Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mäusezahn im Labor nachgezüchtet

19.02.2007
Implantat wurde erwachsenem Tier eingesetzt

Japanischen Forschern ist es gelungen, einen Mäusezahn im Labor zu züchten und diesen anschließend einer erwachsenen Maus einzupflanzen. Die neue Methode könnte in Zukunft auch im humanmedizinischen Bereich Einzug finden, zeigen sich die Wissenschaftler überzeugt. Anstatt Porzellan- und Gold würde dann ein "echter Zahn" eingesetzt werden, der dann zum "Auswurzeln" anfängt, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.

Takashi Tsuji von der Tokioter University of Science hat Bindegewebe- (Mesenchymalzellen) und Deckgewebezellen (Epithelzellen), die beide für die Zahnentwicklung erforderlich sind, aus Mäuseembryos entnommen. Sie stimulierten diese Zellen zur Teilung, ehe sie auf ein Collagen-Gel aufgetragen wurden. Innerhalb weniger Tage entwickelten sich Zahnknospen - also ein frühes Stadium der Zahnbildung. Anschließend implantierten die Forscher diese Zahnknospen in jene Zahnzwischenräume von Mäusen, aus denen sie zuvor einen Zahn gezogen hatten. Tatsächlich entwickelten sich daraus gesunde Zähne mit Blutgefäßen, Zahnwurzeln und Nervenverbindungen.

Die Studie sei ein bedeutender Schritt bei der Zahnregeneration im Körper selbst, meint der Mediziner Jeremy Mao vom Columbia University College of Dental Medicine in New York. Andere Wissenschaftler wie Paul Sharpe vom Kings College in London hingegen sehen die neuen Forschungsergebnisse weniger spektakulär: Frühere Studien hätten bereits ähnliche Ergebnisse gebracht. Dass Zähne direkt in Mäusen nachwachsen sei also nicht neu. Was beim Forschungsansatz von Tsuji besonders ist, ist das Anlegen der Zellkultur im Collagen-Gel. Der Vorteil einer solchen Gel-Mixtur sei allerdings fraglich, meint der Wissenschaftler.

... mehr zu:
»Labor »Mäusezahn »Zahnknospen

Nachdem die Mesenchymal- und Epithelzellen auch die Fähigkeiten haben, sich zu anderen Organzellen und auch zu Haarfollikeln zu entwickeln, sieht der Forscher mehr Möglichkeiten diese Methode anzuwenden. "Wir hoffen, dass wir mit Klinikern und Zahnmedizinern in verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten können, um künstliche Organe für Menschen zu züchten", so Tsuji. Ein Verkaufsschlager würden die nachgezüchteten Haarfollikel bestimmt sein, meint der Wissenschaftler.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sut.ac.jp/en/

Weitere Berichte zu: Labor Mäusezahn Zahnknospen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neues aus der Schaltzentrale
18.07.2018 | Karl-Franzens-Universität Graz

nachricht Chemische Waffe durch laterale Gen-Übertragung schützt Wollkäfer gegen schädliche Pilze
18.07.2018 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

18.07.2018 | Physik Astronomie

Schonend, schnell und präzise: Innovative Herz-Bildgebung in Freiburg

18.07.2018 | Medizintechnik

Chemische Waffe durch laterale Gen-Übertragung schützt Wollkäfer gegen schädliche Pilze

18.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics