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Prozessanalytik: aus dem Labor in den Betrieb

30.10.2006
Um die Kosten in der Produktion zu senken, werden in der chemischen Industrie die Prozesse genau gesteuert und geregelt. Hierbei spielt die Prozessanalytik eine immer bedeutendere Rolle. Deshalb wurde 2005 der Arbeitskreis Prozessanalytik in der Fachgruppe Analytische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gegründet. Im Internationalen Kongresszentrum in Dresden veranstaltet er am 6. und 7. November 2006 sein 2. Kolloquium.

Als Themenfelder wurden gewählt: Prozessanalytik in der Petrochemie, der chemischen Produktion und der Polymerproduktion. Neben Beiträgen, in denen Industriemitglieder des Arbeitskreises Prozessanalytik und Prozessoptimierung aus der Produktionssicht darstellen, zeigen andere Industriekollegen den Einsatz der Prozessanalytik zur Reaktions- und Prozesskontrolle beispielsweise mit optischer Online-Spektroskopie oder einer ganz neuen Anwendung, der Online-NMR-Spektroskopie. Darüber hinaus wird der Blick in die Zukunft gerichtet und gefragt, ob Miniaturisierung und Inline-Analytik Megatrends in der Prozessanalytik sind.

Aus dem Bereich der Applikationen werden neue Verfahren zur Charakterisierung komplexer petrochemischer Kohlenwasserstoff-mischungen, die Bestimmung von Spuren von Wasser (im ppm-Bereich) in Chlorgas oder das Online-Monitoring des Schwefelgehalts in Kraftstoffen beim Durchfließen von Pipelines vorgestellt. Spektroskopie und Chemometrie werden als prozessanalytische Methoden bei der

industriellen Polymerherstellung erläutert und gezeigt wie die Inline-Analytik in der Herstellung und Verarbeitung von Melaminharzen und generell bei der Kunststoffverarbeitung angewandt wird. Inline- und Online-Prozesskontrolle unterscheiden sich durch die Zeitnähe zum Prozess. Bei der Inline-Analytik sind Eingriffe in den Reaktionsprozess oft nach wenigen Sekunden möglich, wohingegen die Online-Analytik nach wenigen Minuten einen Eingriff in die Prozesssteuerung erlaubt.

Der Arbeitskreis Prozessanalytik will mit diesem Kolloquium den Status der industriellen Prozessanalytik sichtbar machen und offene Fragen herausarbeiten, um die Zusammenarbeit zwischen Industrieanwendern, Geräte- und Softwareherstellern sowie Hochschulen voran zu bringen.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ist mit über 27.000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 25 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Fachgruppe Analytische Chemie mit rund 2.130 Mitgliedern. Diese Fachgruppe verfügt für die intensive sachbezogene Arbeit über insgesamt zehn Arbeitskreise: Mikro- und Spurenanalytik der Elemente und Elementspezies (A.M.S.El.), Archäometrie, Separation Sciences, Deutscher Arbeitskreis für Angewandte Spektroskopie (DASp), Chemische Kristallographie (ChemKrist), Chemometrik und Labordatenverarbeitung, Elektrochemische Analysenmethoden, Chemo- und Biosensoren, Radioanalytik und Analytik mit Hochleistungsstrahlenquellen sowie Prozessanalytik. Die Arbeitskreise arbeiten z.T. mit anderen wissenschaftlichen Gesellschaften oder GDCh-Fachgruppen zusammen.

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

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