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Gentechnischer Impfstoff wirkt gegen Heuschnupfen

12.02.2002


Modifiziertes Protein reduziert Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion

Nach sechs Jahren Forschung ist es Wissenschaftlern der University of Melbourne gelungen, einen Impfstoff gegen Heuschnupfen und verwandte Allergien zu entwickeln. Der Impfstoff besteht aus einem gentechnisch veränderten Eiweiß aus Gräserpollen, der eine wirksamere und sichere Desensibilisierung als bisher ermöglicht. Heuschnupfen ist eine allergische Erkrankung, die sich in der Überempfindlichkeit auf ein Eiweiß von Blütenpollen begründet. Die einzige Behandlungsmöglichkeit ist die Desensibilisierung, eine Immuntherapie, bei der über einen Zeitraum von mehreren Monaten steigende Konzentrationen der Allergie auslösenden Substanzen injiziert werden. Die Forschungsergebnisse wurden im European Journal of Immunology veröffentlicht.

Die Forscher isolierten das Gen für ein Pollenprotein aus Rai- oder Weidelgras und führten gezielt verschiedene Mutationen ein. Diese Genvarianten bauten sie in das Erbgut von Bakterien ein, um neun abgewandelte Formen des Eiweißes in großer Menge und in reiner Form aus Bakterienkulturen herzustellen. Eines davon erfüllte die erwünschten Eigenschaften. Noch dazu aktivierte es das Immunsystem, seine Allergie auslösende Wirkung lag aber nur bei zehn Prozent. "Hauttests haben gezeigt, dass das Protein wesentlich sicherer und wirksamer ist als andere Mittel, die für eine Immuntherapie bei Graspollenallergie verwendet werden", so Forschungsleiter Prem Bhalla von der Gruppe für Pflanzen-Molekularbiologie und Biotechnologie der Uni. Der vorliegende Impfstoff habe sich bei den Testpersonen als gleichermaßen wirksam erwiesen. Andere Varianten des Proteins, die bei einem Teil der Versuchspersonen sogar noch effektiver waren, könnten zusätzlich bereitgestellt und nach individueller Testung eingesetzt werden.

Seit der Einführung der Immuntherapie 1911, bei der Antikörper zur Blockierung der allergischen Reaktion gebildet werden, steht diese unter Kritik. "Die verwendeten Rohextrakte enthalten unbekannte Bestandteile, die einen anaphylaktischen Schock auslösen können", erklärte Bhalla. Ziel war es daher, eines der wichtigsten allergenen Proteine in Reinform herzustellen und durch Modifikationen wirksamer zu machen.

Sandra Standhartinger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.unimelb.edu.au
http://www.interscience.wiley.com/jpages/0014-2980

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