Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobil und ausgezeichnet informiert

19.02.2004


Per Internet elektronisch einkaufen und Termine via Handy vereinbaren - das gehört bereits heute zum Alltag jedes Einzelnen. In Zukunft jedoch sollen neue, multimediale Endgeräte komplexe Informationen und Arbeitsinhalte verknüpfen und damit den Menschen in Freizeit und Beruf sinnvoll unterstützen. Ob als mobiles Büro, Shopping-Assistent oder Freizeit-Planer - der Computer entwickelt sich vom Werkzeug zum Assistenten. Individuelle Software-Agenten erledigen künftig zeitraubende Routinetätigkeiten, navigieren den Touristen durch historische Stätten oder unterstützen den Sportler und Patienten beim effektiven Gesundheitstraining. Der Mensch und seine Bedürfnisse im Umgang mit Technik und Wissen steht im Mittelpunkt der innovativen Lösungen des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung. Einblick in die mobile Kommunikation von Morgen erhalten Sie auf der CeBit 2004 Halle 11, Stand A24.



Der digitale Assistent hilft in komplizierten Situationen



Das digitale Assistenzsystem PECo (Personal Environment Controller), eine mobile Entwicklung im Bereich "Ambient Intelligence", zielt darauf ab, dem Mensch in Zukunft einen persönlichen Bedienungsassistenten zur Verfügung zu stellen, mit dem er unterschiedlichste Geräte und Systeme - im Büro, auf Reisen oder im Haushalt - auf unkomplizierte Weise nutzen kann. PECo erlaubt dazu eine neuartige, direktmanipulative Interaktion mit unbekannten Strukturen der realen Umgebung. So erhält z. B. der Geschäftsreisende oder Lehrende - gleich an welchem Ort - direkten Zugang zur technischen Infrastruktur in seiner unmittelbaren Umgebung, etwa im Konferenzsaal. Mit Blick auf das Display seines persönlichen PDA’s bekommt er die aktuelle Raumsituation dreidimensional dargestellt. Diese 3D-Visualisierung verknüpft die reale Umgebung mit der virtuellen Welt und bietet damit einen interaktiven Zugriff auch auf Geräte, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Gleichzeitig unterstützen die in PECo integrierten, neuartigen Software-Komponenten den Anwender, indem er auf verteilt gespeicherte, persönliche Multimedia-Daten, wie Texte, Grafiken oder auch Videosequenzen zugreifen kann. Ferner "merkt" sich das ausgereifte System die Eigenheiten des Nutzers und steuert die Geräte beispielsweise in der Lautstärke oder Helligkeit, die der Betreffende normalerweise bevorzugt. Somit kann er die multimediale Koordination im Konferenzraum - ob Beamer, Raumbeleuchtung, Mikrophon oder Videoclip - intuitiv steuern und seine Inhalte problemlos präsentieren oder bearbeiten. Zuhause angekommen vernetzt ihn der gleiche digitale Assistent sogleich mit den technischen Geräten des Haushaltes, informiert über das Fernsehprogramm des Abends und dreht schon mal das Licht auf angenehme Helligkeit.

Kontakt:
Dr. Thomas Kirste
Fraunhofer IGD, Darmstadt
e-mail: thomas. kirste@igd.fraunhofer.de

Digitale Rundgänge mobil erleben

Der multimediale Mobilfunk gehört zu den Wachstumsmärkten der Zukunft. Mit der neuen Übertragungstechnologie UMTS kann der Einzelne zunehmend sogenannte Location Based Services (ortsabhängige Dienste) sowie mobile Navigationsunterstützung in Anspruch nehmen. Im Rahmen des EU-Projektes LoVEUS (Location aware Visually Enhanced Ubiquitous Services) entwickelten die Projektpartner gemeinsam mit dem Fraunhofer IGD einen mobilen standortbezogenen Dienst, der personifizierte Informationen über kulturelle und historische Objekte multimedial anbietet. Als Testgebiet haben die Forscher die Innenstadt von Athen, Griechenland gewählt, in der bedeutendes historisches Kulturerbe zu besichtigen ist und gleichzeitig eine hohe städtebauliche Dichte besteht. Steht der Tourist zum Beispiel auf dem zentralen "Syntagma Square" erfasst das multimediale System von LoVEUS den Standort des Nutzers, und bietet ihm via Mobiltelefon unter anderem interaktive Stadtpläne mit Navigationsfunktionalität, aktive Panoramabilder und audiovisuelle Präsentationen als netz-basierte Dienste an. Zusätzlich kann der Anwender multimedial geführte Rundgänge nutzen. In das ausgereifte System LoVEUS flossen umfangreiche Usability-Studien ein. Eine lauffähige Version der Anwendung auf Basis von GPRS wird am Fraunhofer Stand präsentiert.

Kontakt
Daniel Holweg
Fraunhofer IGD, Darmstadt
daniel.holweg@igd.fraunhofer.de

Bootstrip leicht gemacht

Mobile Geo-Informationssysteme (GIS) unterstützen nicht nur Touristen beim Besuch fremder Städte, sondern sind auch für die Sicherheit in der Schifffahrt von großem Nutzen. Für die Konzeption und Durchführung eines Bootstrips etwa sind vielfältige Sach- und Geodaten, wie Informationen über Wetterverhältnisse, Meerestiefen oder Schifffahrtslinien nötig. Die Forschungsergebnisse des EU-Projektes TellMaris, an dem das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD maßgeblich beteiligt ist, ermöglichen dem Touristen schnell und bequem auf vielfältigste Informationen zuzugreifen, die speziell auf seine Bedürfnisse abgestimmt sind - an Bord, wie auch vor Ort in den Hafenstädten. So zeigen die Forscher auf der CeBIT am Beispiel Skandinaviens, wie der Bootsführer durch das dynamische Landschaftsmodell der Küstenregion des Zielhafens navigiert und neben dem dreidimensionalen Relief weitere wichtige Informationen wie Wetterdaten und Kompassfunktionen abrufen kann. Von zuhause aus kann er am Computer bereits Routen planen, Gelände und Städte virtuell erkunden und nach dem Ankern nutzt er seinen Laptop oder PDA, um ein Zimmer oder Restaurant nach seinem individuellen Anforderungsprofil zu suchen. Ferner erleichtern ihm die detaillierten interaktiven 3D-Karten die Orientierung in der fremden Stadt. Das Fraunhofer IGD entwickelte einen 3D-Geodatenserver, dem eine dreidimensionale Datenbank zu Grunde liegt und den mobilen Führer auf Basis des iPAQ PDAs von Hewlett Packard. Weitere Komponenten, die die Projektpartner realisierten, ermöglichen unter anderem die Übertragung und Visualisierung von 3D-Karten auf unterschiedliche mobile Endgeräte oder Routenberechnungen und Geländemodelle für ausgewählte Küstenabschnitte. Die Ergebnisse von Feldtests, wie zuletzt im finnischen Turku, fließen in die Forschungsarbeiten ein und gewährleisten, dass die dreidimensionalen Karten und touristischen Informationen auf die Anforderungen der Urlauber abgestimmt sind. Partner im TellMaris-Projekt sind neben dem Fraunhofer IGD - das finnische Nokia Research Center und die Helsinki University of Technology, SINTEF und TELLUS in Norwegen, Pouliadis in Griechenland sowie mehrere Ostseehäfen.

Weitere Informationen sind zu finden unter der URL
http://www.tellmaris.com

Kontakt
Daniel Holweg
Fraunhofer IGD, Darmstadt
daniel.holweg@igd.fraunhofer.de

Die Lieblingsmusik passt zum Laufrhythmus

Innovative Technologien aus dem Bereich Lifescience sind auch im Sport- und Freizeitsektor im Vormarsch. Ein Beispiel hierfür ist das neue System StepMan: Forscher des Fraunhofer IGD in Roststock integrierten spezifische Bewegungssensoren in Geräte wie Walkman, MP3-Player oder Smartphone. Die damit verbundene Transformation von Audiosignalen in Echtzeit ermöglicht die Erstellung schritt- und pulsfrequenzorientierter Trainingsprogramme für Indoor- und Outdoor-Sportler: Fitness-Gymnastik, Jogging oder Radfahren kann so auf die persönliche Konstitution und den gewünschten Trainingseffekt zugeschnitten werden. Die komplexe Software passt den Takt der Musik den Daten der Bewegungssensoren an, der Sportler reguliert daraufhin "automatisch" seinen Bewegungsablauf und damit die gewünschte Pulsfrequenz. Die Qualität der Musikwiedergabe bleibt von der Software unberührt, d. h. aus einem klangvollen Joe Cocker wird kein quäkender Kermit. Da die Sensoren neben dem Herzschlag weitere biometrische Daten wie etwa Atmung und Sauerstoffkonzentration verarbeiten können, sind die Anwendungsgebiete von StepMan insbesondere auch im medizinischen Bereich vielfältig. So ermöglicht die Echtzeittransformation unter anderem die Erstellung spezieller Rehabilitationsprogramme oder Entspannungstrainings. Auch hier sind Ruhephasen und Belastungsspitzen an die individuellen Bedürfnisse des Patienten anpassbar. Das Projektteam des Fraunhofer IGD kooperiert für diese zukünftigen Einsatzgebiete mit dem Fachbereich Arbeits- und Sozialmedizin der Universität Rostock.

Kontakt:
Dipl.-Ing. Gerald Bieber
Fraunhofer IGD, Rostock
e-mail: gerald.bieber@igd-r.fraunhofer.de

Bernad Lukacin | isw
Weitere Informationen:
http://www.cebit2004.fraunhofer.de
http://www.tellmaris.com

Weitere Berichte zu: Assistent Bedürfnis Graphische Datenverarbeitung PECo Tourist

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2004:

nachricht FwD begeisterte CeBIT-Besucher
19.04.2004 | Funkwerk Dabendorf GmbH

nachricht D-Link unter die Top 50 der wichtigsten Cebit Aussteller gewählt
31.03.2004 | D-Link

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2004 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics