Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Erkenntnisse über Malaria-Parasiten könnten Basis für bessere Behandlung bilden

11.10.2006
Die Forschungsarbeit australischer Wissenschaftler darüber, wie der Malaria-Parasit in menschlichen Zellen überlebt, könnte zu besseren Behandlungsmöglichkeiten dieser weltweiten Krankheit führen.

Das Forscherteam der Australian National University (ANU) in Canberra deckte in seiner Studie auf, warum der Malaria-Erreger (Plasmodium falciparum) den Salzgehalt in den roten Blutkörperchen des Wirts ansteigen lässt. "Sobald Malaria-Parasiten in den menschlichen Wirt eingedrungen sind, verstecken sie sich in den roten Blutkörperchen, um nicht vom Immunsystem erkannt zu werden", erläutert Dr. Kevin Saliba von der School of Biochemistry and Molecular Biology an der ANU. "Wissenschaftlern ist bereits seit einiger Zeit bekannt, dass der Parasit, sobald er in die roten Blutkörperchen eingedrungen ist, das Ionen-Gleichgewicht in der Wirtszelle verändert und dabei den Salzgehalt erhöht.

Bisher war jedoch nicht klar, ob dieser Vorgang für den Parasiten tatsächlich von Bedeutung ist." Die Wissenschaftler der ANU konnten nun zeigen, dass der erhöhte Salzgehalt eine entscheidende Rolle beim jenem Vorgang spielt, über den der Parasit wichtige Nährstoffe aufnimmt.

Die Wissenschaftler haben bei ihren Untersuchungen ein Protein entdeckt, welches den Parasiten befähigt, den erhöhten Salzgehalt innerhalb der roten Blutkörperchen auszunutzen, indem er das Salz für die verstärkte Aufnahme von Phosphaten verwendet. Diese Phosphate werden vom Parasiten für eine Reihe von biochemischen Prozessen benötigt und gewährleisten dessen Überleben. Das von den Wissenschaftlern beschriebene Protein verbindet sich mit Salz und Phosphat in der Blutzelle des Wirts und transportiert sie zusammen in den Parasiten. "Die Forschungen zeigen einmal mehr, wie durchtrieben dieser Parasit ist", so Professor Kiaran Kirk, Leiter der School of Biochemistry and Molecular Biology.

"Er manipuliert den Salzgehalt seiner Wirtszelle und setzt dann eine Art Salz-betriebenen Staubsauger ein, um dem Wirt wichtige Nährstoffe zu entziehen. Wenn wir diesen Vorgang aufhalten könnten, wären wir in der Lage, den Parasiten auszuhungern." Die Wissenschaftler hoffen, dass diese neuen Erkenntnisse als Basis für die Entwicklung neuer Anti-Malaria-Behandlungen dienen.

Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Verwaltungsstelle aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.wissenschaft-australien.de

Weitere Berichte zu: Blutkörperchen Malaria-Parasit Parasit Salzgehalt Wirt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ein neues Mittel gegen Zöliakie
24.09.2018 | Technische Universität Wien

nachricht Zika und Gelbfieber: Impfstoffe ohne Ei
21.09.2018 | Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 12. bis 15. September in Münster stellten Gefäßspezialisten aus ganz Deutschland die neuesten Therapien bei Gefäßerkrankungen vor. Vor allem in den Bereichen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und venöse Verschlusskrankheiten wie die Tiefe Venenthrombose (TVT) gibt gute Neuigkeiten für die Patienten. Viele der 720 Gefäßspezialisten, die an der Jahrestagung teilnahmen, stellten neueste Studienergebnisse vor.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gefäßerkrankungen, allein rund fünf Millionen unter der „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere...

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit traditionellen Methoden gegen extreme Trockenheit

24.09.2018 | Geowissenschaften

Europäische Spitzenforschung auf der EuMW

24.09.2018 | Messenachrichten

Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

24.09.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics