Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fortschritte in der Stammzellforschung mittels SLOT

07.10.2013
Das Laser Zentrum Hannover (LZH e.V.) ist an dem aktuellen Projekt zum tomographischen Monitoring von 3D-Zellkulturen aus pluripotenten Stammzellen (hPSC) beteiligt.

Ziel des Forschungsverbunds ist der erstmalige Einsatz der Scanning Laser Optical Tomography (SLOT) zur nicht-invasiven direkten, quantitativen Erfassung der absoluten Zellzahlen in gezüchteten körpereigenen Zellverbänden.


Darstellung eines ungefärbten Aggregats / Sphäroiden aus hiPS Zellen mittels intrinsischer Kontrastmechanismen durch SLOT: Rohdaten für Streulicht (l.o.) und Extinktion (l.m.) und Superposition beider Kanäle (l.u.), rekonstruierte Daten nach gefilterter Rückprojektion äquivalent zu den Rohdaten, gerenderte Darstellung der Superposition beider Kanäle, Volumendarstellung (r.o.), in silico Schnittdarstellung eines 50µm Schnittes (r.m.) und eines 15µm Schnittes (r.u.), (Maßstabsbalken entsprechen 100µm).

Die Ergebnisse des Projekts TOMOSphere sollen einem besseren Verständnis der Physiologie von hPSC- und anderen Stammzellen sowie der kontinuierlichen Kontrolle ihrer Eigenschaften dienen und so entscheidende Fortschritte bei therapeutischen Konzepten ermöglichen.

Für die Untersuchungen wird die am LZH entwickelte und patentierte SLOT-Technologie erstmals zur zeit- und raumaufgelösten Beobachtung nativer oder fixierter Zellen in sich bildenden dreidimensionalen Aggregatstrukturen eingesetzt. Mit den hierbei gewonnenen Erkenntnissen wird eine Klassifizierung und spätere Sortierung der Aggregate, etwa im Hinblick auf eine Heterogenität der Zellstruktur, möglicher Zystenbildung oder der Ablagerung extrazellulärer Matrizes, angestrebt. Daraus lassen sich im Rückschluss wichtige Prozessparameter zur Kultivierung von Aggregaten in gerührter Suspensionskultur ableiten. Hierzu gehören u. a. die Inokulationsdichte, der Einfluss des Kulturmediums oder die maximale bzw. optimale Zell- und Aggregatdichte je ml Kulturmedium.

Zur Bearbeitung dieser Fragestellungen wird im Rahmen des Verbundprojekts ein auf SLOT basierendes Inkubationssystem für tomografische Langzeituntersuchungen von Gewebeproben, kombiniert mit einem breiten Spektrum von Kontrastmethoden entwickelt. Es soll einerseits die markerfreie Bestimmung intrinsischer zell- und gewebespezifischer Eigenschaften und andererseits eine sekundäre Kontrastierung durch Zugabe niedermolekularer Substanzen erlauben.

Somit ließen sich beispielsweise die Fluktuation von NAD/ NADH, cAMP, Ca2+ Ionen und deren Anreicherung in verschiedenen Zellorganellen beobachten oder unterschiedliche Stadien des Zellzyklus bis hin zum programmierten Zelltod nachweisen. Außerdem bietet es die Möglichkeit zur Beobachtung und Analyse der differenziellen intra- oder extrazellulären Anlagerung und Aufnahme verschiedener Mikro- und Nanopartikel in Zellaggregaten.

Mit den SLOT-basierten, markerfreien Nachweismethoden der Pluripotenz von Stammzellen wird eine im Vergleich zu herkömmlichen Standards wesentlich höhere Sensitivität angestrebt. Technisch betrachtet wird eine Küvette mit Zellaggregaten per Nadelstrahl abgerastert und ein Projektionsbild aus dem Streu-, Transmissions- und Fluoreszenzlicht jeder Rasterposition erstellt.

Unter Drehung der Probe werden die Projektionen aufgenommen und durch
Rückprojektion ein 3D-Datensatz generiert. So entstehen virtuelle Schnittebenen, die einen Blick tief in das Probenmaterial ermöglichen, ohne es tatsächlich zerschneiden zu müssen. Grundsätzlich eignet sich das Verfahren zur Darstellung jeder isolierten und hinreichend transparenten Probe.

Um die Prozesserforschung, -entwicklung und -kontrolle in größerem Maßstab gewährleisten zu können, wird dem Markt überdies eine industrierelevante Bioreaktorplattform mit integrierter SLOT-Technologie zur Masseproduktion pluripotenter humaner Stammzellen und daraus abgeleiteter differenzierter Zelltypen zur Verfügung gestellt. Die hier gewonnenen Zellen können in der regenerativen Medizin, der in vitro-Modellierung humaner Erkrankungen und neuer Heilungsansätze wie auch in der Entwicklung neuer pharmakologischer Wirksubstanzen Anwendung finden.

Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 4,134 Mio. € ist Bestandteil der Bekanntmachung „Ultrasensitiver Nachweis und Manipulation von Zellen bzw. Geweben und ihren Molekularen Bestandteilen“ des BMBF. Neben dem LZH sind 5 weitere Verbundpartner (LaVision BioTec/Bielefeld, LEBAO/Hannover, Scivis/Göttingen, Sill Optics/Wendelstein und Miltenyi BioTec/Bergisch Gladbach) beteiligt. Mit Projektstart am 01.07.2013 erhält der Verbund in den kommenden drei Jahren seitens des BMBF eine Zuwendung von 2,621 Mio. €.

Kontakt:
Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)
Lena Bennefeld
Hollerithallee 8
D-30419 Hannover
Tel.: +49 511 2788-238
Fax: +49 511 2788-100
E-Mail: l.bennefeld@lzh.de
Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) ist eine durch Mittel des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr unterstützte Forschungs- und Entwicklungseinrichtung auf dem Gebiet der Lasertechnik.

Michael Botts | Laser Zentrum Hannover e.V.
Weitere Informationen:
http://www.lzh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bisher unbekannter Mechanismus der Blut-Hirn-Schranke entdeckt
25.09.2018 | Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

nachricht Kupfer-Aluminium-Superatom
25.09.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kupfer-Aluminium-Superatom

Äußerlich sieht der Cluster aus 55 Kupfer- und Aluminiumatomen aus wie ein Kristall, chemisch hat er jedoch die Eigenschaften eines Atoms. Das hetero-metallische Superatom, das Chemikerinnen und Chemiker der Technischen Universität München (TUM) hergestellt haben, schafft die Voraussetzung für die Entwicklung neuer, kostengünstiger Katalysatoren.

Chemie kann teuer sein. Zum Reinigen von Abgasen beispielsweise benutzt man Platin. Das Edelmetall dient als Katalysator, der chemische Reaktionen...

Im Focus: Hygiene im Handumdrehen – mit neuem Netzwerk „CleanHand“

Das Fraunhofer FEP beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung von Prozessen und Anlagen zur Reinigung, Sterilisation und Oberflächenmodifizierung. Zur Bündelung der Kompetenzen vieler Partner wurde im Mai 2018 das Netzwerk „CleanHand“ zur Entwicklung von Systemen und Technologien für saubere Oberflächen, Materialien und Gegenstände ins Leben gerufen. Als Partner von „CleanHand“ präsentiert das Fraunhofer FEP im Rahmen der Messe parts2clean, vom 23.-25. Oktober 2018, in Stuttgart, am Stand der Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik (Halle 5, Stand C31), das Netzwerk sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte des Institutes im Bereich Hygiene und Reinigung.

Besonders um die Hauptreisezeiten gehen vermehrt Testberichte und Studien über die Reinheit von europäischen Raststätten, Hotelbetten und Freibädern durch die...

Im Focus: Hygiene at your fingertips with the new CleanHand Network

The Fraunhofer FEP has been involved in developing processes and equipment for cleaning, sterilization, and surface modification for decades. The CleanHand Network for development of systems and technologies to clean surfaces, materials, and objects was established in May 2018 to bundle the expertise of many partnering organizations. As a partner in the CleanHand Network, Fraunhofer FEP will present the Network and current research topics of the Institute in the field of hygiene and cleaning at the parts2clean trade fair, October 23-25, 2018 in Stuttgart, at the booth of the Fraunhofer Cleaning Technology Alliance (Hall 5, Booth C31).

Test reports and studies on the cleanliness of European motorway rest areas, hotel beds, and outdoor pools increasingly appear in the press, especially during...

Im Focus: Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 12. bis 15. September in Münster stellten Gefäßspezialisten aus ganz Deutschland die neuesten Therapien bei Gefäßerkrankungen vor. Vor allem in den Bereichen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und venöse Verschlusskrankheiten wie die Tiefe Venenthrombose (TVT) gibt gute Neuigkeiten für die Patienten. Viele der 720 Gefäßspezialisten, die an der Jahrestagung teilnahmen, stellten neueste Studienergebnisse vor.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gefäßerkrankungen, allein rund fünf Millionen unter der „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere...

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fachkonferenz "Automatisiertes und autonomes Fahren"

25.09.2018 | Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bisher unbekannter Mechanismus der Blut-Hirn-Schranke entdeckt

25.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Suche nach Grundwasser im Ozean - Neues deutsch-maltesisches Forschungsprojekt gestartet

25.09.2018 | Geowissenschaften

Auf dem Weg zur Prothese der Zukunft

25.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics