Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sensor erkennt schimmelige oder verfälschte Gewürze

01.11.2013
Wie riecht ein Gewürz wie Pfeffer oder Paprika, welches mit Schimmelpilzen belastet ist oder wie stellt man fest, ob ein Gewürz beispielsweise mit Senfmehl gestreckt wurde? Man kann es schlecht beschreiben, aber geübte und geschulte Nasen können dies riechen. Doch sind diese Einschätzungen nachvollziehbar?

Deshalb soll es demnächst Unterstützung durch einen mobilen Gewürzsensor zur Qualitätskontrolle und Produktsicherheit von Gewürzen geben, für den an der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung Referenzproben entwickelt wurden.


Mobiler Gewürzsensor erkennt verschimmelte oder verfälschte Gewürze
Foto: BAM

Bestimmte Stoffe sind für das intensive Aroma bei den Gewürzen verantwortlich. Den Geruch von Pfeffer oder Paprika erkennt man an spezifischen Aromastoffen wie Terpenen. Terpene sind Kohlenwasserstoffe, die vor allem in Pflanzen vorkommen und auch den Hauptbestandteil von ätherischen Ölen bilden. Für die Untersuchung solcher flüchtiger Inhaltsstoffe hat die BAM eine kleine Emissionskammer entwickelt, in der das zu prüfende Gewürz eingebracht wird. „Bereits 50 Milligramm Pfeffer oder zwei Gramm Paprika reichen aus, um eine Messung durchzuführen“, weiß Carlo Tiebe von der BAM.

Nach einer halben Stunde ist die Luft in dem ein Liter großen Behälter der Emissionskammer vollständig vom Aroma gesättigt. Synthetische Luft strömt ein, nimmt die Aromastoffe mit und überträgt sie zum Gewürzsensor, der an die Emissionskammer angeschlossen wird. Für diesen neuen Sensor wurden die Messungen an der BAM durchgeführt. Entwickelt hat das Gerät, das nun als Prototyp vorliegt, die Berliner Firma Environics-IUT GmbH. Zum Einsatz kommt dabei ein neuartiges Ionen-Mobilitäts-Spektrometer mit chromatografischer Trennsäule (GC-IMS), welches mobil verwendet werden kann.

Bereits heute werden Gewürze auf ihre Qualität untersucht. Allerdings sind die Untersuchungen vergleichsweise teuer, bisher nur im Labor verfügbar und erfordern zudem speziell geschultes Personal. Deshalb verlässt man sich meist auf die Einschätzungen von Testern mit sehr feinen Nasen. Auch für dieses Verfahren, Olfaktometrie genannt, gibt es selbstverständlich Standards. Aber: „Mit den neuen Referenzproben und dem Gerät sollen Transparenz und Objektivität bei der Herstellung von Gewürzmischungen verbessert werden“, sagt der Chemiker Tiebe. Beispielsweise kann so ein Gewürzhersteller leichter bei einer Anlieferungen untersuchen, ob das Gewürz nicht vorschriftsmäßig gelagert oder transportiert worden ist.

Aber auch wenn dem Paprikagewürz zum Beispiel zehn Prozent des billigeren Senfmehls untergeschoben wurde, lässt sich dies nun leichter feststellen. Ein Blick aufs Display des Gerätes reicht. Anders bei einer Geruchsprobe, bei der solch eine Streckung mit dem geruchsneutralen Senfmehl nur schwer nachweisbar ist. Das Forschungsvorhaben läuft noch bis Juni 2014 und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) mit Geldern des „Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand“ (ZIM) gefördert.

Kontakt:
Dr. rer. nat. Carlo Tiebe
Abteilung 6 Materialschutz und Oberflächentechnik
E-Mail: carlo.tiebe@bam.de

Dr. Ulrike Rockland | idw
Weitere Informationen:
http://www.bam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neues aus der Schaltzentrale
18.07.2018 | Karl-Franzens-Universität Graz

nachricht Chemische Waffe durch laterale Gen-Übertragung schützt Wollkäfer gegen schädliche Pilze
18.07.2018 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics