Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem Salmonellen-Infekt auf der Spur

13.11.2012
Freiburger Biochemiker analysieren erstmals einen Kanal, der den Krankheitserreger resistent gegen Zellgifte macht

Der Krankheitserreger Salmonella typhimurium, bekannt als Salmonellen-Infekt, ist resistent gegen viele Zellgifte, die das menschliche Immunsystem produziert, um sich gegen Eindringlinge zu verteidigen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Freiburg ist es gelungen, den Kanal, der den Erreger resistent macht, zu untersuchen. Ihre Ergebnisse haben sie in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) veröffentlicht.

Stickstoff erfüllt in lebenden Organismen verschiedene Aufgaben: Er kann als Energiequelle für das Wachstum, als Signalstoff oder sogar als Zellgift wirken. Denn die Zellen des menschlichen Immunsystems verteidigen sich gegen Bakterien, indem sie die Stickstoffverbindungen Nitrit und Peroxynitrit erzeugen und dadurch Eindringlinge schädigen oder töten. Bakterien jedoch können Nitrit zu ihrer Vermehrung nutzen. Sie haben ihr System an die Verteidigung des Immunsystems angepasst, um das Zellgift aufzunehmen, zur eigenen Stickstoffquelle umzuwandeln und dadurch unschädlich zu machen.

Salmonella typhimurium gelingt dies durch seinen Nitritkanal NirC. Salmonellen-Bakterien, die NirC nicht besitzen, können keine menschlichen Zellen infizieren. Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Oliver Einsle und Prof. Dr. Susana Andrade vom Institut für Biochemie der Albert-Ludwigs-Universität und dem Freiburger Exzellenzcluster BIOSS Centre for Biological Signalling Studies hat die molekulare Wirkungsweise dieses Nitritkanals untersucht.

NirC ist ein in der Zellmembran integriertes und dadurch besonders schwer zugängliches Protein. Die Freiburger Wissenschaftler haben es isoliert und seine dreidimensionale Raumstruktur aufgeklärt. Zudem konnten sie das Protein in eine nachgebaute biologische Mikromembran einbauen und so den elektrischen Strom messen, der durch den Transport von negativ geladenen Nitritionen durch NirC entsteht. Dadurch analysierte das Team alle Eigenschaften und Funktionen des Kanals und erstellte ein dreidimensionales Strukturmodell. Dieses Modell ist Anknüpfungspunkt für weitere Studien, um zum Beispiel nach spezifischen Hemmstoffen des Kanals zu suchen. Im klinischen Einsatz können sie letztlich dazu dienen, die Gefährlichkeit des Krankheitserregers zu senken.

Kontakt:
Prof. Dr. Oliver Einsle
Institut für Organische Chemie und Biochemie
Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-6058
E-Mail: einsle@biochemie-uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de
http://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2012/pm.2012-11-13.313-en?set_language=en

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pharmazeuten erzielen Durchbruch bei Suche nach magensaftbeständigen Zusätzen für Medikamente
17.12.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

nachricht Kommunikation zwischen neuronalen Netzwerken
17.12.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wenn sich Atome zu nahe kommen

„Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ - dieses Faust’sche Streben ist durch die Rasterkraftmikroskopie möglich geworden. Bei dieser Mikroskopiemethode wird eine Oberfläche durch mechanisches Abtasten abgebildet. Der Abtastsensor besteht aus einem Federbalken mit einer atomar scharfen Spitze. Der Federbalken wird in eine Schwingung mit konstanter Amplitude versetzt und Frequenzänderungen der Schwingung erlauben es, kleinste Kräfte im Piko-Newtonbereich zu messen. Ein Newton beträgt zum Beispiel die Gewichtskraft einer Tafel Schokolade, und ein Piko-Newton ist ein Millionstel eines Millionstels eines Newtons.

Da die Kräfte nicht direkt gemessen werden können, sondern durch die sogenannte Kraftspektroskopie über den Umweg einer Frequenzverschiebung bestimmt werden,...

Im Focus: Datenspeicherung mit einzelnen Molekülen

Forschende der Universität Basel berichten von einer neuen Methode, bei der sich der Aggregatzustand weniger Atome oder Moleküle innerhalb eines Netzwerks gezielt steuern lässt. Sie basiert auf der spontanen Selbstorganisation von Molekülen zu ausgedehnten Netzwerken mit Poren von etwa einem Nanometer Grösse. Im Wissenschaftsmagazin «small» berichten die Physikerinnen und Physiker von den Untersuchungen, die für die Entwicklung neuer Speichermedien von besonderer Bedeutung sein können.

Weltweit laufen Bestrebungen, Datenspeicher immer weiter zu verkleinern, um so auf kleinstem Raum eine möglichst hohe Speicherkapazität zu erreichen. Bei fast...

Im Focus: Data storage using individual molecules

Researchers from the University of Basel have reported a new method that allows the physical state of just a few atoms or molecules within a network to be controlled. It is based on the spontaneous self-organization of molecules into extensive networks with pores about one nanometer in size. In the journal ‘small’, the physicists reported on their investigations, which could be of particular importance for the development of new storage devices.

Around the world, researchers are attempting to shrink data storage devices to achieve as large a storage capacity in as small a space as possible. In almost...

Im Focus: Data use draining your battery? Tiny device to speed up memory while also saving power

The more objects we make "smart," from watches to entire buildings, the greater the need for these devices to store and retrieve massive amounts of data quickly without consuming too much power.

Millions of new memory cells could be part of a computer chip and provide that speed and energy savings, thanks to the discovery of a previously unobserved...

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kommunikation zwischen neuronalen Netzwerken

17.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Beim Phasenübergang benutzen die Elektronen den Zebrastreifen

17.12.2018 | Physik Astronomie

Pharmazeuten erzielen Durchbruch bei Suche nach magensaftbeständigen Zusätzen für Medikamente

17.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics