Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Erkenntnisse ermöglichen effektiveres Fischfutter

16.08.2010
Durch neue Erkenntnisse darüber, was im Körper bei der Nahrungsaufnahme von Fischen geschieht, lässt sich besseres Fischfutter herstellen. Forscher der Universität Göteborg hoffen, damit einen Beitrag zu einer effektiveren Wasserwirtschaft leisten zu können. Langfristig wird es möglich, die Verfügbarkeit von gezüchtetem Fisch zu erhöhen, was zu einer besseren Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung führen kann.

Forscher Henrik Seth vom Institut für Zoologie der Universität Göteborg hat mit seinen Studien dazu beigetragen, unser Verständnis darüber zu verbessern, was im Körper nach einer unserer häufigsten Beschäftigungen überhaupt abläuft – nämlich nach dem Essen.

Seit langem ist bekannt, dass bei der Nahrungsaufnahme mehrere Veränderungen im Körper stattfinden, u. a. kommt es zu einer verstärkten Magen-Darm-Durchblutung. Dies trifft sowohl auf den Menschen als auch auf andere Säugetiere zu – aber eben auch auf Fische. Man weiß jedoch bisher noch relativ wenig darüber, welche Signale diese Veränderungen auslösen und wie die Steuerung abläuft. Sowohl die Menge der Nahrung als auch ihre chemische Zusammensetzung sind von Bedeutung dafür, wie der Körper reagiert.

„Es ist nicht nur die Durchblutung, die von der chemischen Zusammensetzung beeinflusst wird, sondern auch der Energieverbrauch des Magens und Darmes, und zwischen diesen Faktoren besteht vermutlich ein Zusammenhang”, so Henrik Seth.

Steigt der Energieverbrauch des Magen-Darm-Trakts, ist auch eine intensivere Durchblutung notwendig, um das aktive Gewebe mit Sauerstoff und Nahrung zu versorgen.

„Die vermehrte Durchblutung ist zudem wichtig, um die absorbierten Nährstoffe so abzutransportieren, so dass sie anschließend genutzt werden können, um die verschiedenen Körperteile mit Nahrung zu versorgen sowie verschiedene Gewebe aufzubauen und zu reparieren”.

Die Ergebnisse der Forschung von Henrik Seth zeigen, dass auch Teile des Nervensystems der Fische an dieser Steuerung beteiligt sind. Gleichzeitig haben verschiedene Hormone wie beispielsweise Cholecystokinin die Möglichkeit, die Steuerung je nach Zusammensetzung der Nahrung zu beeinflussen.

Vor allem könnten weitere Erkenntnisse auf diesem Gebiet dazu führen, dass man zukünftig Fischfutter herstellt, das weniger Energie benötigt, die Nahrung zu zersetzen und zu absorbieren.

„Damit könnte man möglicherweise das Wachstum der gezüchteten Fische anregen, was wiederum in der Fischzucht zu einer stark verbesserten Effizienz mit geringeren Energieverlusten beitragen würde. Die effizientere Nutzung unsere Nahrungsquellen wird sich angesichts des ständigen Wachstums der Weltbevölkerung als immer wichtiger erweisen“, unterstreicht Henrik Seth abschließend.

Ansprechpartner:
Henrik Seth, Institut für Zoologie, Universität Göteborg
+46 31-786 34 85
+46 707-22 30 49
H.Seth@zool.gu.se
Journal: Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol. 298, R1240-1248. 2010 Feb 17.
Title: Cholecystokinin (CCK) as a potential regulator of cardiac function and postprandial gut blood flow in rainbow trout (Oncorhynchus mykiss).

Authors: Seth H, Gräns A, Axelsson M. (2010)

Helena Aaberg | idw
Weitere Informationen:
http://gupea.ub.gu.se/handle/2077/22030
http://www.gu.se

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen
20.07.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten
20.07.2018 | Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics