Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schädel-Hirn-Verletzungen im Blick

03.02.2015

Großer Erfolg für Wissenschaftler der Universitätsklinik Würzburg: Sie sind mit dabei in einem Forschungsverbund, den die Europäische Union mit rund 1,2 Millionen Euro fördert. Es geht um neue Therapieformen für Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen.

Ein schwerer Autounfall, ein Sturz vom Fahrrad: Das sind nur zwei mögliche Ereignisse, bei denen der Schädelknochen brechen und es im Gehirn zu Blutungen kommen kann. Je nach Ausmaß einer solchen Schädel-Hirn-Verletzung sind Spätfolgen möglich, die sich bislang nicht heilen lassen – die Betroffenen leiden dann an kognitiven Einschränkungen. So funktioniert zum Beispiel ihr Gedächtnis nicht mehr richtig; im Extremfall kann es sogar zu einer Demenz kommen.


Nach einer Schädel-Hirn-Verletzung werden Nervenzellen im Hirn stark geschädigt. Links normales Hirngewebe; gesunde Nervenzellen in grün-blau. Rechts verletztes Hirngewebe, absterbende Zellen in rot.

(Bilder: Kleinschnitz / Siren)

„Die mit einer Schädel-Hirn-Verletzung assoziierte lebenslange Behinderung durch Nervendegeneration und kognitive Defizite stellt bei Kindern und jungen Erwachsenen eines der häufigsten und drängendsten Gesundheitsprobleme in Europa dar“, sagt Anna-Leena Sirén, Professorin für Experimentelle Neurochirurgie am Universitätsklinikum Würzburg.

„Unser Ziel ist es darum, für dieses bislang unheilbare Krankheitsbild eine Therapie zu finden“, ergänzt ihr Kollege Christoph Kleinschnitz, Professor für Neurologie und Oberarzt an der Neurologischen Universitätsklinik.

Entzündung mit verheerenden Langzeitfolgen

Sirén und Kleinschnitz forschen schon seit Jahren gemeinsam an neuen therapeutischen Ansätzen. Unter anderem haben sie gezeigt, dass nach einer Schädel-Hirn-Verletzung im Gehirn entzündliche Prozesse beginnen, die auch mehrere Monate nach der Verletzung nicht abklingen.

Zudem fanden sie heraus, dass diese Entzündungen mit einem allmählichen Verlust von Hirnsubstanz in Zusammenhang stehen und damit auch für die teils verheerenden kognitiven Spätfolgen verantwortlich sind.

Weil die beiden Würzburger Professoren auf diesem Gebiet so erfolgreich arbeiten, wurden sie für den neuen europaweiten Forschungsverbund „CnsAflame“ ausgewählt. In diesem Verbund wollen sie nun den Verlauf und die Art der entzündlichen Prozesse in der chronischen Phase nach einer Schädel-Hirn-Verletzung genau aufklären. Zudem wollen sie herausfinden, wie sich die Entzündung therapeutisch beeinflussen lässt.

Fakten zum Forschungsverbund „CnsAflame“

Die Europäische Union fördert den Verbund in den kommenden drei Jahren mit 1,2 Millionen Euro. Koordiniert wird er an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Neben den beiden Würzburger Professoren sind Forscher aus Frankreich (Bordeaux), Israel (Jerusalem), und Schweden (Uppsala) beteiligt. Der länderübergreifende Verbundantrag wurde in einem strengen Auswahlverfahren unter Beteiligung internationaler Gutachter aus 43 Bewerbungen ausgewählt.

Kontakt

Prof. Dr. Anna-Leena Sirén, Neurochirurgische Klinik, Universität Würzburg, T (0931) 201-24579, siren.a@nch.uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz, Neurologische Klinik, Universität Würzburg, T (0931) 201-23755, christoph.kleinschnitz@uni-wuerzburg.de

Weitere Informationen:

http://www.neurologie.ukw.de/unsere-forschung/schlaganfall-neuroimaging-neuroinf... Zur Homepage der Neurologischen Universitätsklinik Würzburg, Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz
http://www.neurochirurgie.ukw.de/sektion-fuer-experimentelle-neurochirurgie/expe... Zur Homepage der Neurochirurgischen Universitätsklinik Würzburg / Prof. Dr. Anna-Leena Sirén

Robert Emmerich | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bakterien in fermentierten Lebensmitteln interagieren mit unserem Immunsystem
24.05.2019 | Universität Leipzig

nachricht Wie Einzelzellen und Zellverbünde beim Navigieren zusammenwirken
24.05.2019 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Direkte Abbildung von Riesenmolekülen

Physiker am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ) konnten riesige zweiatomige Moleküle erzeugen und mit einem hochaufgelösten Mikroskop direkt abbilden.

Die optische Auflösung einzelner Konstituenten herkömmlicher Moleküle ist aufgrund der kleinen Bindungslänge im Sub-Nanometerbereich bisher nicht möglich....

Im Focus: New studies increase confidence in NASA's measure of Earth's temperature

A new assessment of NASA's record of global temperatures revealed that the agency's estimate of Earth's long-term temperature rise in recent decades is accurate to within less than a tenth of a degree Fahrenheit, providing confidence that past and future research is correctly capturing rising surface temperatures.

The most complete assessment ever of statistical uncertainty within the GISS Surface Temperature Analysis (GISTEMP) data product shows that the annual values...

Im Focus: Geometrie eines Elektrons erstmals bestimmt

Physiker der Universität Basel können erstmals zeigen, wie ein einzelnes Elektron in einem künstlichen Atom aussieht. Mithilfe einer neu entwickelten Methode sind sie in der Lage, die Aufenthaltswahrscheinlichkeit eines Elektrons im Raum darzustellen. Dadurch lässt sich die Kontrolle von Elektronenspins verbessern, die als kleinste Informationseinheit eines zukünftigen Quantencomputers dienen könnten. Die Experimente wurden in «Physical Review Letters» und die Theorie dazu in «Physical Review B» veröffentlicht.

Der Spin eines Elektrons ist ein vielversprechender Kandidat, um als kleinste Informationseinheit (Qubit) eines Quantencomputers genutzt zu werden. Diesen Spin...

Im Focus: The geometry of an electron determined for the first time

Physicists at the University of Basel are able to show for the first time how a single electron looks in an artificial atom. A newly developed method enables them to show the probability of an electron being present in a space. This allows improved control of electron spins, which could serve as the smallest information unit in a future quantum computer. The experiments were published in Physical Review Letters and the related theory in Physical Review B.

The spin of an electron is a promising candidate for use as the smallest information unit (qubit) of a quantum computer. Controlling and switching this spin or...

Im Focus: Optische Superlinsen aus Gold

Oldenburger Forscher entwickeln neues optisches Mikroskop mit extrem hoher Auflösung

Eine kegelförmige Spitze aus Gold bildet das Kernstück eines neuen, extrem leistungsfähigen optischen Mikroskops, das Oldenburger Wissenschaftler in der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Effizientes Wertstoff-Recycling aus Elektronikgeräten

24.05.2019 | Veranstaltungen

Früherkennung 2.0: Mit Präzisionsmedizin Screeningverfahren weiterentwickeln

23.05.2019 | Veranstaltungen

Kindermediziner tagen in Leipzig

22.05.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schweißen ohne Wärme

24.05.2019 | Maschinenbau

Bakterien in fermentierten Lebensmitteln interagieren mit unserem Immunsystem

24.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

Wie Einzelzellen und Zellverbünde beim Navigieren zusammenwirken

24.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics