Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste Zündung der weltgrößten Gasturbine

18.12.2007
Die weltweit größte Gasturbine steht unmittelbar vor ihrer ersten Zündung: Am Donnerstag wird die Turbine im Testkraftwerk in Irsching bei Ingolstadt erstmals in Betrieb genommen.

Der 444 Tonnen schwere Koloss ist der erste Vertreter einer neuen Kraftwerksgeneration von Siemens, die Strom mit noch höherer Effizienz und damit umweltfreundlicher erzeugt. Die Turbine leistet 340 Megawatt und damit so viel wie 13 Jumbojet-Triebwerke; eine einzige Turbinenschaufel nimmt es mit der Leistung von zehn Porsche 911 auf.


Leistungsstärkste Gasturbine für Kraftwerk Irsching

Mit der späteren Erweiterung auf 530 Megawatt in Kombination mit einer nachgeschalteten Dampfturbine soll sie auf den Weltrekord-Wirkungsgrad von 60 Prozent kommen. Ein solches GuD-Kraftwerk könnte eine Stadt mit drei Millionen Einwohnern mit Strom versorgen. Die Steigerung des Wirkungsgrads um zwei Prozentpunkte – bisher sind maximal 58 Prozent möglich – verringert den Schadstoffausstoß um jährlich rund 40.000 Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht den Abgasen von knapp 10.000 VW Golf bei einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 Kilometern.

In einer GuD-Anlage strömt ein heißes Gas-Luftgemisch durch die Gasturbine und treibt diese an, danach erhitzt das Abgas Wasser, das verdampft und eine Dampfturbine antreibt. Generatoren wandeln die mechanische Energie jeweils in elektrischen Strom. Der Schlüssel für den hohen Wirkungsgrad sind höchste Feuerungs- und Abgastemperaturen. Am ersten Turbinenkranz erreichen sie deutlich über 1.500 Grad Celsius, nahe am Schmelzpunkt von Eisen.

Auch die Form der Turbinenschaufeln spielt eine große Rolle. Dazu entwickelten die Spezialisten der Siemens-Kraftwerkssparte neue, hochtemperaturbeständige und gleichzeitig hochfeste Turbinenschaufelmaterialien sowie neue Brenner- und Brennkammertechnologien. Die Gasturbine ist im Betrieb besonders flexibel. Sie hat eine kürzere Anfahrzeit und ermöglicht schnellere Laständerungen. Dies wird durch eine Kühltechnik erreicht, die ausschließlich auf Luft basiert. Luft ist immer und sofort verfügbar – im Gegensatz zu der wesentlich komplexeren Dampfkühlung.

Die neue Turbine wurde in 22 Monaten im Gasturbinenwerk in Berlin zusammengebaut. Der Transport nach Irsching erfolgte im Sommer per Schiff und die letzten Kilometer zum Teil über Nacht auf einem Speziallastwagen. An der Entwicklung waren mehr als 500 Mitarbeiter beteiligt. Die Turbine soll jetzt 18 Monate ausgiebig unter realen Bedingungen getestet, anschließend zu einem GuD-Kraftwerk erweitert und 2011 an den Kunden E.ON Energie übergeben werden.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Gasturbine GuD-Kraftwerk Turbine Turbinenschaufel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht KIT erprobt Sektorenkopplung im Reallabor
15.04.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Projektstart: Scale-up und Formgebung von Katalysatoren für Brennstoffzellen
12.04.2019 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics