Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Radio Fre­quency Identification (RFID) - Prozessoptimierung per Mikrosender

26.02.2004


CeBIT zeigt Anwendungen von Radio Frequency Identification - Aktive und passive RFID-Tags



Gefälschte Eintrittskarten werden bereits zur Fußball-WM 2006 der Ver­gan­genheit angehören. Möglich wird dies durch so genannte Minisender erlauben dabei eine eindeutige Iden­tifizierung der Eintrittskarte per Funk. Der Markt für diese Form der siche­ren drahtlosen Datenerfassung wächst. Bereits 2008 soll er welt­weit ein Volumen von 3,1 Milliarden US-Dollar erreicht haben, so das Markt­forschungsunternehmen ABI Research. CeBIT-Besucher können sich vom 18. bis 24. März in Hannover davon überzeugen, was diese RFID-Systeme bereits jetzt können.



Mit der automatischen Datenerfassung können Informationen ohne manu­elle Eingabe in den Computer eingelesen werden. Bei Barcode- oder Magnet­karten-Systemen müssen die Informationsträger noch in ein Lese­gerät eingeführt oder dagegen gehalten werden. Mit der RFID-Tech­nolo­gie fällt dieser Umstand weg. Die Daten werden berührungslos per Funk übertragen. So stehen die Informationen quasi im Vorbeigehen zur Ver­fügung. Die hohe Flexibilität der Systeme bietet viele neue Einsatz­mög­lichkeiten, so etwa bei der Überwachung von Produktions­prozessen, als Zugangskontrolle zu Sicherheitsbereichen oder auch bei der Ver­fol­gung von Koffern auf Flughäfen.

Einsatz entlang der gesamten Prozesskette

Während vieles davon noch im Planungsstadium ist, startet die Metro AG schon 2004 mit der unternehmensweiten Einführung der RFID-Tech­nolo­gie. Den ersten Schritt machen rund 100 Lieferanten des Unternehmens. Sie kennzeichnen die angelieferte Ware mit RFID-Etiketten. Die darauf unter anderem gespeicherten Informationen: Preis, Hersteller, Min­dest­halt­barkeit und Gewicht eines Produkts. Das ermöglicht ein optimiertes Bestell­management. Ausverkaufte Ware oder Überschreiten der Min­dest­haltbarkeit werden vermieden. Die hierfür nötige Technologie liefert der CeBIT-Aussteller IBM. In Zukunft kann die Ware von der Produktion bis ins Ladenregal per Funk lokalisiert werden. Große Handels­unter­neh­men können dadurch etwa 700 000 US-Dollar zusätzlichen Gewinn pro Milliarde US-Dollar Umsatz realisieren. Das ergab eine Untersuchung des Bera­tungsunternehmens A. T. Kearney.

Aktiv oder passiv – je nach Bedarf

Bei der RFID unterscheidet man zwischen aktiven und passiven Syste­men. Bei aktiven Systemen sendet die Funkeinheit, das so genannte „Tag“, mithilfe einer Batterie. Aktiviert wird es durch ein Signal des Lesegerätes. Aktive RFID-„Tags“ besitzen eine hohe Reichweite, aber nur eine geringe Lebens­dauer. Als Zukunft der RFID-Technologie gelten daher die passiven „Tags“. Sie bestehen lediglich aus einem Transponderchip, auf dem die Daten gespeichert sind, und einer kleinen Antenne. Die nötige Energie zum Senden erhalten sie durch das elektromagnetische Feld, das das Lese­gerät ausstrahlt. Ist ein passiver „Tag“ innerhalb der Reichweite eines Lesegerätes, überträgt er die auf dem Chip gespeicherten Daten. Passive „Tags“ haben eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer, sind güns­ti­ger in der Produktion und wesentlich kleiner als aktive „Tags". Der derzeit welt­weit kleinste RFID-Chip findet mit seiner Größe von 0,25 Quadrat­milli­metern auf einem Reiskorn Platz.

Hohe Sicherheitsstandards

Da die Daten der RFID-Chips per Funk ausgelesen werden, besteht aller­dings die Gefahr, dass die Signale von Dritten abgehört und mitgelesen werden. Um das zu verhindern, haben RFID-Systeme spezielle Sicher­heits­standards. So besteht das Lesegerät aus einem Sender und einem Empfänger. Der Sender wechselt in schnellen Abständen die Frequenz, mit welcher der „Tag“ angesprochen wird. Dieser sendet seine verschlüs­sel­ten Daten jeweils auf der gleichen Frequenz zurück. Um die über­tra­ge­nen Daten empfangen zu können, muss der Empfänger den Fre­quenz­wechsel im gleichen Rhythmus nachvollziehen. Ein zufälliges Mitlesen der übertragenen Daten ist so nahezu unmöglich.

Auch dem Datenschutz muss RFID Rechnung tragen. Dieses ist jedoch durch die elektronische Speicherung der Daten einfach realisierbar. So können beispielsweise die Kunden des ersten vollautomatischen Super­markts in Rheinberg, in dem sämtliche Waren mit „Tags“ versehen sind, die „Tags“ beim Verlassen des Geschäftes unbrauchbar machen. Die Daten in den elektronischen Etiketten werden dazu einfach gelöscht.

Gabriele Dörries | Deutsche Messe AG

Weitere Berichte zu: Empfänger Identification Lesegerät RFID RFID-System

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2004:

nachricht FwD begeisterte CeBIT-Besucher
19.04.2004 | Funkwerk Dabendorf GmbH

nachricht D-Link unter die Top 50 der wichtigsten Cebit Aussteller gewählt
31.03.2004 | D-Link

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2004 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics