Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Regulationsmechanismus entdeckt

10.10.2006
Gießener Biochemiker publizieren Forschungsergebnisse in renommierter Fachzeitschrift "Molecular Cell": Ana Roscic, Andreas Möller, Marco A. Calzado, Florian Renner, Verena C. Wimmer, Ekaterina Gresko, Katharina Schmid Lüdi, and M. Lienhard Schmitz: Phosphorylation dependent control of Pc2 SUMO E3 ligase activity by its substrate protein HIPK2, in: Molecular Cell 24, 77-89, October 6, 2006.

Vor einigen Jahren gelang es, sämtliche Gene des Menschen zu kartieren und in ihrem Aufbau zu bestimmen. Einige dieser Gene werden in allen Zellen des menschlichen Körpers abgelesen, andere können je nach Bedarf an- oder ausgeschaltet werden. Die Mechanismen, die zu diesem An- oder Ausschalten von Genen führen, sind nur unzulänglich verstanden und werden momentan weltweit von zahlreichen Wissenschaftlern untersucht.

Diese Schaltvorgänge sind äußerst komplex und werden unter maßgeblicher Beteiligung von Eiweißmolekülen (Proteinen) vermittelt. Nun ergibt sich allerdings die nächste Frage: Woher weiß das regulatorische Protein, wann es welches Gen regulieren soll? Um dieses Problem zu lösen, bedient sich die Natur einer Reihe von Tricks. Einige Proteine sind darauf spezialisiert, sich mit anderen Proteinen zu verknüpfen und damit ihre Eigenschaften zu verändern.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Lienhard Schmitz am Biochemischen Institut des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen fand heraus, dass die unverknüpfte Form eines Regulatorproteins zur Aktivierung von Genen führt, während die verknüpfte Form im Abschalten von Genen resultiert. Der Verknüpfungsvorgang ist also ein zentraler Schalter, der die Entscheidung zwischen An- oder Abschalten von Genen vermittelt. Allerdings bleibt die Frage offen, wie denn nun der Verknüpfungsvorgang selber reguliert ist, mit anderen Worten: Wer reguliert den Regulator? Wie die Gießener Arbeitsgruppe nun in einem in der Zeitschrift "Molecular Cell" erscheinenden Artikel weiter darlegt, ist diese Verknüpfung ihrerseits ein streng regulierter Prozess. Dabei stellt die Aktivierung des Regulatorproteins selbst die Weichen, ob es selber verknüpft wird (also Gene reprimiert) oder die unverknüpfte Form vorzieht, was in einer Genaktivierung resultiert. Die Gießener Arbeitsgruppe hofft, mit diesen Ergebnissen auch ein vertieftes Verständnis der Vorgänge zu erreichen, die der Fehlregulation von Genen bei Krankheitsprozessen zugrunde liegen.

... mehr zu:
»Gen »Molecular »Protein

Die Forschungsergebnisse der Gießener Biochemiker wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift "Molecular Cell" veröffentlicht: Ana Roscic, Andreas Möller, Marco A. Calzado, Florian Renner, Verena C. Wimmer, Ekaterina Gresko, Katharina Schmid Lüdi, and M. Lienhard Schmitz: Phosphorylation dependent control of Pc2 SUMO E3 ligase activity by its substrate protein HIPK2, in: Molecular Cell 24, 77-89, October 6, 2006.

Kontakt:

Prof. Dr. Lienhard Schmitz
Biochemisches Institut
Fachbereich Medizin
Friedrichstraße 24, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-47570
E-Mail: Lienhard.Schmitz@biochemie.med.uni-giessen.de

Christel Lauterbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/

Weitere Berichte zu: Gen Molecular Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen
20.07.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten
20.07.2018 | Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics