Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genom eines Fötus mit 18 Wochen entschlüsselt

08.06.2012
Nicht-invasiver Test für genetisch bedingte Erkrankungen denkbar

Eine Blutprobe der Mutter und Speichel des Vaters haben Wissenschaftler der University of Washington dazu benutzt, das Genom eines Fötus im Mutterleib zu sequenzieren.

Zum Zeitpunkt der Untersuchung war der Fötus 18 Wochen alt. Die in "Science Translational Medicine" veröffentlichten Studienergebnisse könnten laut den Forschern zu einem einfachen und sicheren Test für Tausende genetisch bedingte Erkrankungen führen. Sie räumen jedoch auch ein, dass ein derartiger Test viele ethische Fragen aufwerfen würde.

Genkarte aus Fragmenten

Die Forscher nutzten kleine DNA-Abschnitte des Fötus, die im Blut der schwangeren Mutter zu finden sind. Diese Fragmente wurden in einem nächsten Schritt mit der DNA der Eltern als Richtlinie zu einem kompletten Genom des Fötus zusammengesetzt. Diese genetische Karte wurde nach der Geburt mit DNA aus der Nabelschnur verglichen. Die Ergebnisse waren zu 98 Prozent richtig.

Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre Studienergebnisse eines Tages für sichere Tests auf genetisch bedingte Erkrankungen eingesetzt werden. Zusätzlich gehen die Wissenschaftler davon aus, das neue genetische Defekte, die bei den Eltern nicht vorhanden sind, von einem weiterentwickelten Test erkannt werden sollten. Derartige Defekte entstehen in der Eizelle, im Sperma oder bei der Zeugung.

Test noch nicht ausgereift

Beim untersuchten Fötus konnten 44 neue Mutationen nachgewiesen werden. Die Untersuchung in der 18. Schwangerschaftswoche hatte 39 davon identifiziert. Das Screening ergab aber auch 25 Millionen mögliche neue Mutationen oder falsche positive Ergebnisse. Jay Shendure, einer der beteiligten Forscher, betonte, dass diese Studie die Möglichkeit eröffne, dass man das gesamte Genom eines Fötus mit einem einfachen, nicht-invasiven Test auf mehr als 3.000 durch ein Gen verursachte Erkrankungen untersuchen kann.

Frage der Ethik

David Bonthron von der University of Leeds http://www.leeds.ac.uk erklärte gegenüber der BBC, dass diese Idee "sehr interessant, sehr klug aber auch technisch sehr anspruchsvoll" sei. Der Molekularmediziner hält einen klinischen Einsatz erst in einigen Jahren für realistisch. Vor allem würden derartige Tests die Frage aufwerfen, was mit diesen Informationen anzufangen sei. "Es geht darum, was eine Gesellschaft für akzeptabel hält", so der Forscher.

Eine Warnung vor der Umsetzung kommt von Josephine Quintavalle von der Pro-life Alliance http://prolife.org.uk . Die Expertin erklärte, dass die gewonnenen Informationen an sich neutral sein mögen. Genetische Tests im Mutterleib führten derzeit jedoch fast unvermeidlich zu einer Abtreibung. "Desto einfacher und genauer ein derartiger Test ist, desto wahrscheinlicher ist auch, dass die Anzahl der Abtreibungen zunehmen wird."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.washington.edu
http://stm.sciencemag.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zellteilung auf Hochtouren
19.06.2019 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ionenkanal mit Türsteher: Calcium-Ionen blockieren Kanalöffnung in Abhängigkeit vom pH-Wert
18.06.2019 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

Die Qualität generativ gefertigter Bauteile steht und fällt nicht nur mit dem Fertigungsverfahren, sondern auch mit der Inline-Prozessregelung. Die Prozessregelung sorgt für einen sicheren Beschichtungsprozess, denn Abweichungen von der Soll-Geometrie werden sofort erkannt. Wie gut das mit einer bidirektionalen Sensorik bereits beim Laserauftragschweißen im Zusammenspiel mit einer kommerziellen Optik gelingt, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT auf der LASER World of PHOTONICS 2019 auf dem Messestand A2.431.

Das Fraunhofer ILT entwickelt optische Sensorik seit rund 10 Jahren gezielt für die Fertigungsmesstechnik. Dabei hat sich insbesondere die Sensorik mit der...

Im Focus: Successfully Tested in Praxis: Bidirectional Sensor Technology Optimizes Laser Material Deposition

The quality of additively manufactured components depends not only on the manufacturing process, but also on the inline process control. The process control ensures a reliable coating process because it detects deviations from the target geometry immediately. At LASER World of PHOTONICS 2019, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be demonstrating how well bi-directional sensor technology can already be used for Laser Material Deposition (LMD) in combination with commercial optics at booth A2.431.

Fraunhofer ILT has been developing optical sensor technology specifically for production measurement technology for around 10 years. In particular, its »bd-1«...

Im Focus: Additive Fertigung zur Herstellung von Triebwerkskomponenten für die Luftfahrt

Globalisierung und Klimawandel sind zwei der großen Herausforderungen für die Luftfahrt. Der »European Flightpath 2050 – Europe’s Vision for Aviation« der Europäischen Kommission für Forschung und Innovation sieht für Europa eine Vorreiterrolle bei der Vereinbarkeit einer angemessenen Mobilität der Fluggäste, Sicherheit und Umweltschutz vor. Dazu müssen sich Design, Fertigung und Systemintegration weiterentwickeln. Einen vielversprechenden Ansatz bietet eine wissenschaftliche Kooperation in Aachen.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und der Lehrstuhl für Digital Additive Production DAP der RWTH Aachen entwickeln zurzeit eine...

Im Focus: Die verborgene Struktur des Periodensystems

Die bekannte Darstellung der chemischen Elemente ist nur ein Beispiel, wie sich Objekte ordnen und klassifizieren lassen.

Das Periodensystem der Elemente, das die meisten Chemiebücher abbilden, ist ein Spezialfall. Denn bei dieser tabellarischen Übersicht der chemischen Elemente,...

Im Focus: The hidden structure of the periodic system

The well-known representation of chemical elements is just one example of how objects can be arranged and classified

The periodic table of elements that most chemistry books depict is only one special case. This tabular overview of the chemical elements, which goes back to...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Rittal und Innovo Cloud sind auf Supercomputing-Konferenz in Frankfurt vertreten

18.06.2019 | Veranstaltungen

Teilautonome Roboter für die Dekontamination - den Stand der Forschung bei Live-Vorführungen am 25.6. erleben

18.06.2019 | Veranstaltungen

KI meets Training

18.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

19.06.2019 | Messenachrichten

Blick auf die Erde vor der Sonne

19.06.2019 | Physik Astronomie

Zellteilung auf Hochtouren

19.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics