Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Goldhafer-Vewandter namens Haeupleria

16.02.2010
Bochumer Geograph benennt neue Gattung nach seinem Mentor

Namensgebung nach RUB-Prof. Dr. Henning Haeupler

Zu Ehren von Prof. Dr. Henning Haeupler, der fast 25 Jahre lang die AG Geobotanik des Lehrstuhls für Evolution und Biodiversität der Pflanzen an der Ruhr-Universität Bochum leitete, benannte Dr. Götz Heinrich Loos (Geographisches Institut) eine neue Pflanzengattung nach ihm. Die Gräser-Gattung Haeupleria mit bislang drei Arten ist mit dem bei uns einheimischen Goldhafer verwandt und kommt vor allem im Mittelmeerraum bis nach Zentralasien vor. "Ich habe die Gattung neu beschrieben, als Herr Prof. Haeupler gerade seinen 70. Geburtstag gefeiert hat - das war ein guter Anlass, ihm diese seltene Ehre zu erweisen", erklärt Dr. Loos.

Genanalyse zeigt Bedarf nach neuer Gattung

Gräser der Gattung Haeupleria sind einjährig und werden etwa 15 bis 20 Zentimeter hoch. Ihr Blütenstand ist dicht mit ovaler Rispe, die Blüten selbst grünlich bis farblos mit gelben Staubfäden. Die Gattung enthält bislang drei Arten: Haeupleria cavanillesii, Haeupleria loeflingiana, und Haeupleria ovata. Bisher war Haeupleria der Gattung Trisetum zugeordnet worden. Eine zu grobe Einordnung, wie DNA-Untersuchungen zeigten: Nicht allen Arten der vermeintlichen Gattung liegt dieselbe Evolutionslinie zugrunde. Grund genug, weitere Gattungen zu definieren.

Weltweit verbindliche Benennung

Die Beschreibung der neuen Gattung findet sich im gerade erschienenen Jahrbuch des Bochumer Botanischen Vereins, der 2007 von (ehemaligen) Studierenden der Biogeographie und Geobotanik der Ruhr-Universität gegründet wurde. Mit dieser Veröffentlichung ist die Namensgebung verbindlich. "Die Beiträge werden in der Fachwelt wahrgenommen, zum Beispiel werden sie berücksichtigt von der Gesellschaft zur Erfassung der Flora Deutschlands", erklärt Götz Loos. Überhaupt sind die Taxonomen weltweit bestens vernetzt und kennen sich die Experten untereinander. Überschneidungen oder doppelte Namen gibt es daher selten.

200 Arten Löwenzahn

Dass Gattungen und Arten neu benannt werden, ist heute selten geworden. Dabei sind längst nicht alle bekannt und benannt. "Man hat früher häufig viele Sippen zu sehr heterogenen Gruppen zusammengefasst", so Dr. Loos. "Jeder kennt zum Beispiel den Löwenzahn. Aber allein zwischen Essen und Paderborn gibt es 200 verschiedene Arten, von denen ein Viertel für die Wissenschaft ganz neu ist."

Prof. Dr. Henning Haeupler

Henning Haeupler, 1939 in Einbeck geboren, Nach einer Ausbildung zum Gärtner studierte er Biologie mit Schwerpunkt Geobotanik in Göttingen, wo er 1974 promoviert wurde und sich 1982 habilitierte. 1983 wurde er Hochschullehrer an der RUB mit dem Ziel, die Ruhr-Universität als ein Leitzentrum der Kartierung zu etablieren. Von hier aus wurde dann die Floristische Kartierung in Deutschland entscheidend gelenkt, sei es als "Zentralstelle Nord" der Bundesrepublik-Kartierung oder als Zentralstelle für die Floristische Kartierung (Nordrhein-)Westfalens. Hier wurde die Datenbank Blütenpflanzen etabliert und bearbeitet, Verbreitungsatlanten für Deutschland und Nordrhein-Westfalen, "Standardliste", Bildatlas, Floristische Rundbriefe - alle nahmen von Haeuplers Arbeitsgruppe Geobotanik aus ihren Weg in die Öffentlichkeit. 2007 ging er in Pension.

Weitere Informationen

Dr. Götz Loos, Dipl.-Geogr. Ingo Hetzel, Geographisches Institut der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23378/-28682, E-Mail: Ingo.Hetzel@rub.de, Goetz.H.Loos@rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http:///www.botanik-bochum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Erste SARS-CoV-2-Genome aus Österreich veröffentlicht
03.04.2020 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

nachricht Die Mimik der Mäuse
03.04.2020 | Max-Planck-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Den Regen für Hydrovoltaik nutzen

Wassertropfen, die auf Oberflächen fallen oder über sie gleiten, können Spuren elektrischer Ladung hinterlassen, so dass sich die Tropfen selbst aufladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben dieses Phänomen, das uns auch in unserem Alltag begleitet, nun detailliert untersucht. Sie entwickelten eine Methode zur Quantifizierung der Ladungserzeugung und entwickelten zusätzlich ein theoretisches Modell zum besseren Verständnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte der beobachtete Effekt eine Möglichkeit zur Energieerzeugung und ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Reibungselektrizität sein.

Wassertropfen, die über nicht leitende Oberflächen gleiten, sind überall in unserem Leben zu finden: Vom Tropfen einer Kaffeemaschine über eine Dusche bis hin...

Im Focus: Harnessing the rain for hydrovoltaics

Drops of water falling on or sliding over surfaces may leave behind traces of electrical charge, causing the drops to charge themselves. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz have now begun a detailed investigation into this phenomenon that accompanies us in every-day life. They developed a method to quantify the charge generation and additionally created a theoretical model to aid understanding. According to the scientists, the observed effect could be a source of generated power and an important building block for understanding frictional electricity.

Water drops sliding over non-conducting surfaces can be found everywhere in our lives: From the dripping of a coffee machine, to a rinse in the shower, to an...

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste SARS-CoV-2-Genome aus Österreich veröffentlicht

03.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Projekt »Lade-PV« gestartet: Fahrzeugintegrierte PV für Elektro-Nutzfahrzeuge

03.04.2020 | Energie und Elektrotechnik

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics