Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sonnenschutz von der Natur inspiriert

23.02.2017

UV-Filter nach dem Vorbild der Natur treiben den Sonnenschutzfaktor in die Höhe

Der ideale Sonnenschutz sollte UVB- und UVA-Strahlung abhalten und gleichzeitig sicher und stabil sein. Spanische Wissenschaftler stellen in der Zeitschrift Angewandte Chemie eine neue Familie von UVA- und UVB-Filtern vor, die von natürlichen Substanzen aus Algen und Blaualgen inspiriert wurde und den Sonnenschutzfaktor von kommerziellen Sonnenschutzmittlen erheblich verbessern kann.


Algensubstanzen verbessern Sonnenschutz erheblich.

(c) Wiley-VCH

Gute Nachrichten für Sonnenhungrige. Sonnenschutzlotionen können sehr effizient vor der gefährlichen ultravioletten Strahlung schützen, aber sie müssen wiederholt und in dicker Schicht aufgetragen werden, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Vor allem sind die eigentlichen UV-Filtermoleküle häufig instabil.

Diego Sampedro und Kollegen von der Universität von La Rioja in Logroño (Spanien) haben in einer Zusammenarbeit mit der Universität von Malaga und der Alcalá-Universität in Madrid eine natürliche Molekülklasse auf ihren möglichen Nutzen im Hautschutz vor der krebserzeugenden Strahlung hin durchforstet. Da diese Substanzen den Sonnenschutzfaktor von kommerziellen Mischungen deutlich steigern, könnten sie die Effizienz der Lotionen noch deutlich verbessern.

Im Reich der Mikroben und bei marinen Algen sind die so genannten Mycosporin-ähnlichen Aminosäuren (MAAs) als UV-Schutz weit verbreitet. Es sind kleine, von Aminosäuren abgeleitete Moleküle, die hitzestabil sind und Licht im ultravioletten Spektralbereich absorbieren. Dadurch schützen sie die mikrobielle DNA vor Strahlungsschäden. Sampedro und seinen Kollegen dienten sie als Inspirationsquelle, um eine neue Klasse von Sonnenschutzmitteln zu entwickeln.

Aus theoretischen Berechnungen erhielten sie die Erkenntnis, auf welche Molekülteile es wirklich ankommt. "Wir führten eine Computerberechnung von mehreren Molekül-Grundgerüsten durch [...], um die einfachste Verbindung zu identifizieren, die die Voraussetzungen für einen effizienten Sonnenschutz erfüllt", schreiben die Autoren. Ergebnis war ein Molekülsatz, der sich leicht synthetisieren ließ, "unter Vermeidung der dekorativen Substituenten, die von der Biosynthese herrühren". Auf diese Weise lässt sich das Grundgerüst leicht auf gewünschte Eigenschaften hin anpassen und verbessern.

Die produzierten Verbindungen haben im relevanten UV-Bereich sehr hohe Absorptionskoeffizienten. Außerdem sind sie photostabil, deutlich stabiler als einige Substanzen, die in kommerziellen Sonnenschutz-Formulierungen verwendet werden. Sie sind chemisch unreaktiv und leiten die Strahlung als Wärme ab (aber nicht so viel, dass die Temperatur ansteigt). Und bei einem Test in realen Formulierungen haben sie den Sonnenschutzfaktor um mehr als das Zweifache angehoben. Somit könnten sie eine sehr gute Ergänzung und Erweiterung zum üblichen Satz an organischen Sonnenschutzmitteln darstellen. Gute Neuigkeiten für Ihren Sommerurlaub.

Angewandte Chemie: Presseinfo 02/2017

Autor: Diego Sampedro, Universidad de La Rioja (Spain), https://aps.unirioja.es/ldapweb/buscar?dn=uid%3Ddsampedr%2Cou%3DPersonas%2C+o%3D...

Link zum Originalbeitrag: http://dx.doi.org/10.1002/ange.201611627

Angewandte Chemie, Postfach 101161, 69451 Weinheim, Germany.

Weitere Informationen:

http://presse.angewandte.de

Dr. Karin J. Schmitz | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren
16.11.2018 | Universität Bayreuth

nachricht Günstiger Katalysator für das CO2-Recycling
16.11.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics