Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sauropoden werden neu vermessen

06.10.2008
Pittsburgh, New York und Washington haben zumindest eines gemeinsam: Sie stellen in großen, naturkundlichen Museen Dinosaurier aus. Jan-Thomas Möller, Doktorand am Institut für Biologie und ihre Didaktik, wird im Oktober diese drei Museen besuchen, um Dinosaurierskelette zu vermessen.

Seine Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, Körperhaltung und Beweglichkeit der Dinosaurier zu rekonstruieren. Außerdem will er der Frage nachgehen, warum die Sauropoden so groß wurden.

Sauropoden waren pflanzenfressende Dinosaurier, die bis zum Ende der Kreidezeit auf der Erde lebten. Beeindruckend war ihre Körpergröße: Bis über 40 Meter lang und 18 Meter hoch konnten die Saurier werden. Doch schon das Gewicht ist strittig. "Ging man vor einigen Jahren noch bei diesen Größen von 100 Tonnen aus, so sprechen einige Fachleute heute von zwei Drittel dieses Gewichts", sagt Prof. Dr. Andreas Christian, Biologe an der Universität Flensburg. Doch nicht nur das Gewicht gibt Rätsel auf. Die grundsätzliche Frage, die sich Prof. Dr. Andreas Christian, Jan-Thomas Möller und Forscher einer internationalen Gruppe stellen, ist, warum es überhaupt zu diesem Gigantismus kam. Ein Stichwort heißt in diesem Zusammenhang Allometrie.

In der Allometrie misst man die Körpergrößen und setzt sie in Beziehung zu anderen biologischen Größen; man erkennt Zusammenhänge und Abweichungen vom "Normalen". Ein Phänomen ist die Abhängigkeit der Tiergröße von der Größe der Landmasse, auf der sie leben. Auf Inseln leben kleine, auf Kontinenten große Tiere. Die Sauropoden sind für die Landmasse, auf der sie wohnten, eigentlich zu groß. Jan Thomas Möller wird also versuchen herauszufinden, welchen biologischen Vorteil der Gigantismus hatte.

Dafür wird der 27-Jährige knapp zwei Wochen in den Museen verbringen und Skelette adulter und juveniler Tiere vermessen und wenn möglich auch 3D-Scans anfertigen. Zuhause am Computer wird er dann die Änderungen der Proportionen während des Wachstums der Tiere modellieren und versuchen, die Ursachen zu finden, die das immense Größenwachstum verursachten. Außerdem wird er die Halswirbelsäulen der ausgestorbenen Tiere genau vermessen, um danach im Vergleich mit lebenden langhalsigen Tieren Rückschlüsse zu ziehen auf die Beweglichkeit des Halses und auf dessen Haltung. Denn diese interpretieren Wissenschaftler nicht immer gleich. Dabei macht es in Rekonstruktionen einen Unterschied, ob ein Sauropode den Hals waagerecht zum Boden bewegt, oder ob er mit aufrechter Kopfhaltung durch das simulierte Erdmittelalter schreitet.

Jan-Thomas Möller und Prof. Dr. Andreas Christian sind Mitglieder einer internationalen DFG-Forschergruppe, die sich seit vier Jahren mit dem Gigantismus bei Sauropoden beschäftigt. Im November findet an der Universität Bonn ein Kongress dieser Forschergruppe statt.

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Christian, Universität Flensburg, Tel, 0461 / 805 2313 (zusätzlich unter 2321), E-Mail: christian@uni-flensburg.de

Jan-Thomas Möller, Universität Flensburg, Tel. 0461 / 805 2324, jtmoeller@uni-flensburg.de

Dr. Helge Möller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-flensburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Große Forschung über kleinste Organismen
23.07.2018 | Jacobs University Bremen gGmbH

nachricht Sauerstoffstabile Hydrogenasen für die Anwendung
23.07.2018 | Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Sichere Schraubverbindungen mit standardisiertem Ultraschallverfahren

23.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren

23.07.2018 | Studien Analysen

Sauerstoffstabile Hydrogenasen für die Anwendung

23.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics