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Zum Abschluss der CeBIT 2006 Hannover: Trends und Themen der CeBIT 2006

16.03.2006


Die CeBIT 2006 bot wieder eine Vielzahl innovativer Lösungen. Zu den Besuchermagneten gehörten breitbandige Internetzugänge für mobile Nutzer, hochauflösendes Fernsehen und Video, die Integration von Telekommunikations- und Informationsdiensten durch Triple Play, neue RFID-Anwendungen sowie Services und Produkte im Bereich der IT-Sicherheit.



Business Processes



Ein Schwerpunktthema im Bereich ’Business Processes’ war das Information Management. Anbieter aus Bereichen wie Dokumenten­management, Business Intelligence, Enterprise Information Integration und Wissensmanagement zeigten hier praxiserprobte Lösungen für zahlreiche Anwendungsbereiche. Dabei stand die Integration mit bestehenden Unternehmensanwendungen im Vordergrund. Selbstlernende Verfahren gestatten in Zukunft eine effizientere Informationserfassung und -vernetzung.

Der Trend bei Unternehmensanwendungen wie ERP (Enterprise Resource Planning), SCM (Supply Chain Management) oder CRM (Customer Relationship Management) geht in Richtung serviceorientierter Architek­turen (SOA), bei denen die wesentlichen Funktionen als Dienste organi­siert sind. Dies erlaubt den einfachen Datenaustausch über System- und Plattformgrenzen hinaus und ist besonders flexibel. Dank Softwarevirtualisierung, dem Betreiben von Anwendungen als Services in verteilten Rechnerum­gebungen, ist eine Leistungssteigerung und bessere Ausnutzung bestehender Infrastrukturen möglich. Neue Versionen von Betriebssystemen und Standardapplikationen versprechen zudem höheren Bedienkomfort und eine verbesserte Unterstützung moderner 64-Bit-Architekturen. Ein weiteres Messethema war ’Web 2.0’, und die neuen hiermit verbundenen Interaktions- und Darstellungs­möglich­keiten für Internetanwendungen.

Erstmalig mit einem eigenständigen Ausstellungsschwerpunkt vertreten war der Bereich ’Auto ID/RFID’ ein voller Erfolg: In Halle 6 zeigten die Aussteller die erforderliche Infrastruktur, die Integration mit Backend-Systemen wie zum Beispiel ERP sowie eine Vielzahl von maßgeschneiderten Spezialanwendungen. Dabei standen Applika­tionen für Handel und Logistik im Vordergrund, wobei der Trend von geschlossenen Insellösungen hin zu offenen Systemen geht. Weitere Einsatzfelder von ’Auto ID/RFID’ sind der öffentliche Nahverkehr, das Besuchermanagement (zum Beispiel bei Veranstaltungen wie der Fußball-Weltmeisterschaft), die Lebensmittelsicherheit, die Tierkenn­zeichnung sowie die Chemie-, Pharma- und Luftfahrtindustrie. Viel diskutiert wurden auch RFID-Transponder auf Polymerbasis sowie die verstärkte Integration von Sensorik in Chips.

Ein weiteres Thema im bereich Business Processes war die Sicherheit von Daten und Systemen. Zum Schutz vor Spam, Viren und anderen Schadprogrammen (Malware) sowie vor Phishing und DoS-Attacken (Denial of Service) dienen weiterentwickelte integrierte Sicherheitslösungen, oft mit zentraler Administration. Neu ist die Erkennung von Viren und Malware, ohne dass bereits eine entsprechende Signatur vorliegt. Daneben wird der Schutz von Mobiltelefonen zunehmend wichtiger. Durch die verstärkte Integration von Produktion und kaufmännischen Bereichen gewinnen auch Sicherheitslösungen für Fertigungsanlagen an Bedeutung, die eine sichere Fernwartung und Instandhaltungsplanung erlauben.

Digital Equipment & Systems

Neben immer schnelleren und leistungsfähigeren Desktop-PCs setzt sich auch der Trend zu leistungsstärkeren und stromsparenden Notebooks fort. Neue Impulse gibt der erstmalige Einsatz von Mehr-Kern-Prozessoren in mobilen Endgeräten. Dies erlaubt es, bei moderaten Taktraten enorme Rechenleistungen zu erzielen. Erste Notebook-Proto­typen kommen mittlerweile gänzlich ohne Festplatte aus und ersetzen diese durch Flash-Speicher. Dadurch wird das Gewicht reduziert, die Notebooks werden robuster und eignen sich damit besser für den mobilen Einsatz.

Aufsehen erregte die Einführung der neuen Geräteklasse ’Ultra Mobile PC’: kleine, mobile Rechner, die statt einer Tastatur einen Bildschirm mit Berührungseingabe besitzen und eine Größe zwischen Tablet-PC und PDA aufweisen.

Kurz vor der Ausstrahlung der Fußball-Weltmeisterschaft im hochauflösenden Bildformat ist das ’High Definition TV’ (HDTV) in aller Munde. Mit der Präsentation von funktions­fähigen Prototypen von Lese- und Schreibgeräten sowie optischen Speichermedien der nächsten Generation bildete die CeBIT den gesam­ten Bereich der Aufnahme, Verarbeitung, Wiedergabe und Speicherung in HD-Qualität ab.

Neue Entwicklungen im Bereich der Computer- und Video-Projektoren ermöglichen wesentlich kleinere und damit erstmals wirklich mobile Geräte. Durch den Einsatz von LEDs (Light Emitting Diodes) statt Hochdrucklampen lassen sich manche Projektoren sogar mit Akkus betreiben. Herkömmliche Geräte weisen dafür neue Schnittstellen auf. Sie können in vielen Fällen ohne PC betrieben werden oder beispielsweise Inhalte direkt von Speicherkarten wiedergeben.

Communications

Fernsehen auf mobilen Endgeräten mit den beiden neuen Standards DVB-H (Digital Video Broadcasting - Handhelds) und DMB (Digital Multimedia Broad­casting) war diesmal ein besonderes Highlight der CeBIT. Durch den Probebetrieb beider Sendeverfahren auf dem Messegelände konnten die vorgestellten Handys, PDAs und PMPs (Personal Media Player) live vorgeführt werden. Zudem wurden entsprechende Dienste für die Fußball-WM angekündigt.

Das zur CeBIT 2005 eingeführte UMTS war auf der diesjährigen Messe noch stärker vertreten. Zu den Neuheiten gehörte hier der UMTS-Beschleuniger HSDPA (High Speed Downlink Packet Access), der die Download-Datenrate um ein Vielfaches der ursprünglichen UMTS-Daten­rate von 384 kbit/s übertrifft. Erste Dienste und Geräte für HSDPA wurden auf der CeBIT im Betrieb demonstriert.

Im Bereich der mobilen Endgeräte gibt es neue Rekorde. So steigen beispielsweise die Auflösung der Kameras in Mobiltelefonen wie auch die Speicherkapazität von Smart­phones weiter stark an. Geräte für den UMTS-Empfang sind mittler­weile so klein und leicht geworden, dass sie sich äußerlich nicht mehr von den bisherigen GSM-Telefonen unterscheiden.

Die Telekommunikationsanbieter stellten auf der CeBIT vielfältige neue Angebote für Endkunden vor. Triple Play, also die Integration von Telefonie, Fernsehen und Internet aus einer Hand, ist nur ein Beispiel hierfür. Andere Anbieter lassen Mobilfunk und Festnetz miteinander verschmelzen. Viele dieser neuen Angebote basieren auf den Technolo­gien ’TV over IP’ und ’Voice over IP’.

Telematik, Navigations- und Flottenmanagementsysteme waren noch nie so stark auf der CeBIT vertreten. Eine neue Generation von GPS-Empfängern (Global Positioning System) bietet eine wesentlich höhere Zuverlässigkeit, auch in Gebäuden, Straßenschluchten und bewaldeten Gebieten. Innovative Naviga­tionslösungen bieten über die eigentliche Zielführung hinaus Zusatz­informationen wie beispielsweise die aktuelle Verkehrslage, lokale Veranstaltungen und touristische Hinweise, auch durch die zusätzliche Nutzung des Mobilfunknetzes.

Banking & Finance

Zu den Kernthemen im CeBIT-Bereich ’Banking & Finance’ gehörten die Vernetzung von Vertrieb, Steuerung und Produktion sowie die Optimierung der dahinter stehenden Prozesse. Auf großes Interesse stießen auch die elektronische Signatur, Smartcards, die Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit von Geld- und SB-Automaten sowie die Analyse von Transaktionsmustern, beispielsweise zur Verhinderung von Geld­wäsche. Auch im Finanzbereich verspricht man sich von service­orientierten Softwarearchitekturen eine verringerte Komplexität und erhöhte Flexibilität von Anwendungen.

Public Sector Parc

Der ’Public Sector Parc’ war erneut der Anlaufpunkt rund um Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnik im öffentlichen Sektor. Offene Schnittstellen bereiten den Weg zur ’transpa­renten Verwaltung’. Das Ziel ist die Vereinfachung und Integration von Abläufen durch ein optimiertes Workflow-Management. Auch der Datenaustausch beziehungsweise die Zusammen­arbeit auf europäischer Ebene wird immer wichtiger. Zu den Schwerpunkt­themen im ’Public Sector Parc’ gehörten die elektronische Vergabe und Beschaffung, der Zahlungsverkehr zwischen Behörden und Bürgern sowie der Einsatz der digitalen Signatur. Weitere wichtige Bereiche waren die Aufbereitung und Bereitstellung von Geoinformationsdaten sowie der Einsatz von RFID in Ausweisdokumenten und Bibliotheken. Neben der elektronischen Gesundheitskarte ist die freiwillige elektro­nische Patientenakte bestimmendes Thema im Gesundheitsbereich. Neue mobile Endgeräte und Identifikationsmechanismen sorgen hier für eine verbesserte Patienten­sicherheit.

future parc

Der ’future parc’ bot wieder einen packenden Blick in die Zukunft der Informations- und Telekommunikationstechnik. Zu den Publikums­magneten zählten Themen wie intelligente Kleidung (e-clothes) und Wearable Computing sowie der Bereich der Mensch-Technik-Interaktion. Hier wurden unter anderem ein neuronales Interface, das die Steuerung einer Software über Gedanken ermöglicht, sowie Virtual- und Augmented-Reality-Konzepte vorgestellt. Weitere Themen waren Supercomputing, beispielsweise für Astronomie und Strömungs­mechanik, die Navigation und Ortung autonomer Roboter sowie weiter­entwickelte Verfahren der Sprachsynthese und -erkennung. Ein weiteres Schlagwort war Ambient Intelligence, bei der Geräte auf intelligente Weise selbstständig miteinander kommunizieren und kooperieren. Außerdem zeigte der ’future parc’ zukünftige mobile und multimediale Anwendungen, wie beispielsweise Raumklang durch DAB- (Digital Audio Broadcasting) oder MP3-Surround-Systeme.

World Cyber Games Euro Championship

Auch die World Cyber Games Euro Championship in Halle 27, offizielle Europameisterschaft im e-Sport und größte europäische Veranstaltung dieser Art, fand 2006 wieder auf der CeBIT statt. 200 Spieler aus 25 Nationen spielten um Titel in sieben Kategorien und um ein Preisgeld von insgesamt 100 000 US-Dollar. Durch die Neugestaltung dieses Events konnten noch mehr Spielefans und Interessierte dieses Ereignis live verfolgen.

Gabriele Dörries | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de
http://www.messe.de

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