Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit aufgerüsteten T-Zellen Krebs bekämpfen

19.02.2016

Deutsche Krebshilfe fördert Verbundforschungsprojekt mit Beteiligung der Universitätsmedizin Mainz im Bereich der personalisierten Immuntherapie

Die Deutsche Krebshilfe fördert das Verbundforschungsprojekt „Nutzung mutierter Neoantigene für die T-Zelltherapie von Krebserkrankungen“, an dem Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz beteiligt sind.


Ziel dieses Verbundforschungsprojektes im Bereich der personalisierten Immuntherapie ist es, T-Zellrezeptoren für therapeutische Anwendungen künstlich herzustellen. Im Erfolgsfall sollen die im Labor gewonnenen T-Zellrezeptoren in einer personalisierten Immuntherapie gegen schwarzen Hautkrebs und bei Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse Anwendung finden.

Unter den weißen Blutzellen sind die sogenannten T-Zellen oder T-Lymphozyten in der Lage, über hochempfindliche und spezifische Rezeptoren Krebszellen zu erkennen. Diese T-Zellrezeptoren für therapeutische Anwendungen künstlich herzustellen, ist das Ziel eines Verbundforschungsprojekts, an dem Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz beteiligt sind.

Die Deutsche Krebshilfe fördert dieses Verbundforschungsprojekt für die Dauer von drei Jahren mit einer Million Euro. Im Erfolgsfall sollen die im Labor gewonnenen T-Zellrezeptoren in einer personalisierten Immuntherapie gegen schwarzen Hautkrebs und bei Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse Anwendung finden.

„Unser Ziel ist es, T-Zellrezeptor-Moleküle herzustellen, mit denen sich das Immunsystem aktivieren lässt, gegen die Tumorzellen vorzugehen“, sagt der Tumorimmunologe Univ.-Prof. Dr. Thomas Wölfel von der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz. Er und Univ.-Prof. Dr. Matthias Theobald, Direktor der III. Medizinischen Klinik, sind mit ihren Arbeitsgruppen Teil des Verbundforschungsprojekts mit dem Namen „Nutzung mutierter Neoantigene für die T-Zelltherapie von Krebserkrankungen“.

An diesem Projekt sind auch Wissenschaftler der Charité in Berlin (Prof. G. Willimsky und Prof. T. Blankenstein), der Universitätshautklinik Essen (Priv.-Doz. A. Paschen, Prof. D. Schadendorf) und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg (Prof. R. Offringa) beteiligt. „Gelingt es uns, Krebs erkennende T-Zellrezeptoren zu entwickeln und die T-Zellen damit auszustatten, so wäre das ein entscheidender Schritt hin zu einer neuen personalisierten Immuntherapie“, ergänzt Professor Theobald.

Das Forschungsprojekt basiert auf folgender Erkenntnis: Krebszellen unterscheiden sich von gutartigen Zellen durch neu aufgetretene genetische Veränderungen. Solche Neumutationen führen zur Bildung von Eiweißen, die für den individuellen Tumor spezifische Strukturmerkmale aufweisen. Ein Teil dieser als Neoantigene bezeichneten Merkmale wird durch Zellen der Immunabwehr, die T-Lymphozyten, mittels hochempfindlicher und mutationspezifischer T-Zellrezeptoren erkannt. Abwehrzellen gegen Neoantigene sind geeignet, Tumorabstoßungsreaktionen auszulösen, ohne dass dabei mit einer Schädigung von Normalgewebe zu rechnen ist.

„Zunächst gilt es, in ausgewählten Tumoren tumorspezifische Neoantigene zu identifizieren“, sagt Professor Wölfel und Professor Theobald fügt hinzu: „Haben wir die tumorspezifischen Neoantigene identifiziert, so ist das die Voraussetzung, um verschiedene Verfahren zur Gewinnung von mutationsspezifischen T-Zellrezeptoren zu entwickeln und anschließend im Modellversuch zu testen.“ Auf Grundlage dessen soll dann eine technologische Plattform für den Einsatz solcher T-Zellrezeptoren im Rahmen einer personalisierten Immuntherapie geschaffen werden.

„Die auf veränderte T-Zellrezeptoren ausgerichtete T-Zell-Immuntherapie ist ein sehr komplexes Forschungsfeld. Daher macht es Sinn, die Expertise von Grundlagenforschern und anwendungsorientierten kliniknahen Wissenschaftlern zu bündeln. Genau das leistet dieses Verbundforschungsprojekt. Es hat das Potential, einen bedeutenden Beitrag auf dem Weg zu einer personalisierten Immuntherapie zu leisten“, sagt der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann.

Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Thomas Wölfel
III. Medizinische Klinik und Poliklinik
Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131 17-3797
E-Mail: thomas.woelfel@unimedizin-mainz.de

Pressekontakt
Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7428, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

Oliver Kreft | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Sinneswahrnehmung ist keine Einbahnstraße
17.10.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Neuer ALS-Bluttest: Hilfe bei der Differenzialdiagnose und Hinweise auf Krankheitsverlauf
17.10.2018 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Im Focus: Storage & Transport of highly volatile Gases made safer & cheaper by the use of “Kinetic Trapping"

Augsburg chemists present a new technology for compressing, storing and transporting highly volatile gases in porous frameworks/New prospects for gas-powered vehicles

Storage of highly volatile gases has always been a major technological challenge, not least for use in the automotive sector, for, for example, methane or...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2018

16.10.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz in der Medizin

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Sinneswahrnehmung ist keine Einbahnstraße

17.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Space Farming dank Pflanzenhormon Strigolacton

17.10.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Oberflächen mit flexiblen und handlichen Plasmaquellen aktivieren

17.10.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics