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Ausdauertraining für E-Mobile: RUB-Forscher machen fit für die Langstrecke

09.08.2012
Im Grunde sollte es längst beim Marathon starten, doch noch bevorzugt das Elektromobil die Kurzstrecke. Denn dem Hoffnungsträger zukünftiger Verkehrs- und Energiekonzepte fehlt einfach die nötige Ausdauer.
Forscher der Arbeitsgruppe für Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik (Prof. Dr.-Ing. Constantinos Sourkounis) der Ruhr-Universität Bochum untersuchen derzeit gemeinsam mit der Adam Opel AG und der Delphi Deutschland GmbH die Langstreckentauglichkeit der Elektromobilität.

Vielversprechende Mittel gegen Kurzatmigkeit

„Wir testen verschiedene vorhandene Technologien, um das Reichweitenproblem in der praktischen Anwendung zu überwinden“, so Prof. Sourkounis. Dabei geht es neben technischen Aspekten auch um sozioökonomische Gesichtspunkte, etwa die Technologieakzeptanz potenzieller Käufer. Bislang fährt ein Elektromobil durchschnittlich etwa 120 km (im Sommer), bis sein Akku leer ist. Die dann notwendige Aufladezeit ist mit bis zu acht Stunden deutlich länger als vom klassischen Tankstopp gewohnt. Vielversprechende Mittel gegen diese Form der Kurzatmigkeit gibt es zwar, doch sie sind bislang nur unzureichend erprobt.
Energieeffizienz und verlängerte Reichweite

„Zum einen wollen wir die Energieeffizienz der Fahrzeuge untersuchen und verbessern“, so Prof. Sourkounis. Das Hauptaugenmerk liege dabei auf der Energierückgewinnung beim Bremsen, der so genannten „Rekuperation“, und dem intelligenten Management der Nebenaggregate. Außerdem nehmen die Bochumer Wissenschaftler Fahrzeuge mit Range-Extender-Antrieb unter die Lupe. Zum Einsatz kommt hier der Opel Ampera, der mit seiner verlängerten Reichweite im Alltag von vielfahrenden Dienstleistern und Mittelstrecken-Pendlern eine wichtige Rolle einnehmen könnte.

Neue Infrastruktur mit Schnellladestationen

Einen weiteren Schwerpunkt des Projekts bildet die Untersuchung von schnellladefähigen Fahrzeugen. „Geplant ist der Aufbau einer umfangreichen Infrastruktur mit acht Schnellladestationen in Bochum und Umgebung“, so Prof. Sourkounis. Von großem Interesse ist dabei auch die Beobachtung der Rückwirkungen auf die lokalen Energieversorgungsnetze. Für die nächsten Monate sei die systematische Erfassung des alltäglichen Fahrverhaltens von 350 Testfahrern geplant, zur Verfügung stehe eine Projektflotte mit insgesamt 30 Elektroautos.

BMVBS-Förderung über 27 Monate

Kooperationspartner der RUB-Forscher sind neben der Adam Opel AG und der Delphi Deutschland GmbH auch der Opel-Händlerbetrieb Franz Rüschkamp GmbH & Co. KG, die GLS Gemeinschaftsbank eG, die Stadtwerke Bochum GmbH und die USB Umweltservice Bochum GmbH. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) fördert das Projekt „Innovationen für eine nachhaltige Mobilität, Elektromobilität: Alltagstauglichkeit von Elektromobilität – Langstreckeneignung und –akzeptanz“, kurz „Langstrecken-Elektromobilität (LEM)“ seit März 2012 über einen Zeitraum von 27 Monaten.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Constantinos Sourkounis, Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB, Tel. 0234/32-23956, office@enesys.rub.de

Meike Klinck, Marketing und Public Relations, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB, Tel. 0234/32-22720, meike.klinck@rub.de,
Angeklickt

Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik:
http://www.enesys.rub.de/

Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB:
http://www.ei.rub.de/

Redaktion: Jens Wylkop

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.enesys.rub.de/
http://www.ei.rub.de/

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