Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ionen-Bombardement bringt doppelten Nutzen

02.07.2012
Physikochemiker der Philipps-Universität können sich über die Förderung ihrer Forschungsarbeit zum Transport von Ionen freuen
Die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Karl-Michael Weitzel erhält knapp 400.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, um den Ionentransport durch Festkörperelektrolyte zu studieren; die Doktorandin Veronica Wesp wurde mit einem Kekulé-Stipendium des Fonds der Chemischen Industrie ausgezeichnet.

„Der Ionentransport durch Festkörperelektrolyte ist zentraler Bestandteil der Forschung in den Bereichen Energiekonversion und Energiespeicherung“, erklärt Weitzel zur Bedeutung des Forschungsgebietes; „der Ionentransport durch Biomembrane bildet die Basis für Sinneswahrnehmungen“.

Die beiden geförderten Projekte nutzen eine kürzlich in der Gruppe von Weitzel entwickelte Methode zur Bestimmung der Ionenleitfähigkeit. „Das Verfahren basiert auf dem Bombardement eines Festkörperelektrolyten oder einer Membran mit einem Alkali-Ionenstrahl“, erläutert der Chemiker. Da Ionen elektrisch geladen sind, führt ihre Anlagerung auf der Vorderseite der Probe dazu, dass sich gegenüber der Rückseite ein doppeltes Gefälle ausbildet, nämlich zum einen ein Gradient zwischen Oberflächenpotential und Rückseitenpotenzial sowie zum anderen ein Konzentrationsgradient; der Ausgleich dieses Ungleichgewichts geht mit einem Ionentransport einher – es fließt Strom.

Mittels einer Elektrode auf der Rückseite lässt sich der Strom messen, der durch die Probe fließt. Durch eine Kombination von Methoden können die Diffusionsprofile quantitativ durch die gesamte Probe hindurch vermessen werden. „Dabei frisst sich ein Analyse-Strahl sozusagen langsam durch die Probe“, schildert Weitzel das Verfahren. „Dadurch erhält man letztlich im wahrsten Sinne des Wortes Zugang zur inneren Grenzfläche zwischen Elektrolyt und Elektrode.“ Mit der inneren Grenzfläche sind bedeutende, aktuelle Fragestellungen verknüpft, unter anderem in der Batterieforschung.

Die Experimente werden durch theoretische Studien begleitet. Von ihnen erwarten sich die Wissenschaftler ein besseres Verständnis der elektrochemischen Prozesse an inneren Grenzflächen.

Das Kekulé-Stipendium des Fonds der Chemischen Industrie fördert Doktoranden des Faches Chemie oder angrenzender Gebiete, um den besten Nachwuchs im Chemiebereich zu unterstützen. Voraussetzung für die Vergabe ist, dass hervorragende Studienleistungen in kürzester Studienzeit erbracht werden.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Prof. Karl-Michael Weitzel,
Fachgebiet Physikalische Chemie
Tel.: 06421 28-22360, -22361
E-Mail: weitzel@chemie.uni-marburg.de

Johannes Scholten | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-marburg.de
http://www.uni-marburg.de/fb15/ag-weitzel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen
20.07.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten
20.07.2018 | Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics