Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hunderte neuer Mikroorganismen

30.01.2018

Zahlreiche neue Mikroorganismen entdeckte eine Wissenschaftlergruppe um Dr. Alexander Probst von der Universität Duisburg-Essen (UDE) in einem berühmten Kaltwassergeysir in Utah/USA. Ihre Ergebnisse wurden jetzt in der renommierten Zeitschrift Nature Microbiology veröffentlicht. Dr. Alexander Probst kam kürzlich über das NRW-Rückkehrerprogramm an die UDE.

40 Meter hoch spritzen die Kaltwasserfontänen des Crystal Geyser seit 1930 in die Atmosphäre über dem Colorado Plateau und mit ihnen Unmengen an Kohlendioxid (CO2). Jahrelang wurde hier modellhaft erforscht, wie sich verflüssigtes CO2 dauerhaft im Untergrund einlagert.


Dr. Probst: „Ein Rätsel war allerdings bislang, welche biologischen Prozesse in so einem kohlendioxidreichem Grundwasser ablaufen.“

Dies konnte er nun zusammen mit einer Forschergruppe von der University of California, Berkeley lösen. Sie nahmen den Kaltwassergeysir mikrobiologisch genauer unter die Lupe und rekonstruierten das Erbmaterial hunderter Mikroorganismen, die in verschiedenen Erdschichten des Colorado Plateaus vorkommen.

„Zusammen mit Kollegen der University of Calgary brachten wir die Hydrogeologie und Mikrobiologie auf einen Nenner. So konnten wir die Herkunft des Grundwassers und der Mikroorganismen genauer analysieren“, so Probst.

An die Tiefe perfekt angepasst

Sie dokumentierten das Vorkommen und den Stoffwechsel von Mikroorganismen in verschiedenen Grundwasserleitern. Dabei stellte sich heraus, dass Mikroorganismen je nach Tiefe auf verschiedene Art und Weise CO2 in organische Substanz umwandelten.

Einen solchen Prozess kennt man an der Oberfläche vor allen Dingen durch Pflanzen. Probst ergänzt: „Dieser Vorgang, das Einbinden von Kohlendioxid in organische Materie, ist nicht zu unterschätzen. Er ist die Voraussetzung dafür, dass sich ein breites Spektrum an Mikroorganismen bilden kann. Auch biotechnologisch ist dies von sehr großer Bedeutung.“

Erstaunlich war jedoch dabei, dass vor allem in den tieferen Schichten Mikroorganismen vorkamen, die vollkommen abhängig von anderen Organismen in einer Lebensgemeinschaft (Symbiose) lebten. In Ihrer Arbeit dokumentierten die Forscher, wie das Zusammenleben von zwei Mikroorganismen genau aussieht und warum diese beiden vor allem im Grundwasser vorkommen können.

Weitere Informationen:
Differential depth distribution of microbial function and putative symbionts through sediment-hosted aquifers in the deep terrestrial subsurface

Redaktion: Beate Kostka, Tel. 0203/379-2430, beate.kostka@uni-due.de

Weitere Informationen:

https://www.nature.com/articles/s41564-017-0098-y
https://www.uni-due.de/2017-09-14-probst-nrw-rueckkehrprogramm
https://www.uni-due.de/biofilm-centre/game_home.php

Beate Kostka M.A. | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Intelligente Fluoreszenzfarbstoffe
16.08.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Neuer Behandlungsansatz für Juckreizgeplagte
15.08.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Spezialfarbstoff erlaubt völlig neue Einblicke ins Gehirn

16.08.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics