeter großen Zugdrachen. Copyright: Beluga Group- www.beluga-group.com

Nicht nur zu Lande und in der Luft ist das Treibstoffsparen ein Thema geworden, sondern auch auf den Weltmeeren. Einerseits geht es um eine mögliche Reduktion der Kosten, andererseits um eine Verringerung der Emissionen. Die kommerzielle Schifffahrt ist erst vor kurzem auch als großer Emittent entlarvt worden. Vier Prozent der globalen CO2-Produktion stammen von Schiffen (pressetext berichtete http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=071109024 ). Das ist mehr als alle Flugzeuge der Welt produzieren.

"Am 18. Jänner ist die 'MS Beluga SkySails' das erste Mal in der Nordsee bei Bremerhaven in See gestochen. Bei schwachem Wind unterstützt das Segel mit ca. fünf Tonnen Zugkraft die Hauptantriebsmaschine des 132 Meter langen Mehrzweck-Schwergutfrachters", so Verena Frank, Projektleiterin von SkySails bei Beluga Shipping http://www.beluga-group.com , gegenüber pressetext. Vor zwei Tagen ist das Schiff mit 10.000 Frachttonnen beladen Richtung Venezuela aufgebrochen. "Auf der Jungfernfahrt sollen erste Erfahrungen mit dem neuen System gesammelt werden", so Frank. "Wir wollen mit dem Schiff deutlich machen, dass man Wirtschaftlichkeit und Ökologie gut miteinander verknüpfen kann."

... mehr zu:
»Frachtschiff »Zugdrachen

Auch bei der "Beluga SkySails" ist die Erwartung des innovativen Antriebssystems groß, bestätigt Frank. Es gehe nicht darum die Höchstgeschwindigkeit des Schiffes zu steigern, sondern bei Beibehaltung von 15,5 Knoten Geschwindigkeit die Hauptmaschine zu entlasten und damit Diesel zu sparen. "Zwischen zehn und 35 Prozent der Treibstoffkosten können eingespart werden. Das sind etwa 1.500 Dollar pro Tag", so Frank. Theoretisch könne man fast jedes Schiff mit dem Zugdrachen nachrüsten. Ausnahmen bilden lediglich Riesenfrachter mit zu großer Tonnage. "Die Kosten für das gesamte System belaufen sich inklusive Teleskopmast, Steuerung und Segel auf rund 500.000 Euro. "Nach drei bis fünf Jahren haben sich die Kosten amortisiert", schätzt Frank. Bei der Beluga wird im Laufe des Jahres der Zugdrache durch einen doppelt so großen ersetzt. "Damit nichts schief gehen kann, haben wir drei Ersatzdrachen an Bord." Ein Drache mit 160 Quadratmetern Fläche wiegt rund 40 Kilogramm.

"Mit der Jungfernfahrt beginnt die Praxiserprobung des SkySails-Systems. In den kommenden Monaten können wir nun endlich beweisen, dass unsere Technologie auch in der Praxis funktioniert und deutlich Öl sowie Emissionen einspart", meint Stephan Wrage, Geschäftsführender Gesellschafter von SkySails. Parallel zur Erprobung auf der "Beluga SkySails" wird die SkySails-Technologie auf weiteren Schiffen zur Serienreife entwickelt. "Sicher wird der Alltag auf See noch viele Herausforderungen für SkySails mit sich bringen. So gilt es nun insbesondere die Handhabbarkeit und Robustheit des Systems auf das von unseren Kunden geforderte Niveau zu heben", meint Stephan Brabeck, Technischer Geschäftsführer von SkySails.

In wenigen Tagen wird die Beluga SkySails auf dem Weg nach Venezuela bei den Azoren den Atlantik überqueren. Dann wird sich zeigen, welches Potenzial diese Zugdrachen tatsächlich besitzen. Wenn das Projekt erfolgreich verläuft, will man die Größe der Zugdrachen sogar auf 5.000 Quadratmeter vergrößern.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.skysails.info

Weitere Berichte zu: Frachtschiff Zugdrachen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Gleichstrom für die Fabrik der Zukunft
06.12.2019 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus
05.12.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochgeladenes Ion bahnt den Weg zu neuer Physik

In einer experimentell-theoretischen Gemeinschaftsarbeit hat am Heidelberger MPI für Kernphysik ein internationales Physiker-Team erstmals eine Orbitalkreuzung im hochgeladenen Ion Pr9+ nachgewiesen. Mittels einer Elektronenstrahl-Ionenfalle haben sie optische Spektren aufgenommen und anhand von Atomstrukturrechnungen analysiert. Ein hierfür erwarteter Übergang von nHz-Breite wurde identifiziert und seine Energie mit hoher Präzision bestimmt. Die Theorie sagt für diese „Uhrenlinie“ eine sehr große Empfindlichkeit auf neue Physik und zugleich eine extrem geringe Anfälligkeit gegenüber externen Störungen voraus, was sie zu einem einzigartigen Kandidaten zukünftiger Präzisionsstudien macht.

Laserspektroskopie neutraler Atome und einfach geladener Ionen hat während der vergangenen Jahrzehnte Dank einer Serie technologischer Fortschritte eine...

Im Focus: Highly charged ion paves the way towards new physics

In a joint experimental and theoretical work performed at the Heidelberg Max Planck Institute for Nuclear Physics, an international team of physicists detected for the first time an orbital crossing in the highly charged ion Pr⁹⁺. Optical spectra were recorded employing an electron beam ion trap and analysed with the aid of atomic structure calculations. A proposed nHz-wide transition has been identified and its energy was determined with high precision. Theory predicts a very high sensitivity to new physics and extremely low susceptibility to external perturbations for this “clock line” making it a unique candidate for proposed precision studies.

Laser spectroscopy of neutral atoms and singly charged ions has reached astonishing precision by merit of a chain of technological advances during the past...

Im Focus: Ultrafast stimulated emission microscopy of single nanocrystals in Science

The ability to investigate the dynamics of single particle at the nano-scale and femtosecond level remained an unfathomed dream for years. It was not until the dawn of the 21st century that nanotechnology and femtoscience gradually merged together and the first ultrafast microscopy of individual quantum dots (QDs) and molecules was accomplished.

Ultrafast microscopy studies entirely rely on detecting nanoparticles or single molecules with luminescence techniques, which require efficient emitters to...

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kein Seemannsgarn: Hochseeschifffahrt soll schadstoffärmer werden

11.12.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Vernetzte Produktion in Echtzeit: Deutsch-schwedisches Testbed geht in die zweite Phase

11.12.2019 | Informationstechnologie

Verbesserte Architekturgläser durch Plasmabehandlung – Reinigung, Vorbehandlung & Haftungssteigerung

11.12.2019 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics