Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Vielfalt der Genome wirbelloser Tiere

09.06.2017

Wissenschaftler wollen im Rahmen eines neuen EU-Projekts einen tieferen Einblick in die genetischen Codes wirbelloser Tiere gewinnen. Dies könnte dazu beitragen, künftig deren Ressourcen besser für biotechnologische Anwendungen zu nutzen.

Mehr als 95 Prozent aller Tierarten der Erde gehören nicht zu den Wirbeltieren, zu denen auch die Menschen gehören, sondern zu den sogenannten "Wirbellosen", rund 1,2 Millionen Spezies sind bisher bekannt. „Trotzdem weiß man über die Genome dieser riesigen Gruppe bisher überraschend wenig“, sagt Professor Gert Wörheide vom Department für Geo- und Umweltwissenschaften und GeoBio-Center der LMU.


Röhrenwurm-Kolonie. Besonders wirbellose Meerestiere sind in Gen-Datenbanken noch unterrepräsentiert. Bild: G. Wörheide

Im Rahmen des neuen EU-Doktorandennetzwerks “Comparative genomics of non-model invertebrates” (“IGNITE”), das von Wörheide koordiniert wird, will ein internationales Forscherteam nun das Wissen über die Vielfalt der Genome der Wirbellosen entscheidend erweitern und so dazu beitragen, deren genetische Ressourcen besser für die Entwicklung neuer Wirkstoffe und Materialien zu nutzen.

Wirbellose Tiere spielen für die Funktion der meisten Ökosysteme eine entscheidende Rolle, unter anderem bei der Bestäubung von Blüten durch Insekten, um nur ein Beispiel zu nennen. Außerdem produzieren wirbellose Tiere wirtschaftlich wichtige Biostoffe und zahlreiche bioaktive Substanzen, die etwa für die biomedizinische Forschung interessant sind.

Die Fähigkeiten und Eigenschaften eines Organismus werden durch seine genetische Ausstattung, sein Genom, bestimmt. Gleichzeitig ermöglicht der Vergleich ihrer Genome einen Einblick in die Evolution der Tiere.

„Sowohl um die Stammesgeschichte der wirbellosen Tiere aufzuklären, als auch um ihre ökologische und sozio-ökonomische Bedeutung einzuschätzen, brauchen wir mehr Einblick in die Zusammensetzung und Struktur ihrer Genome“, sagt Wörheide. Im Rahmen des neuen Netzwerks werden weltweit führende Experten aus Europa interdisziplinär zusammenarbeiten, um diese Lücke zu schließen. Dazu wollen die Wissenschaftler sowohl neue Daten erheben, insbesondere für bisher unterrepräsentierte Gruppen, als auch neue innovative Analysemethoden entwickeln.

IGNITE wird von der Europäischen Kommission innerhalb des Rahmenprogramms Horizon 2020 mit insgesamt 3,81 Millionen Euro für vier Jahre gefördert. Das Projekt hat als „Marie Skłodowska-Curie Innovative Training Network (ITN)“ einen Schwerpunkt in der Förderung von Nachwuchswissenschaftlern.

Insgesamt 15 Doktoranden werden im Rahmen des Projekts gefördert, davon werden zwei an der LMU arbeiten und hauptsächlich zur Phylogenomik der Schwämme beziehungsweise deren Symbiose mit Mikroben forschen. An IGNITE sind neben der LMU 14 weitere Institutionen und Biotech-Firmen sowie fünf Partnerorganisationen beteiligt.
Weitere Informationen: www.itn-ignite.eu

Kontakt
Prof. Dr. Gert Wörheide
GeoBio-Center
Ludwig-Maximilians-Universität München
Richard-Wagner-Straße 10
D-80333 München

Tel: +49 (89) 2180-6718
Fax: +49 (89) 2180-6601
E-Mail: woerheide@lmu.de

http://www.palaeontologie.geowissenschaften.uni-muenchen.de/personen/lehrstuhlin...

Luise Dirscherl | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenchen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aus-Schalter für Nebenwirkungen
22.06.2018 | Max-Planck-Institut für Biochemie

nachricht Ein Fall von „Kiss and Tell“: Chromosomales Kissing wird fassbarer
22.06.2018 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics