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Gemeinsam aus Misserfolgen lernen - Froschsterben

08.06.2012
Frösche gehören weltweit zu den gefährdetsten Tiergruppen. Neben schwindenden Lebensräumen und veränderten klimatischen Bedingungen macht ihnen auch eine neue Pilzkrankheit zu schaffen.
Nun veröffentlichen vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Forschende ihre gescheiterten Versuche, den Pilz zu bekämpfen, damit auch ihre Kollegen von den bisherigen Misserfolgen lernen.

Der Pilz heisst Batrachochytrium dendrobaditis und ist „der schlimmste Krankheitserreger, der je ein Wirbeltier befallen hat“, wie die International Union for Conservation of Nature in ihrem Aktionsplan für den Erhalt der Amphibien festhält. Denn der Pilz hat mehr Arten vernichtet als alle anderen Erreger: Er ist am Verschwinden von mindestens 94 der 120 Froscharten, die in den letzten dreissig Jahren ausgestorben sind, mitbeteiligt.

Noch keine Abhilfe
Fieberhaft suchen Forschende nach wirksamen Methoden, um den auf der Haut von Fröschen wachsenden Parasiten zu bekämpfen – mit bisher bescheidenem Erfolg. Denn weder mit handelsüblichen Fungiziden noch mit Hitzetherapie gelang es Douglas Woodhams von der Universität Zürich mit Kolleginnen und Kollegen aus den Vereinigten Staaten, mehr Frösche im Labor am Leben zu erhalten. Zwar konnten sie das Pilzwachstum mit Bakterien eindämmen, die auf der Haut von widerstandsfähigen Froscharten wachsen. Aber auch von dieser Bekämpfungsmethode ist im Moment keine Abhilfe zu erwarten, denn die Versuche, die Bakterien auf der Haut von empfindlichen Fröschen dauerhaft anzusiedeln, sind misslungen, wie die Forschenden in einem kürzlich veröffentlichten Beitrag (*) berichtet.

Aus bisherigen Erfahrungen lernen
Nun stellt Woodhams eine Datenbank für Froschbehandlungen ins Netz. Sie soll wie die weltweit entstehenden Studienregister für klinische Versuche an Menschen öffentlich einsehbar sein und dadurch helfen, Doppelspurigkeiten bei den zukünftigen Versuchen zu vermeiden. „Viel zu oft bleiben Misserfolge unveröffentlicht, doch wir wollen, dass alle Biologen, die diesen Pilz bekämpfen möchten, aus den bisher gemachten Erfahrungen lernen können“, sagt Woodhams.

(*) Douglas C. Woodhams, Corina C. Geiger, Laura K. Reinert, Louise A. Rollins-Smith, Brianna Lam, Reid N. Harris, Cheryl J. Briggs, Vance T. Vredenburg, Jamie Voyles (2012). Treatment of amphibians infected with chytrid fungus: learning from failed trials with itraconazole, antimicrobial peptides, bacteria, and heat therapy. Diseases of Aquatic Organisms 98: 11-25
(als PDF beim SNF erhältlich; E-Mail: com@snf.ch)

Kontakt
Dr. Douglas C. Woodhams
Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften
Universität Zürich
Winterthurerstrasse 190
CH-8057 Zürich
Tel.: +41 (0)44 635 49 82
E-Mail: doug.woodhams@ieu.uzh.ch

Abteilung Kommunikation SNF | idw
Weitere Informationen:
http://www.snf.ch/

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