Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DNA-Barcoding erhöht Artenvielfalt - Münchener Forscher entdecken unbekannte Wespenart in Deutschland

02.07.2012
Forscher der Zoologischen Staatsammlung München entdeckten mit Hilfe genetischer Methoden eine für die Wissenschaft bisher unbekannte Insektenart. Das Tier stammt aus Deutschland.

Fachleute bewerten diesen Fund als sehr bedeutsam, weil Deutschland zu einem der zoologisch am besten erforschten Länder der Welt zählt und hier kaum noch mit unbekannten Arten gerechnet wird. Die neue Art ist eine Trugameise und gehört zur Insektenordnung der Hautflügler. Sie lebt als Brutparasit bei anderen Wespenarten.

"Dieses Ergebnis ist sensationell", bewertet Dr. Christian Schmid-Egger diesen Fund. In Deutschland bestehe eine mehr als 200jährige Tradition in der Naturforschung, und das Auffinden bisher unbeschriebener Tierarten vor der eigenen Haustüre passiere extrem selten, sagt der Forscher. Normalerweise werden neue Arten im tropischen Regenwald, im Polarmeer oder an anderen schwer zugänglichen Orten der Erde entdeckt.

Christian Schmid-Egger betreut im Projekt Barcoding Fauna Bavarica die Hautflügler. Hierbei wird eine Gendatenbank erstellt, mit der Forscher Arten künftig auf sehr einfache Weise anhand eines genetischen Fingerabdrucks via Internet bis zur Art bestimmen. Sie sind damit nicht mehr auf den komplizierten Weg der Determination über mikroskopische Präparate angewiesen. Bei den Analysearbeiten fiel dem Insektenforscher auf, dass sich die Gencodes einer in Deutschland häufigen Trugameisenart zwei deutlich unterscheidbaren Gruppen zuordnen lassen. Weitere Nachforschungen bestätigten, dass es sich dabei um eine bereits bekannte und eine bisher für die Wissenschaft noch unbekannte Art handelt.

Der Fund zeige außerdem, wie wichtig die Bemühungen um den Natur- und Artenschutz in Deutschland sind, sagt Dr. Stefan Schmidt, Mitarbeiter der Zoologischen Staatsammlung und ebenfalls beteiligter Wespenforscher. Denn solange es noch unbekannte Arten vor der eigenen Haustüre zu entdecken gäbe, so der Wissenschaftler weiter, besitzt der Schutz von Biotopen mit möglichen weiteren Vorkommen unerforschter Arten allerhöchste Priorität.

Trugameisen sind ameisenähnliche Wespen, deren Weibchen flügellos sind. Die etwa fünf Millimeter großen und rot gefärbten Tiere kommen in Sandgebieten vor. Um sich fortzupflanzen, graben sie Nester anderer Wespen auf und legen ihr Ei in das Wirtsnest. Die Larve entwickelt sich wie ein Kuckuck als Brutparasit.

Das Projekt "Barcoding Fauna Bavarica" ist Teil eines weltweites Verbundprojekt (iBol) mit Sitz in Guelph in Kanada. Leiter des Projektes ist der visionäre Forscher Paul Hebert, der sich zum Ziel gesetzt hat, alle Arten dieser Welt genetisch zu erfassen. Die Tiere können dann wie mit einem Barcode auf Lebensmitteln in einem Supermarkt einfach und eindeutig identifiziert werden.

Pressekontakt:
Ansprechpartner
Jerome Moriniere (Koordinator, Presse)
moriniere@zsm.mwn.de. Tel: 089-8107121
Dr. Christian Schmid-Egger
christian@bembix.de, tel. 0173-6714387

Jerome Moriniere | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.zsm.mwn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zähne wie ein Piranha: Ältester fleischreißender Knochenfisch entdeckt
19.10.2018 | Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns

nachricht Meilenstein für den Denkmalschutz: Chemisches Schutzschild gegen sauren Regen und Bakterien
19.10.2018 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Meilenstein für den Denkmalschutz: Chemisches Schutzschild gegen sauren Regen und Bakterien

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mission BepiColombo: Jenaer Sensor hilft, Geheimnisse des Merkur zu entschlüsseln

19.10.2018 | Physik Astronomie

Zähne wie ein Piranha: Ältester fleischreißender Knochenfisch entdeckt

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics