Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher aus 13 Ländern wollen Trinkwasser sicherer machen

18.04.2013
Heute startet das EU-Projekt „Aquavalens“ mit Beteiligung des HZI

Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht. Dass es in Europa zuverlässig frisch aus dem Hahn kommt, ist das Ziel von „Aquavalens“. Experten aus 13 EU-Ländern arbeiten – unter der Federführung der University of East Anglia in Norwich, Großbritannien – in den kommenden fünf Jahren daran, die Diagnostik von im Wasser lebenden Krankheitserregern zu verbessern und Präventionsstrategien für Infektionen zu entwickeln.

Innerhalb von „Aquavalens“ wird Manfred Höfle den Arbeitsbereich Mikrobiologie leiten. Der HZI-Wissenschaftler kann hier seine Expertise aus früheren EU-Projekten einbringen.

Laut Prof. Paul Hunter von der Norwich Medical School an der University of East Anglia, dem leitenden Wissenschaftler des Aquavalens-Projekts, ist es um die Sicherheit des Trinkwassers in weiten Teilen Europas so gut bestellt wie nirgends sonst in der Welt. Dennoch: Rund 330 000 Fälle von Erkrankungen durch verseuchtes Wasser treten nach Angaben der WHO alljährlich in Europa auf.
Auslöser sind unter anderem krankheitserregende Varianten des Darmkeims Escherichia coli oder das Norovirus, ein gefürchteter Verursacher der Magen-Darm-Grippe, aber auch Kryptosporidien, eine weltweit vorkommende Gruppe von Parasiten. „Mit den Technologien, die wir gegenwärtig haben, kann es zwei Tage oder länger dauern, bis Infektionsrisiken im Trinkwasser identifiziert sind“, erklärt Paul Hunter – in dieser Zeit haben oft schon viele Menschen von dem belasteten Wasser getrunken.

Hier soll Aquavalens Abhilfe schaffen. Das mit 9 Millionen Euro von der Europäischen Kommission geförderte Projekt, das heute an den Start geht, will Forschung und Entwicklung voranbringen, um die Wassernutzung in der EU sicherer zu machen. Zum einen wollen die Wissenschaftler die Diagnostik von im Wasser lebenden Erregern verbessern, um einen wesentlich schnelleren und hochempfindlichen Nachweis leisten zu können.
„Dazu entwickeln wir molekularbiologische Methoden weiter“, erklärt Manfred Höfle vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI). „Mit diesen Methoden lassen sich Gen-Abschnitte oder Biomoleküle, die für bestimmte Krankheitserreger typisch sind, schnell und zuverlässig nachweisen.“ Grundlagen dafür hat Höfle bereits als Koordinator früherer EU-Projekte zur Trinkwassersicherheit gelegt, etwa „Aqua Chip“ und „Healthy Water“.

Zum anderen plant das Konsortium eine breit angelegte europäische Feldstudie, um das Vorkommen von Erregern im Wasser zu untersuchen, Rückschlüsse auf regulierende Faktoren für deren Auftreten zu ziehen und Strategien zur Vorbeugung zu entwickeln. Dazu werden die Wissenschaftler alle für den menschlichen Konsum bestimmten Wasserquellen berücksichtigen. Neben Trinkwasser betrifft dies auch die Wassernutzung in der Lebensmittelindustrie. „Aquavalens wird dabei das gesamte Spektrum aller bislang für Europa als relevant erkannten Viren, Bakterien und Einzeller abdecken“, erklärt die HZI-Forscherin Ingrid Brettar.

Um diese zahlreichen Aufgaben zu bewerkstelligen, arbeiten 39 wissenschaftliche Gruppen zusammen, darunter Biologen, Ingenieure und Wasserfachleute aus Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Gemeinsam mit Behörden, Lebensmittelindustrie und Wasserversorgern sollen die von Aquavalens erarbeiteten Strategien dann umgesetzt werden, um eine optimale Trinkwassersicherheit für Europa zu gewährleisten.

Auch mögliche Folgen der Klimaerwärmung werden im Fokus stehen: „Bedingt durch die Klimaerwärmung ist zu erwarten, dass sich viele wasserbürtige Erreger stärker vermehren und leichter neue Lebensräume und bessere Überlebensmöglichkeiten finden werden“, erklärt HZI-Forscher Höfle.
Nähere Informationen unter:
http://www.aquavalens.org
http://www.uea.ac.uk

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.

http://www.helmholtz-hzi.de

Manfred Braun | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-hzi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aus-Schalter für Nebenwirkungen
22.06.2018 | Max-Planck-Institut für Biochemie

nachricht Ein Fall von „Kiss and Tell“: Chromosomales Kissing wird fassbarer
22.06.2018 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics