Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strategie der Wärmeregulierung bei Mücken aufgedeckt

20.01.2012
Insekten, darunter Mücken, sind sogenannte ektotherme Tiere, d.h. ihre Körpertemperatur ist von der Umgebungstemperatur abhängig.

Zu niedrige oder zu hohe Temperaturen sowie rasche und starke Temperaturschwankungen können einen negativen Einfluss auf ihre Physiologie haben.

Aufgrund der schnellen Aufnahme einer Flüssigkeit, die eine höhere Temperatur als ihre eigene Körpertemperatur aufweist, unterliegen die sich von Säuger- oder Vogelblut ernährenden Mücken einem thermischen Stress.

Claudio Lazzari und Chloé Lahondère vom Forschungsinstitut für Insektenbiologie (IRBI) haben herausgefunden, dass die Mücken bei jeder Blutaufnahme als Antwort auf den Temperaturwechsel sofort Proteine synthetisieren, um ihre zelluläre Integrität (Unversehrtheit der Zellen) zu schützen [1].

Mit einer Infrarot-Wärmebildkamera konnten die Forscher bei den Anopheles-Mücken (Malariaüberträger) die Temperaturwechsel in Echtzeit während ihres Ernährungsprozesses analysieren. Sie beobachteten, dass die Mücke sofort zu Beginn der Nahrungsaufnahme ein Flüssigkeitströpfchen aus Urin und dem gerade aufgenommenen Blut absondert.
Dieses Tröpfchen bleibt am Anus der Mücke haften und wird somit von der Umgebungsluft abgekühlt, bis es verdunstet. Auf diese Weise sinkt die Temperatur des Abdomens der Mücke. Dieser Mechanismus – “evaporative cooling” (Kühlung durch Verdunstung) – wird noch durch die typische Haltung der Mücke während des Ernährungsprozesses begünstigt, bei der sie ihre hinteren Extremitäten vom Körper wegstreckt.

Ziel ist es nun herauszufinden, ob sich durch dieses physiologische Verhalten die Übertragung von Plasmodien (einzellige Parasiten, die u. a. Malaria übertragen) steuern lässt.

[1] Dieses Ergebnis wurde in der Fachzeitschrift “Current Biology” veröffentlicht und ist unter folgendem Link abrufbar: http://www.cell.com/current-biology/abstract/S0960-9822%2811%2901311-X

Kontakt:
Claudio Lazzari, Forscher am Forschungsinstitut für Insektenbiologie – Tel.: +33 (0)2 47 36 73 89, +33 (0)6 82 38 43 88 – e-Mail: claudio.lazzari@univ-tours.fr

Quelle:
- Pressemitteilung des CNRS – 10.01.2012 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/2411.htm

Redakteur: Lucas Ansart, lucas.ansart@diplomatie.gouv.fr

Lucas Ansart | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Weichenstellung für Axonverzweigungen
26.09.2018 | Max-Planck-Institut für Biochemie

nachricht Vielfalt im Gehirn – Wie Millionen unserer Nervenzellen einzigartig werden
26.09.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weichenstellung für Axonverzweigungen

Unser Gehirn ist ein komplexes Netzwerk aus unzähligen verknüpften Nervenzellen. Diese haben lange verzweigte Fortsätze, sogenannte Axone, um die Anzahl der möglichen Interaktionen zu erhöhen. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Portugal und Frankreich untersuchten Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie (MPIB) die Prozesse, die zu solch Zellverzweigungen führen. Sie fanden einen neuartigen Mechanismus, der die Verzweigung von Mikrotubuli, einem mechanischen Stabilisierungssystems in den Zellen, und somit der Axone auslöst. Wie die Forscher in Nature Cell Biology berichten, spielt die neu entdeckte Mikrotubuli-Dynamik eine Schlüsselrolle bei der neuronalen Entwicklung.

Von den Zweigen eines Baums bis hin zur Eisenbahnweiche – unsere Umwelt ist voller starrer verzweigter Objekte. Sie sind so allgegenwärtig in unserem Leben,...

Im Focus: Working the switches for axon branching

Our brain is a complex network with innumerable connections between cells. Neuronal cells have long thin extensions, so-called axons, which are branched to increase the number of interactions. Researchers at the Max Planck Institute of Biochemistry (MPIB) have collaborated with researchers from Portugal and France to study cellular branching processes. They demonstrated a novel mechanism that induces branching of microtubules, an intracellular support system. The newly discovered dynamics of microtubules has a key role in neuronal development. The results were recently published in the journal Nature Cell Biology.

From the twigs of trees to railroad switches – our environment teems with rigid branched objects. These objects are so omnipresent in our lives, we barely...

Im Focus: Kupfer-Aluminium-Superatom

Äußerlich sieht der Cluster aus 55 Kupfer- und Aluminiumatomen aus wie ein Kristall, chemisch hat er jedoch die Eigenschaften eines Atoms. Das hetero-metallische Superatom, das Chemikerinnen und Chemiker der Technischen Universität München (TUM) hergestellt haben, schafft die Voraussetzung für die Entwicklung neuer, kostengünstiger Katalysatoren.

Chemie kann teuer sein. Zum Reinigen von Abgasen beispielsweise benutzt man Platin. Das Edelmetall dient als Katalysator, der chemische Reaktionen...

Im Focus: Hygiene im Handumdrehen – mit neuem Netzwerk „CleanHand“

Das Fraunhofer FEP beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung von Prozessen und Anlagen zur Reinigung, Sterilisation und Oberflächenmodifizierung. Zur Bündelung der Kompetenzen vieler Partner wurde im Mai 2018 das Netzwerk „CleanHand“ zur Entwicklung von Systemen und Technologien für saubere Oberflächen, Materialien und Gegenstände ins Leben gerufen. Als Partner von „CleanHand“ präsentiert das Fraunhofer FEP im Rahmen der Messe parts2clean, vom 23.-25. Oktober 2018, in Stuttgart, am Stand der Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik (Halle 5, Stand C31), das Netzwerk sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte des Institutes im Bereich Hygiene und Reinigung.

Besonders um die Hauptreisezeiten gehen vermehrt Testberichte und Studien über die Reinheit von europäischen Raststätten, Hotelbetten und Freibädern durch die...

Im Focus: Hygiene at your fingertips with the new CleanHand Network

The Fraunhofer FEP has been involved in developing processes and equipment for cleaning, sterilization, and surface modification for decades. The CleanHand Network for development of systems and technologies to clean surfaces, materials, and objects was established in May 2018 to bundle the expertise of many partnering organizations. As a partner in the CleanHand Network, Fraunhofer FEP will present the Network and current research topics of the Institute in the field of hygiene and cleaning at the parts2clean trade fair, October 23-25, 2018 in Stuttgart, at the booth of the Fraunhofer Cleaning Technology Alliance (Hall 5, Booth C31).

Test reports and studies on the cleanliness of European motorway rest areas, hotel beds, and outdoor pools increasingly appear in the press, especially during...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fachkonferenz "Automatisiertes und autonomes Fahren"

25.09.2018 | Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Intelligentes Order Management in einer einzigen Software

26.09.2018 | Informationstechnologie

Weichenstellung für Axonverzweigungen

26.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Biosolarzelle produziert Wasserstoff

26.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics