Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation: Sicher mit Nanomaterialien arbeiten

18.12.2017

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine internationale Leitlinie veröffentlicht, um Beschäftigte vor möglichen Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz durch hergestellte Nanomaterialien (manufactured nanomaterials) zu schützen. Die Leitlinie, die sich an Regierungen und Experten in den mehr als 180 Mitgliedsstaaten der WHO richtet, enthält Empfehlungen zur Gefährdungsbeurteilung und zu geeigneten Arbeitsschutzmaßnahmen beim Umgang mit hergestellten Nanomaterialien. In die Leitlinie floss Expertenwissen aus der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ein.

Mit der Veröffentlichung der Leitlinie „WHO guidelines on protecting workers from potential risks of manufactured nanomaterials“ (WHO Leitlinien zum Schutz der Beschäftigten vor möglichen Gefährdungen durch hergestellte Nanomaterialien) betrat die Weltgesundheitsorganisation Neuland bei der internationalen Regelsetzung für Gefahrstoffe am Arbeitsplatz. Auf Grundlage systematischer Auswertungen der wissenschaftlichen Literatur wurde die Leitlinie nach dem Vorbild der evidenzbasierten Medizin erstellt.


Ein Nano kommt selten allein: Agglomeriertes Nanosilber bei 20.000-facher Vergrößerung

BAuA

Mit Hilfe der Nanotechnologie lassen sich die Eigenschaften chemischer Materialien heute sehr gezielt beeinflussen und gestalten. Das eröffnet große Innovationspotenziale beispielsweise für leichte und energieeffiziente Produkte. Jedoch sind Nanomaterialien auch eine Herausforderung für den Arbeitsschutz, weil neben der chemischen Zusammensetzung auch die spezifische Materialgestaltung mit Gesundheitsgefährdungen einhergehen kann.

Am Arbeitsplatz können eingeatmete Stäube und Fasern langfristig zu chronischen Erkrankungen der Atemwege führen, wenn sie sich aufgrund ihrer Schwerlöslichkeit in der Lunge anreichern. Besonderer Aufmerksamkeit bedürfen einige Fasermaterialien, deren Staub starre Fasern enthält, die ähnlich wie Asbest wirken.

Als Experte hat Dr. Rolf Packroff, wissenschaftlicher Leiter des Fachbereichs „Gefahrstoffe und Biologische Arbeitsstoffe“ der BAuA, an der Leitlinie mitgewirkt. Wichtige Erkenntnisse aus der Forschungsarbeit der BAuA und Schlussfolgerungen aus der technischen Regelsetzung im Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) konnten so eingebracht werden.

Zu den wesentlichen Punkten gehören dabei die Einteilung von Nanomaterialien in drei gefährdungsbezogene Gruppen und eine Differenzierung zwischen starren und nicht-starren Faserstäuben. Durch diese Unterscheidungen lassen sich die notwendigen Arbeitsschutzmaßnahmen differenziert festlegen. Zudem sollen sie eine wissenschaftlich fundierte Risikokommunikation ermöglichen und einer generellen Stigmatisierung von Nanomaterialien entgegenwirken.

Die Leitlinie gibt es in englischer Sprache im PDF-Format im Internetangebot der WHO unter der Adresse http://www.who.int/occupational_health/publications/manufactured-nanomaterials/e....

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.
http://www.baua.de

Weitere Informationen:

http://www.who.int/occupational_health/publications/manufactured-nanomaterials/e... Direkter Link zur Leitlinie „WHO guidelines on protecting workers from potential risks of manufactured nanomaterials“

Jörg Feldmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Im Visier: die „kleinen Geschwister“ der Proteine
12.11.2018 | Technische Universität Berlin

nachricht Reparaturdefekt führt zu Chaos im Erbgut
12.11.2018 | Deutsches Krebsforschungszentrum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Im Focus: Datensicherheit: Aufbruch in die Quantentechnologie

Den Datenverkehr noch schneller und abhörsicher machen: Darauf zielt ein neues Verbundprojekt ab, an dem Physiker der Uni Würzburg beteiligt sind. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit 14,8 Millionen Euro.

Je stärker die Digitalisierung voranschreitet, umso mehr gewinnen Datensicherheit und sichere Kommunikation an Bedeutung. Für diese Ziele ist die...

Im Focus: A Leap Into Quantum Technology

Faster and secure data communication: This is the goal of a new joint project involving physicists from the University of Würzburg. The German Federal Ministry of Education and Research funds the project with 14.8 million euro.

In our digital world data security and secure communication are becoming more and more important. Quantum communication is a promising approach to achieve...

Im Focus: Research icebreaker Polarstern begins the Antarctic season

What does it look like below the ice shelf of the calved massive iceberg A68?

On Saturday, 10 November 2018, the research icebreaker Polarstern will leave its homeport of Bremerhaven, bound for Cape Town, South Africa.

Im Focus: Forschungsschiff Polarstern startet Antarktissaison

Wie sieht es unter dem Schelfeis des abgebrochenen Riesen-Eisbergs A68 aus?

Am Samstag, den 10. November 2018 verlässt das Forschungsschiff Polarstern seinen Heimathafen Bremerhaven Richtung Kapstadt, Südafrika.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

Profilierte Ausblicke auf die Mobilität von morgen

12.11.2018 | Veranstaltungen

Mehrwegbecher-System für Darmstadt: Prototyp-Präsentation am Freitag, 16. November, 11 Uhr

09.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ein magnetisches Gedächtnis für den Computer

12.11.2018 | Energie und Elektrotechnik

Autonomes Parken wird erprobt

12.11.2018 | Informationstechnologie

Multicopter und Satelliten für den Rettungseinsatz

12.11.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics