Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Experimentelle Bestimmung der Elektronendichte in Materialien und Molekülen

28.06.2007
DFG fördert Schwerpunktprogramm an der Göttinger Fakultät für Chemie mit 2,7 Millionen Euro

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert an der Georg-August-Universität ein Schwerpunktprogramm (SPP), das sich mit der Elektronendichtebestimmung in Materialien und Molekülen befasst und an der Fakultät für Chemie angesiedelt ist. Koordiniert wird das SSP 1178 "Experimentelle Elektronendichte als Schlüssel zum Verständnis chemischer Wechselwirkungen" von Prof. Dr. Dietmar Stalke, der am Institut für Anorganische Chemie lehrt und forscht. Die Göttinger Fakultät ist damit international in ein Netzwerk mit 16 weiteren Universitäten und Max-Planck-Instituten eingebunden. Für die Forschungsarbeiten stehen über einen Zeitraum von zwei Jahren Fördermittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro zur Verfügung.

"Biologische Prozesse, wie sie zum Beispiel der Wirkungsweise von Medikamenten zugrundeliegen, beruhen häufig auf einer festgefügten Komplexbildung zwischen Rezeptor und Wirkstoff. Diese molekulare Erkennung wird von der Elektronendichteverteilung bestimmt. Kann dieser Prozess analysiert werden, so lassen sich Wirkstoffe rationaler synthetisieren", so Prof. Stalke. Die Bestimmung der Elektronendichte ist darüber hinaus von Bedeutung für das Design neuer Werkstoffe, die gezielt bestimmte Eigenschaften aufweisen sollen. Dazu gehört zum Beispiel die Weiterentwicklung von Farbpigmenten. "Bei diesen Stoffen können Farbe, Beständigkeit und Festigkeit über die Modifikation der Elektronendichte ,eingestellt' werden", erläutert der Göttinger Chemiker.

Im Rahmen des Schwerpunktprogramms werden die beteiligten Wissenschaftler für die chemische Synthese, die Herstellung biologischer Wirkstoffe und für die Materialforschung ausgewählte Substanzklassen analysieren. Anhand der Elektronendichte wollen sie chemische Bindungs- und Erkennungsprozesse quantifizieren und steuerbar machen. "Die Forschungsergebnisse aus der experimentell bestimmten Elektronendichteverteilung werden das rationale Design von Bausteinen erlauben, die für unsere drei Arbeitsgebiete wichtig sind", betont Prof. Stalke.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Dietmar Stalke
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Chemie
Institut für Anorganische Chemie
Tammannstraße 4, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-3000, Fax (0551) 39-3373
e-mail: dstalke@chemie.uni-goettingen.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.stalke.chemie.uni-goettingen.de
http://www.stalke.chemie.uni-goettingen.de/spp/index.html

Weitere Berichte zu: Elektronendichte Molekül Schwerpunktprogramm Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff
17.07.2018 | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

nachricht Künstliche neuronale Netze helfen, das Gehirn zu kartieren
17.07.2018 | Max-Planck-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics