Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Invasive Pflanze fördert Ozon-Bildung

19.05.2010
Umweltschädliche Wirkung von eingeschleppter Kopoubohne bewiesen

Die Kopoubohne (Pueraria lobata) war ein Geschenk der japanischen Regierung zum 100. Geburtstag der Staatsgründung der Vereinigten Staaten. Nun haben Forscher um Jonathan Hickman von der New Yorker Stony Brook University nachgewiesen, dass das Gewächs einen signifikanten Anteil an der Produktion des bodennahen Ozons in den südöstlichen Staaten der USA trägt. Die invasive Pflanze produziert nämlich zwei chemische Substanzen, die die Entstehung des gesundheitsschädlichen Gases fördern.

Die Kopoubohne - auch Kudzu genannt - ist eine Rebe, die ursprünglich aus Südost-China und Japan stammt und 1876 in die USA eingeführt wurde. Aufgrund der schönen und wohlduftenden Blüten wurde das schnellwuchernde Gewächs in den 1930er-Jahren zur Bepflanzung der Straßenränder verwendet um die Erosion zu verhindern. Die Kopoubohne fand in ihrer neuen Heimat optimale Lebensbedingungen vor und wurde so immer mehr zu einem Eindringling ohne Feinde. Manche Forscher berichten darüber, dass schätzungsweise 30.000 Quadratkilometer heute vollständig von dem Bohnengewächs überwuchert sind.

Chemische Reaktion erhöht Ozonwerte

Wie auch bei anderen Artverwandten der Leguminosen (Bohnengewächse) sind die in Symbiose mit den Wurzeln lebenden Bakterien der Kopoubohne in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu fixieren. Dabei produziert die Pflanze Isopren und Stickoxide. Beide Substanzen bilden, wenn sie mit dem Luftstickstoff in Verbindung kommen, Ozon.

"Wir haben entdeckt, dass diese chemische Reaktion zu einer 50-prozentigen Zunahme von Tagen, an denen die Ozonwerte die von der Umweltbehörde festgelegten Grenzwerte überschreiten, führt", so Studien-Koautor Manuel Lerdau, Professor für Umweltforschung in Biologie an der University of Virginia. Mit den beiden Atmosphären-Forschern Shiliang Wu und Loretta Mickley von der Harvard University wurden die 50-Jahres-Auswirkungen der Kopoubohnen-Invasion auf die Luftgüte umgerechnet. Gemessen wurde an drei verschiedenen Standorten in Georgia.

Ernsthafte Überlegung der Ausrottung

"Was wir gefunden haben, läßt den Schluss zu, dass diese biologische Invasion die Luftgüte verschlechtern kann. Eine stärkere Luftverschmutzung führt zu einer stärkeren Gesundheitsbelastung und zur Abnahme der landwirtschaftlichen Produktivität", erklärt Lerdau. "Das sind alles Argumente, die dafür sprechen, diesen biologischen Invasor auszurotten."

"In Österreich ist eine Einschleppung der Kopoubohne nicht zu befürchten, denn strenge Winter kann sie nicht überstehen", so der Biologe Franz Essl vom Umweltbundesamt in Wien, gegenüber pressetext. "Generell ist aber unbedingt darauf zu achten, dass bei der Auswahl von Pflanzenarten für den Garten als problematisch bekannte Neophyten vermieden werden. Denn vom Garten in den nächsten Wald ist es für diese Pflanzen oft nur ein kleiner Schritt", so Essl.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.stonybrook.edu
http://www.umweltbundesamt.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der Türsteher im Gehirn
06.08.2020 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Peptide: Forschungs-Erfolg mit den kleinen Geschwistern der Proteine
06.08.2020 | Hochschule Coburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

Eine entscheidende Ergänzung zum Stanzen von Kontakten erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Die Aachener haben im Rahmen des EFRE-Forschungsprojekts ScanCut zusammen mit Industriepartnern aus Nordrhein-Westfalen ein hybrides Fertigungsverfahren zum Laserschneiden von dünnwandigen Metallbändern entwickelt, wodurch auch winzige Details von Kontaktteilen umweltfreundlich, hochpräzise und effizient gefertigt werden können.

Sie sind unscheinbar und winzig, trotzdem steht und fällt der Einsatz eines modernen Fahrzeugs mit ihnen: Die Rede ist von mehreren Tausend Steckverbindern im...

Im Focus: ScanCut project completed: laser cutting enables more intricate plug connector designs

Scientists at the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT have come up with a striking new addition to contact stamping technologies in the ERDF research project ScanCut. In collaboration with industry partners from North Rhine-Westphalia, the Aachen-based team of researchers developed a hybrid manufacturing process for the laser cutting of thin-walled metal strips. This new process makes it possible to fabricate even the tiniest details of contact parts in an eco-friendly, high-precision and efficient manner.

Plug connectors are tiny and, at first glance, unremarkable – yet modern vehicles would be unable to function without them. Several thousand plug connectors...

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationstage 2020 – digital

06.08.2020 | Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Türsteher im Gehirn

06.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kognitive Energiesysteme: Neues Kompetenzzentrum sucht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft

06.08.2020 | Energie und Elektrotechnik

Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

06.08.2020 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics