Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mut zur Lücke

19.12.2007
Das Ferdinand-Braun-Institut (FBH) und das Institut für Kristallzüchtung (IKZ) stehen im Zentrum eines neuen Netzwerks, das sich mit der Erforschung der Halbleiter Aluminiumnitrid (AlN) und Aluminium-Galliumnitrid (AlGaN) befasst. Das sind Materialien, die eine große Bandlücke aufweisen. Der Name des Projektes lautet "Leibniz WideBaSe Research", WideBaSe steht für Wide Bandgap Semiconductors.

Forscher sprechen von Bandlücke (bandgap) bei der Betrachtung der Bahnen ("Energieniveaus" oder "Bänder") von Elektronen, die um die Atomkerne kreisen. Es gibt dabei nur bestimmte erlaubte Niveaus, dazwischen können sich Elektronen nicht aufhalten - sie müssen auf das nächsthöhere oder -niedrigere Niveau springen.

Die Bandlücke bestimmt dadurch die elektronischen und optischen Eigenschaften von Halbleitern. "Wir interessieren uns für Aluminiumnitrid und Aluminium-Galliumnitrid, weil die Elektronen beim Springen extrem kurzwelliges Licht aussenden", erläutert Dr. Markus Weyers vom FBH. Die Materialien eignen sich daher für Leuchtdioden im ultravioletten Bereich (UV) und auch für Leistungselektronik. Das Problem bei UV-LEDs ist, dass die Lichtausbeute derzeit noch sehr gering ist. "Das liegt an der Kristallqualität und den Herstellungsbedingungen", sagt Weyers. Bislang müsse AlN noch auf anderen Materialien, etwa Saphir oder Siliziumkarbid (SiC), wachsen. Das sei nicht ideal und führe zu Fehlern in der Kristallstruktur. Das Institut für Kristallzüchtung soll nun versuchen, kristallines AlN als Wafer herzustellen. Am FBH dagegen geht es um das Schichtenwachstum (Epitaxie) sowohl von AlN als auch von AlGaN. Auch hier streben die Forscher die höchstmögliche Perfektion der Kristalle an.

Das Netzwerk, welches FBH und IKZ gemeinsam aufbauen wollen, wird finanziert über Mittel aus der Hightechstrategie des Bundesforschungsministeriums. In einem Wettbewerbsverfahren, das die Leibniz- Gemeinschaft für die eigenen Institute organisiert hatte, setzten sich die beiden Verbund-Institute mit ihrem Antrag durch. Insgesamt waren 10 Millionen Euro über die Leibniz-Gemeinschaft zu vergeben gewesen.

... mehr zu:
»AlN »Bandlücke »FBH

"Das eingeworbene Projekt passt ausgezeichnet in unsere Strategie", sagt Prof. Günther Tränkle, Direktor des FBH. Denn Licht-Emitter aus Galliumnitrid werden unter anderem auch in einem neuen Sonderforschungsbereich (Sfb) erforscht, an dem das FBH ebenfalls beteiligt ist. Noch ein strategisches Element kommt hinzu: "Wir planen, einen regionalen Wachstumskern zu etablieren", berichtet Tränkle. Dies ist ebenfalls ein Förderinstrument des Bundes, dazu bedarf es jedoch eines Konsortiums mit federführender Industriebeteiligung. Und die fehlt in der Region. "Noch", fügt Tränkle hinzu. Er ist zuversichtlich, dass die jetzt begonnene Vernetzung zu Industriebeteiligung in Form einer Reihe von kleineren Unternehmen aus Berlin führen wird.

Ansprechpartner:
Petra Immerz 030-6392 2626 (immerz@fbh-Berlin.de)
Dieser Text ist in der aktuellen Ausgabe des Verbundjournals erschienen. Das Heft kann in der Pressestelle des Forschungsverbundes Berlin angefordert werden. Es ist als PDF im Netz verfügbar: http://www.fv-berlin.de/images/verbundjournal/verbund72.pdf

Josef Zens | idw
Weitere Informationen:
http://www.fv-berlin.de/images/verbundjournal/verbund72.pdf

Weitere Berichte zu: AlN Bandlücke FBH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Gleichstrom für die Fabrik der Zukunft
06.12.2019 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus
05.12.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Was Vogelgrippe in menschlichen Zellen behindert

10.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Schäden im Leichtbau erkennen durch Ultraschallsensoren

10.12.2019 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics