Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blick in die Vergangenheit des Ozeans

20.04.2012
Zweite Max-Planck-Forschungsgruppe an der Universität will Rolle der Weltmeere für das Klima entschlüsseln: Der Ozean ist eng in das Klimageschehen der Erde eingebunden.

Er sorgt für den Transport und das weltweite Umverteilen von Wärme und Nährstoffen. Wie hat sich der Ozean während abrupter Klimawechsel in der Vergangenheit verhalten und welche Rolle hat er dabei gespielt?


Arbeit am neuen Massenspektrometer: Dr. Katharina Pahnke, Leiterin der Max-Planck-Forschungsgruppe „Marine Isotopengeochemie“.

Diese und weitere Fragen stellt sich die Max-Planck-Forschungsgruppe „Marine Isotopengeochemie“, angesiedelt am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg und unterstützt durch das Max-Planck Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen.

Um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen, untersuchen die WissenschaftlerInnen die Verteilung von Neodym-Isotopen im Meer und in fossilen marinen Sedimenten. Die Isotopenverhältnisse sind in der Erdkruste charakteristisch verteilt und prägen damit den Meeren einen isotopischen „Fingerabdruck“ auf. „Durch ein Lesen der Neodym-Isotope können wir die Herkunft des Meerwassers und damit die Ozeanströmungen bestimmen“, sagt Dr. Katharina Pahnke, die die Forschungsgruppe seit August 2011 aufbaut und leitet.

Neodym-Isotopie ist das Spezialgebiet von Pahnke – mit ihrer Methodik beschäftigte sich die Paläoozeanographin bereits am Lamont-Doherty Earth Observatory der Columbia Universität in New York (USA). Zuvor hatte sie zwei Jahre lang am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge (USA) geforscht. Bevor sie nach Oldenburg kam, war Pahnke als Associate Research Professor an der Universität von Hawaii tätig.

„Neodym Isotope bieten eine einzigartige Möglichkeit, Änderungen und Prozesse im Ozean zu studieren“, erläutert Pahnke. Auch fossile marine Sedimente würden untersucht. „Durch sie erhalten wir Aufschluss darüber, wie sich die Ozeanzirkulation im Zuge von Klimaschwankungen in der Vergangenheit verändert hat.“

Die Forschungsarbeiten sind knifflig: Die Isotope kommen in nur sehr geringer Konzentration im Meerwasser vor. Ihre Messung erfordert Geduld und Akribie – und vor allem sehr saubere und staubfreie Bedingungen im Labor. Für die Messungen hat das ICBM ein hochempfindliches Massenspektrometer angeschafft. „Das Hochleistungsgerät hat multiple Detektoren“, sagt Pahnke. Dadurch könne es bis zu neun Isotope gleichzeitig messen. „Das Massenspektrometer erlaubt uns, Isotopenverhältnisse hochgenau zu bestimmen, die in der Umwelt nur ganz geringe Unterschiede zeigen.“

Pahnke ist zuversichtlich, schon bald erste Erkenntnisse über die Geschichte des Ozeans liefern und maßgeblich zu einem besseren Verständnis der Weltmeere beitragen zu können. Über Wasser- und Sedimentproben verfügt ihre Forschungsgruppe bereits – gewonnen auf Schiffsexpeditionen im pazifischen Sektor des Südpolarmeeres, im Nordatlantik und Nordpazifik. Die nächste Expedition ist für den Herbst geplant: Dann geht es mit dem Forschungsschiff „Sonne“ wieder aufs Meer – zurück in die Vergangenheit des Ozeans.

Dr. Corinna Dahm-Brey | idw
Weitere Informationen:
http://www.icbm.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Multiple Sklerose: Hilfe zur zellulären Selbsthilfe
15.01.2019 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht NTU Singapur und MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung eröffnen Labor für "Künstliche Sinne"
15.01.2019 | Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Implantate aus Nanozellulose: Das Ohr aus dem 3-D-Drucker

Aus Holz gewonnene Nanocellulose verfügt über erstaunliche Materialeigenschaften. Empa-Forscher bestücken den biologisch abbaubaren Rohstoff nun mit zusätzlichen Fähigkeiten, um Implantate für Knorpelerkrankungen mittels 3-D-Druck fertigen zu können.

Alles beginnt mit einem Ohr. Empa-Forscher Michael Hausmann entfernt das Objekt in Form eines menschlichen Ohrs aus dem 3-D-Drucker und erklärt: «Nanocellulose...

Im Focus: Nanocellulose for novel implants: Ears from the 3D-printer

Cellulose obtained from wood has amazing material properties. Empa researchers are now equipping the biodegradable material with additional functionalities to produce implants for cartilage diseases using 3D printing.

It all starts with an ear. Empa researcher Michael Hausmann removes the object shaped like a human ear from the 3D printer and explains:

Im Focus: Roter Riesenvollmond in den Morgenstunden des 21. Januar

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Frühaufsteher sind diesmal im Vorteil: Wer am Morgen des 21. Januar 2019 vor 6:45 Uhr einen Blick an den Himmel wirft, kann eine totale Mondfinsternis bestaunen. Dann leuchtet der sonst so strahlende Vollmond zwischen den Sternbildern Zwillingen und Krebs glutrot.

Um das Finsternis-Spektakel in seiner gesamten Länge zu verfolgen, muss man allerdings sehr früh aus dem Bett: Kurz nach 4:30 Uhr beginnt der Mond sich langsam...

Im Focus: Atomarer Mechanismus der Supraschmierung aufgeklärt

Das Phänomen der sogenannten Supraschmierung ist bekannt, es war jedoch auf atomarer Ebene bislang nicht zu erklären: Wie entsteht die extrem niedrige Reibung beispielsweise in Lagern? Forscherinnen und Forscher der Fraunhofer-Institute IWM und IWS entschlüsselten gemeinsam einen universellen Mechanismus der Supraschmierung bei bestimmten diamantähnlichen Kohlenstoffschichten in Verbindung mit organischen Schmierstoffen. Auf dieser Wissensbasis ist es nun möglich, Designregeln für supraschmierende Schicht-Schmierstoff-Kombinationen zu formulieren. Die Ergebnisse präsentiert ein Artikel der Zeitschrift Nature Communications, Ausgabe 10.

Eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität ist, Reibung zu minimieren. Diesem wichtigen Vorhaben widmen sich...

Im Focus: Elucidating the Atomic Mechanism of Superlubricity

The phenomenon of so-called superlubricity is known, but so far the explanation at the atomic level has been missing: for example, how does extremely low friction occur in bearings? Researchers from the Fraunhofer Institutes IWM and IWS jointly deciphered a universal mechanism of superlubricity for certain diamond-like carbon layers in combination with organic lubricants. Based on this knowledge, it is now possible to formulate design rules for supra lubricating layer-lubricant combinations. The results are presented in an article in Nature Communications, volume 10.

One of the most important prerequisites for sustainable and environmentally friendly mobility is minimizing friction. Research and industry have been dedicated...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung zu Antibiotikaresistenzen

15.01.2019 | Veranstaltungen

Lasersymposium Elektromobilität in Aachen

11.01.2019 | Veranstaltungen

Die Rolle des Menschen in der digitalisierten Arbeitswelt

10.01.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Multiple Sklerose: Hilfe zur zellulären Selbsthilfe

15.01.2019 | Biowissenschaften Chemie

Tagung zu Antibiotikaresistenzen

15.01.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Implantate aus Nanozellulose: Das Ohr aus dem 3-D-Drucker

15.01.2019 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics