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Klimawandel fördert Zecken

16.03.2007
Auf Einladung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) in Kooperation mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena treffen sich Wissenschaftler aus aller Welt vom 15.-17. März 2007 in Jena zum IX. Internationalen Symposium zu Zecken-übertragbaren Krankheiten.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Tagung ist der Einfluss der Klimaveränderungen auf die Verbreitung und Häufigkeit der durch Zecken übertragenen Krankheitserreger. Im Vordergrund stehen dabei die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), ausgelöst durch einen Virus, und die Bakterienkrankheit Lyme-Borreliose.

Zecken und die durch sie übertragenen Krankheiten haben sich in den letzten Jahren sowohl räumlich als auch zeitlich ausgebreitet. So wurden in dieser Saison sogar im Winter (November 2006 bis Januar 2007) wirtssuchende, aktive Zecken in Deutschland nachgewiesen, obwohl diese Jahreszeit normalerweise als klassische Ruhephase der Zecken gilt. "Durch das milde Wetter mit Temperaturen über 6-7 °C finden sowohl Zecken als auch ihre Hauptwirte, die Mäuse, ideale Überlebens- und Nahrungsverhältnisse vor", sagt Dr. Jochen Süss, Leiter des Nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten am FLI. Aber auch veränderte Freizeitgewohnheiten mit vielen Aktivitäten im Freien und das vermehrte Bergen von Holz als Heizmaterial erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Zeckenstiche.

Die FSME zeigt in Europa klar zunehmende Tendenz. Auch in Deutschland kommen jährlich neue Risikogebiete hinzu, im letzten Jahr gab es erstmals Erkrankungen in Niedersachsen sowie Einzelfälle in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Eine wichtige Ursache dafür ist in der Klimaveränderung zu sehen. Im klassischen Risikogebiet Baden-Württemberg zum Beispiel erhöhte sich die Temperatur im Zeitraum von 1951-2000 um durchschnittlich 0,6-1,5 °C, bei steigender Zahl warmer Sommertage (>25 °C) und abnehmender Zahl kalter Wintertage (
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Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die jährlich in Deutschland etwa 60.000 Neuerkrankungen beim Menschen verursacht und auch Haustiere, zum Beispiel Hunde und Pferde betreffen kann. Während gegen die FSME ein gut verträglicher Impfstoff zur Verfügung steht, kann gegen die Lyme-Borreliose nicht geimpft werden. Hier ist eine frühzeitige klinische Diagnose entscheidend für eine erfolgreiche Therapie.

Kontakt:
Dr. Christine Klaus
Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)
Institut für bakterielle Infektionen und Zoonosen
Naumburger Str. 96a
07743 Jena
Tel. 03641-804231
Handy: 0176-27446885
E-mail: christine.klaus@fli.bund.de

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.ijstd-ips.fli.bund.de

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