Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie suchten Sauropoden Nahrung?

02.06.2010
Prof. Dr. Andreas Christian vom Institut für Biologie und ihre Didaktik an der Universität Flensburg untersucht, wie die Physik den Körperbau der Dinosaurier bestimmt.

Neueste Forschungsergebnisse publiziert er nun in einem Fachartikel, der am Mittwoch, 2. Juni, in der renommierten Fachzeitung Royal Society Journal Biology Letters veröffentlicht wird. In seinem Beitrag geht es darum, wie die Sauropoden mit ihren bis über zehn Meter langen Hälsen Nahrung gesucht haben.

Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder die Pflanzenfresser suchten ihre Nahrung eher in der Waagerechten oder sie reckten die Hälse und suchten nach Nahrung in der Senkrechten. Seit Jahrzehnten wird diese Frage in der Fachwelt diskutiert, In der Vergangenheit sei die letztere Variante angezweifelt worden, erläutert Andreas Christian. Die Argumentation: Ein in die Höhe gestreckter Hals, führt zu einem erheblichen Blutdruck, der Körper der Dinosaurier muss viel Energie aufwenden, um mit diesem Blutdruck fertig zu werden. Und zwar so viel Energie, dass sich das Fressen in der Höhe nicht mehr lohnt. Dem widerspricht nun Prof. Dr. Andreas Christian in seinem Artikel.

Seine physiologischen Modellrechungen zeigen, dass sich das Fressen in der Höhe durchaus für die Sauropoden rechnete, wenn die Nahrung spärlich verteilt ist. Dazu verglich er den Energieaufwand für das Fressen in großer Höhe mit den Energiekosten für das Gehen über bestimmte Distanzen. Es zeigt sich, dass einige Minuten Fressen in großer Höhe energiegünstiger waren, als eine Strecke von mehreren Körperlängen zu laufen. Mit anderen Worten: Wenn die Nahrung aus weit verteilten Bäumen bestand, war es vorteilhafter einen Baum bis in die erreichbare Höhe abzuweiden, als zum nächsten Baum zu laufen. Zuvor waren solche Modellrechnungen noch nicht durchgeführt worden. Sie werfen ein neues Licht die Bedingungen unter denen die extrem lange Hälse der Sauropoden entstanden sein könnten. Damit sind die Ergebnisse für das Verständnis der Ökologie sowie der Evolution dieser gigantischen Tiere von erheblicher Bedeutung. Schon frühere biomechanische Berechnungen des Biologen zeigten, dass die Sauropoden auch in der Lage waren, ihren Hals nach oben zu strecken, das Knochengerüst und die Mechanik dahinter ließen dies durchaus zu.

Andreas Christian faszinieren die größten Landtiere, die die Welt gesehen hat, seit Jahren. Ansporn für seine Arbeit ist die Frage, wie diese Giganten sich bewegten, wie ihre Biomechanik funktionierte. Seine Modellrechungen können auch Hinweise darauf geben, wie die Umwelt, die Verteilung der Vegetation, in der Welt Sauropoden ausgesehen hat. Prof. Dr. Andreas Christian ist Mitglied einer Forschergruppe um Prof. Dr. Martin Sander, die Gruppe arbeitet seit sechs Jahren an der Erforschung der Sauropoden.

Prof. Dr. Andreas Christian ist Biologie und Didaktiker an der Universität Flensburg und Vorstandsmitglied der Phänomenta Flensburg, einem Science Center in Schleswig-Holstein mit 170 Eperimenten aus Naturwissenschaft und Technik. Einige Forschungsergebnisse zu den Dinosaurien werden ab Ende Juni in der Phänomenta in einer Sonderausstellung erlebbar sein. An 12 interaktiven Stationen können Besucherinnen und Besucher der Phänomenta die Physik der Dinosaurier kennen lernen..

Kontakt: Prof. Dr. Andreas Christian, Universität Flensburg, Email: christian@uni-flensburg.de

Dr. Helge Möller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-flensburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neues Blut dank neuer Technik
14.12.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Neue Chancen für den Tierschutz: Effizientes Testverfahren zum Betäubungsmittel-Einsatz bei Fischen
14.12.2018 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Data use draining your battery? Tiny device to speed up memory while also saving power

The more objects we make "smart," from watches to entire buildings, the greater the need for these devices to store and retrieve massive amounts of data quickly without consuming too much power.

Millions of new memory cells could be part of a computer chip and provide that speed and energy savings, thanks to the discovery of a previously unobserved...

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Im Focus: An energy-efficient way to stay warm: Sew high-tech heating patches to your clothes

Personal patches could reduce energy waste in buildings, Rutgers-led study says

What if, instead of turning up the thermostat, you could warm up with high-tech, flexible patches sewn into your clothes - while significantly reducing your...

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal heizt ein in Sachen Umweltschutz - Rittal Lackieranlage sorgt für warme Verwaltungsbüros

14.12.2018 | Unternehmensmeldung

Krankheiten entstehen, wenn das Netzwerk von regulatorischen Autoantikörpern aus der Balance gerät

14.12.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics