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Tibet: Gene für Höhenverträglichkeit entschlüsselt

14.05.2010
Neue Behandlungsansätze für schwere Formen von Höhenkrankheit erwartet

Die Fähigkeit der Tibeter, auf dem Dach der Welt zu leben, ist offenbar auf ihre DNA zurückzuführen. Wissenschaftler der University of Utah haben zehn Gene identifiziert, die den Tibetern helfen, in Höhen gut zu leben, die andere Menschen krank machen. Zwei der Gene stehen mit dem Hämoglobin in Zusammenhang, jener Substanz im Blut, die den Sauerstoff durch den Körper transportiert.

Auch trainierte Bergsteiger nicht gefeit

Experten wie Hugh Montgomery vom University College London erklärten laut BBC, dass die in Science veröffentlichten Ergebnisse helfen könnten, neue Behandlungsansätze für schwere Formen von Höhenkrankheit und andere Krankheiten zu finden. Die Höhenkrankheit wird durch die Auswirkungen des Sauerstoffmangels in großen Höhen hervorgerufen. Sie kann zu Problemen im Gehirn und in den Lungen führen. Vor dieser Bedrohung sind auch bestens trainierte Bergsteiger nicht gefeit.

Menschen, die in großen Höhen geboren sind, scheinen aufgrund einer Jahrtausende langen genetischen Selektion gegen diese Probleme gefeit zu sein. Die Tibeter haben Gene ausgebildet, über die zum Beispiel die Bewohner der Anden nicht verfügen. Die leitende Wissenschaftlerin Lynn Jorde erklärte, dass jetzt erstmals die Gene bekannt seien, die diese Anpassungsleistung erklären.

Blutproben unter der Lupe

Für die Untersuchungen wurde die DNA der Blutproben von 75 Dorfbewohnern unter die Lupe genommen, die auf einer Höhe von 4.500 Metern leben. In Zusammenarbeit mit der Qinghai University Medical School verglich das Team ihren genetischen Code mit jenem von Chinesen und Japanern, die in niedrigen Lagen leben.

Es konnte eine ganze Reihe von Genen identifiziert werden. Dazu gehören allein zehn Gene, die mit der Sauerstoffverarbeitung zu tun haben. Zwei scheinen zu geringeren Mengen Hämoglobin im Blut zu führen und damit dem Körper helfen, sich gegen die Höhenkrankheit zu wehren.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.utah.edu
http://www.sciencemag.org

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