Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millionen-Förderung für Energie aus Biogas

23.11.2012
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Forschungsnetzwerk „BioPara“ zur Untersuchung von biochemischen Abläufen in Biogasanlagen mit insgesamt rund 2,6 Millionen Euro. Das Netzwerk unter Federführung der Universität Bonn besteht aus sieben universitären Forschergruppen und dem Firmenkonsortium Bioreact/Bonalytik.

Bakterien nutzen Pflanzenreste, Abfälle und tierische Exkremente wie Mist oder Gülle zur eigenen Energiegewinnung. Geschieht dies unter Luftabschluss in einer Biogasanlage, entsteht durch Vergärung Methan.


Biogasanlage: Das vom BMBF geförderte Forschungsnetzwerk „BioPara“ untersucht unter Federführung der Universität Bonn die biochemischen Abläufe in solchen Anlagen, um sie noch effizienter zu machen.

(c) Foto: Bioreact GmbH/Troisdorf

Aus diesem Gas erzeugen Blockheizkraftwerke wiederum Strom und Wärme als regenerative Energie. Bis aber das begehrte Biogas gewonnen werden kann, müssen die verschiedenen Bakterien in echter Teamarbeit gemeinsam etliche Vorbereitungsschritte bewältigen. Zunächst spalten die Mikroorganismen die meist langkettigen Kohlenhydrate und Proteine in kleinere Einheiten auf, die nach weiteren Schritten schließlich von Bakterien vergoren werden können.

Bakterien leisten echte Teamarbeit

Was sehr einfach klingt, ist ein komplexer Vorgang mit vielen Beteiligten. Nur wenn das Zusammenspiel der Bakterien, das zu vergärende Material und die äußeren Bedingungen – wie etwa Temperatur und pH-Wert – stimmen, ist die Methanausbeute hoch. „Das Ziel von BioPara ist, ein Gesamtbild der mikrobiologischen Vorgänge zu erhalten und mit anderen physikalischen und chemischen Parametern in Beziehung zu setzen, um den Zustand des Biogasprozesses zu erfassen“, berichtet Professor Dr. Uwe Deppenmeier vom Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie der Universität Bonn, der das Netzwerk koordiniert.
Genetischer Fingerabdruck der beteiligten Bakterien

Die an „BioPara“ beteiligten Wissenschaftler und Firmen wollen in ausgewählten Biogasanlagen genauer untersuchen, wie das Ausgangsmaterial von den Mikroorganismen konkret umgesetzt wird und unter welchen Bedingungen dies erfolgt. Im Mittelpunkt steht dabei, welche Enzyme und sonstigen biochemisch aktiven Substanzen an den Prozessen beteiligt sind. Mithilfe von genetischen Fingerabdrücken wollen die Forscher zudem herausbekommen, wie sich die Bakteriengemeinschaft zusammensetzt und welche ihrer Mitglieder eine Schlüsselrolle bei der Biogasgewinnung spielen. „So soll durch die Bereitstellung und Analyse einer Fülle neu gewonnener Daten aus der Praxis und im Labormaßstab ein wesentlicher Fortschritt zur Prozessoptimierung und Problembehandlung landwirtschaftlicher Biogasanlagen erzielt werden“, sagt Prof. Deppenmeier. Auf diesen grundlegenden Daten basierend sollen die Biogasanlagen noch zuverlässiger und effektiver die Biomasse in Energie umwandeln können.

Viele Forschergruppen und ein Ziel

Das Netzwerk besteht aus sieben universitären Gruppen (Bonn, Kiel, Hamburg, TU Dresden, Frankfurt, Ulm und Konstanz) und dem Firmenkonsortium Bioreact/Bonalytik mit Sitz in Troisdorf. Die Bioreact GmbH ist deutschlandweit im Bereich der Prozessoptimierung landwirtschaftlicher Biogasanlagen mit eigenen Produkten, Dienstleitungen und einem Beraterteam aktiv und verfügt über eine der besten, einschlägigen Datensammlungen. Die bonalytic GmbH ist akkreditierter Laboranalyse-Dienstleister mit ausgewiesener Expertise im Biogas-Bereich.
Kontakt:

Prof. Dr. Uwe Deppenmeier
Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie
der Universität Bonn
Tel. 0228/735590
E-Mail: udeppen@uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff
17.07.2018 | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

nachricht Künstliche neuronale Netze helfen, das Gehirn zu kartieren
17.07.2018 | Max-Planck-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics