Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomarkern in Greifswald mit modernster Technik auf der Spur

17.06.2010
Mit Unterstützung des Landes Mecklenburg-Vorpommern können die Forscher im Projekt GANI_MED jetzt noch intensiver nach Biomarkern fahnden, die Krankheiten anzeigen. Es wurde ein hochmodernes Massenspektrometer angeschafft. Das Gerät zur Proteomanalyse steht im Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung der Universität Greifswald.

Um das Konzept „Individualisierte Medizin“ erfolgreich umsetzen zu können, müssen zunächst große Mengen an Bio-Daten gesammelt werden. Diese können die Wissenschaftler nur von qualitativ hochwertig charakterisierten Patienten- und geeigneten Kontrollgruppen bekommen. Insgesamt wurden fünf Untersuchungsgruppen (Untersuchungskohorten) gebildet.

Es sollen 6.200 Patienten über den gesamten Projektzeitraum untersucht werden. Von ihnen werden Blut-, Urin- und Gewebeproben genommen. Diese Proben werden in Biobanken gesammelt und konserviert, um dann mit einer exzellenten Analytik umfassende Analysen zur Zusammensetzung dieser Proben auszuführen. Mit der Anschaffung des Massenspektrometers OrbiTrap Velos steht dem GANI_MED-Verbund das derzeit leistungsstärkste Massenspektrometer für die aufwendigen Proteomanalysen zur Verfügung, das im Projekt aufgrund der vielen Proben rund um die Uhr genutzt wird. Diese Proteomanalysen sind besonders bedeutsam, da sie „die Spieler des Lebens, die Proteine untersuchen“, die die Funktion der menschlichen Zellen vermitteln. Mit diesem Verfahren ist es möglich, nach Unterschieden in der Proteinzusammensetzung von Biomaterialien von Patienten und gesunden Kontrollprobanden zu fahnden.

Ziel der Individualisierten Medizin ist, mit neuartigen Techniken der Funktionellen Genomanalyse solche patientenspezifischen Unterschiede in den Biomaterialien zu identifizieren, die dann als Biomarker, das heißt als Indikatoren für Krankheiten genutzt werden können. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass mithilfe der Biomarker Krankheiten sehr frühzeitig erkannt und die Prognose von Therapieoptionen deutlich verbessert werden können. Damit soll eine auf den einzelnen Patienten zugeschnittene „Individualisierte Behandlung“ erreicht und unerwünschte Nebenwirkungen vermieden werden.

An der Universität ist bereits jetzt außergewöhnlich große Fachkompetenz vorhanden, diesen Ansatz zur Individualisierten Medizin erfolgreich zu verfolgen. Mit dem Zentrum für Innovationskompetenz für Funktionelle Genomforschung „ZIK-FunGene“ sind exzellente Rahmenbedingungen im analytischen Sektor gegeben, die in Kombination mit den Expertisen im Themenfeld Community Medicine einzigartig sind.

Die Suche nach Biomarkern wird in vielen Zentren weltweit mit höchster Intensität betrieben, ist aber insbesondere dann aussichtsreich, wenn verschiedene Screeningverfahren miteinander verbunden werden. In Greifswald ist deshalb die gleichzeitige Analyse von Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel und Urin oder Gewebeproben mit Methoden der Transkriptom-, Proteom- und Metabolomanalyse geplant. Gerade im Bereich der Proteomanalyse hängt der Erfolg von der vorhandenen Technik ab, da bislang nur ein Teil der in den Proben vorhandenen Proteine analysiert werden können.

Das mit Unterstützung des Landes Mecklenburg-Vorpommern angeschaffte Massenspektrometer OrbiTrap Velos stellt eine Neuentwicklung dar, bei der im Vergleich zu den zuvor verfügbaren High-End-Geräten die Sensitivität etwa um den Faktor 2 verbessert wurde. Außerdem konnte die Messzeit pro Probe deutlich verkürzt werden. Dies ist gerade für das Forschungsvorhaben GANI_MED wichtig. Bislang war die Analyse von Probanden/Patienten durch die verfügbare Technik stark eingeschränkt.

Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Claudia Richardt
Projektkoordinatorin GANI_MED
Walther-Rathenau-Straße 48, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-7736
claudia.richardt@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.gani-med.de
http://www.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher der Universität Bayreuth entdecken außergewöhnliche Regeneration von Nervenzellen
09.07.2020 | Universität Bayreuth

nachricht Blick ins Innere einer Batterie
09.07.2020 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Im Focus: Robuste Materialien in Schwingung versetzt

Kieler Physikteam beobachtet in Echtzeit extrem schnelle elektronische Änderungen in besonderer Materialklasse

In der Physik werden sie zurzeit intensiv erforscht, in der Elektronik könnten sie ganz neue Funktionen ermöglichen: Sogenannte topologische Materialien...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

09.07.2020 | Physik Astronomie

Forscher der Universität Bayreuth entdecken außergewöhnliche Regeneration von Nervenzellen

09.07.2020 | Biowissenschaften Chemie

Selbstadaptive Systeme: KI übernimmt Arbeit von Software-Ingenieuren

09.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics