Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schadhaftes Gen verdoppelt Brustkrebs-Risiko

22.04.2002


CHK2 spielt Rolle in der Zellreparatur

Nach Erkenntnissen des britischen Institute of Cancer Research soll die Vererbung eines geschädigten Gens die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, beinahe verdoppeln. Weitere Erkenntnisse der Genversion mit dem Namen CHK2 sollen zur Verbesserung genetischer Tests für Brustkrebs führen und neue Wege in der Behandlung und der Prävention eröffnen, berichtet die BBC, heute Montag.

Forschern ist bereits bekannt, dass zwei geschädigte Versionen der Gene BRCA1 und BRCA2 die Wahrscheinlichkeit, Brustkrebs zu entwickeln, deutlich erhöhen. Beide Gene zusammen bedingen aber nur zwei Prozent aller Fälle. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Brustkrebs häufiger durch eine Genkombination verursacht wird. Die Forscher vermuten, dass CHK2 in diesem Zusammenhang eine deutliche Rolle spielt.

Das Team um Mike Stratton vom Institute of Cancer Research verglich 1.071 Brustkrebs-Patientinnen, in deren Familien Brustkrebs zwar vorkam, die Frauen aber die Gene BRCA1 und BRCA2 nicht trugen. Im Vergleich zeigte sich, dass 5,1 Prozent eine schadhafte Version des CHK2-Gens besaßen, aber nur 1,1 Prozent der gesunden Frauen. In Familien, in denen eine geschädigte Version des CHK2-Gens vererbt wurde, stand das Gen häufiger mit Brustkrebs in Verbindung. Zudem untersuchten die Forscher die Vererbung von CHK2 in Familien mit ein oder mehren Brustkrebsfällen bei Männern. Brustkrebs bei Männern kommt deutlich seltener vor und betrifft etwa 250 Männer jährlich. Auch hier entdeckten die Forscher bei 13,5 Prozent der Fälle das geschädigte Gen.

Das Gen hat laut Forschern für Frauen, denen eine abnormale Version von BRCA1 oder BRCA2 vererbt wurde, kein zusätzliches Risikopotenzial. Dies könnte bedeuten, dass CHK2 mit den BRCA-Genen auf noch unbekannte Weise interagiert. Die Wissenschaftler vermuten, dass alle drei Gene den Vorgang der Zellreparatur unterstützen. Die Reparatur erfolgt dann, wenn Gene in den Brustzellen geschädigt sind. Erfolgt diese unvollständig, könnte dies zu Krebs führen, schreiben die Forscher in der aktuellen Ausgabe von Nature Genetics. Im nächsten Schritt wollen die Forscher das CHK2-Gen studieren, um diese Information für ein weiteres Vorgehen zu nutzen.

Sandra Standhartinger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.icr.ac.uk
http://www.nature.com/ng

Weitere Berichte zu: BRCA1 BRCA2 Brustkrebs CHK2 CHK2-Gen Gen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Sauerstoffreiche Seen als Quelle für Methan identifiziert
05.12.2019 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Wie sich Blüten an ihre Bestäuber anpassen
05.12.2019 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Im Focus: Auxetische Membranen - Paradoxes Ersatzgewebe für die Medizin

Ein Material, das dicker wird, wenn man daran zieht, scheint den Gesetzen der Physik zu widersprechen. Der sogenannte auxetische Effekt, der auch in der Natur vorkommt, ist jedoch für eine Vielzahl von Anwendungen interessant. Eine neue, vor kurzem im Fachblatt «Nature Communications» veröffentlichte Studie der Empa zeigt nun, wie sich das erstaunliche Materialverhalten weiter steigern lässt – und sogar für die Behandlung von Verletzungen und Gewebeschäden genutzt werden kann.

Die Natur macht es vor: Ein Kälbchen, das am Euter der Mutterkuh Milch saugt, nutzt eine faszinierende physikalische Eigenschaft der Kuhzitze: Diese besteht...

Im Focus: Meteoritengestein ist "bessere Diät"

Archaeon kann Meteoritengestein aufnehmen – und sich davon ernähren

Das Archaeon Metallosphaera sedula kann außerirdisches Material aufnehmen und verarbeiten. Das zeigt ein internationales Team um Astrobiologin Tetyana...

Im Focus: The coldest reaction

With ultracold chemistry, researchers get a first look at exactly what happens during a chemical reaction

The coldest chemical reaction in the known universe took place in what appears to be a chaotic mess of lasers. The appearance deceives: Deep within that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was gehört auf die Trendliste für 2020?

05.12.2019 | Unternehmensmeldung

Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

05.12.2019 | Energie und Elektrotechnik

Schweizer Weltraumteleskop CHEOPS: Raketenstart voraussichtlich am 17. Dezember 2019

05.12.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics