Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ressourcenschonung durch Beschichtungen - Warum die Forschung über Lacke so wichtig ist

20.09.2012
Die Ressourcen der Erde gilt es zu schonen, damit auch nachfolgende Generationen sie nutzen können. Daher beschäftigt sich die 77. Lacktagung vom 26. bis 28. September in Bremerhaven u.a. mit der Frage, wie sich mit Hilfe von Beschichtungen vorhandene Ressourcen schonen lassen.

Die Tagung der Fachgruppe Lackchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) hat dafür einen passenden Ort gewählt: In Bremerhaven befindet sich neben dem Institut für Marine Ressourcen IMARE auch das größte Industriegebiet für den Bau von Offshore-Windanlagen an der Nordsee.

Und die Windkraft zu nutzen, hilft fossile Energieträger einzusparen, wobei es hier auch auf die Beschichtungen der Windräder ankommt. Die Themen Ressourcenschonung, Ökobilanzen, die Senkung des Energieverbrauchs bei Lackierprozessen und Verbesserungen beim Korrosionsschutz – alle Begriffe stehen für eine Reduzierung des Verbrauchs von Energie, Rohstoffen und anderen Gütern.

Grüne Chemie, Nachhaltigkeit und Ökobilanzen sind das Thema des ersten Tagungsblocks: Aus verschiedenen Blickrichtungen und auf unterschiedliche Anwendungen bezogen werden grundsätzliche Betrachtungen zur Ressourceneffizienz von Materialien und Verfahren vorgestellt, von der Ökobilanzrechnung über nachwachsende Rohstoffe, Straßenmarkierungsfarben bis hin zur Bauchemie, deren Trends zur Nachhaltigkeit vom Vorsitzenden der GDCh-Fachgruppe Bauchemie, Dr. Hubert Motzet, als Blick über den Zaun dargestellt werden.
Mit Windenergie-Anlagen beschäftigt sich der Beitrag von Dr. Oliver Tiedje, Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, Stuttgart. Er befasst sich mit der „Materialeffizienz bei der Airless-Applikation in der Beschichtung von Windenergie-Anlagen“. Airless-Zerstäubung bedeutet, dass das Beschichtungsmaterial mit hohem Druck appliziert wird. Dieses moderne Verfahren hat in der Windenergiebranche bislang nur geringe Bedeutung, so dass bisher auch noch keine systematischen Untersuchungen in der notwendigen Tiefe vorgenommen wurden. Tiedje stellt in seinem Beitrag Versuche und Ergebnisse vor, die mittels moderner Messtechnik und numerischer Simulationsberechnungen zur Airless-Zerstäubung gewonnen wurden. Die Technikumsversuche zeigen den Bezug zu realen Systemen. So werden vom Vortragenden Methoden zur Erhöhung des Wirkungsgrads bei gleichbleibender Qualität der Bauteile aufgezeigt.

Dr. Irina Zvonkina, ebenfalls vom Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, Stuttgart, evaluiert in ihrem Vortrag die Effizienz von Beschichtungen, die die wärmenden und für das menschliche Auge unsichtbaren Infrarot-Anteile des Sonnenlichts reflektieren bzw. remittieren. Diese sogenannten „cool coatings“ sind aufgrund ihrer Fähigkeit, bei der Kühlung von Fahrzeugen oder Gebäuden Energie einzusparen, von Interesse. Der verringerte Einsatz von Klimaanlagen führt zudem zu einer Reduktion von CO2-Emissionen. Bei Elektromobilen mit ihren begrenzten Energieressourcen sind solche Beschichtungen von Bedeutung, um keine Energie für die Klimatisierung der Fahrzeuge zu verschwenden. Gerade im Bereich Automotive gilt es dabei, die Remission vor allem im nahen Infrarot-Bereich (NIR) zu optimieren, da dieser Bereich etwa die Hälfte der solaren Wärmestrahlung abdeckt. Zvonkina schlägt eine neue Methode zur Bewertung der Effizienz IR-remittierender Beschichtungen vor. Hierzu vergleicht sie die von einem „cool coating“ aufgenommene Wärmemenge mit der einer Ruß-basierten Beschichtung, die als Modell für einen schwarzen Körper dient. Aus den beiden Werten ergibt sich dann eine „Kühlungseffizienz“ der jeweiligen IR-remittierenden Beschichtung. Die Vortragende berichtet in Bremerhaven über die Ergebnisse, die sie mit dieser neuen Methode für verschiedene Beschichtungen, basierend auf kommerziell erhältlichen Pigmenten, erhalten hat.

Im Rahmen des von der BYK-Chemie unterstützen Begrüßungsabends im Deutschen Auswandererhaus am 26. September wird der Sieger des diesjährigen FARBE UND LACK- Preises bekannt gegeben. Die beiden Gewinner des Tagungspreises der FG Lackchemie werden wie üblich auf der Tagung aus den Reihen der Vortragenden gewählt und am Ende der Veranstaltung geehrt. Den Abschluss der Lacktagung bildet eine Besichtigung der Titandioxid-Produktionsanlage von Kronos Titan in Nordenham.

Weitere Informationen im Internet unter www.gdch.de/lackchemie2012.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker gehört mit über 30.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Fachgruppe Lackchemie mit über 450 Mitgliedern, die seit 65 Jahren besteht. Die Fachgruppe sieht ihre Aufgaben u.a. in der aktiven Förderung der Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Beschichtungsstoffe und Pigmente und damit verbundener Rohstoffe, Produkte und Technologien sowie in der Mitarbeit bei technischen und politischen Fragestellungen der europäischen und deutschen Gesetzgebung.

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/lackchemie2012

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Entstanden Nervenzellen, um mit Mikroben zu sprechen?
10.07.2020 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Forscher der Universität Bayreuth entdecken außergewöhnliche Regeneration von Nervenzellen
09.07.2020 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erster Test für neues Roboter-Umweltmonitoring-System der TU Bergakademie Freiberg

10.07.2020 | Informationstechnologie

Binnenschifffahrt soll revolutioniert werden: Erst ferngesteuert, dann selbstfahrend

10.07.2020 | Verkehr Logistik

Robuste Hochleistungs-Datenspeicher durch magnetische Anisotropie

10.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics